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20min-201 | El Salvador will die Kryptowährung Bitcoin als gesetzliches Zahlungsmittel akzeptieren. Die Abgeordneten des zentralamerikanischen Landes haben am Dienstag ein entsprechendes Gesetz verabschiedet. Es ermöglicht die Nutzung von Bitcon in vielen Bereichen des öffentlichen Lebens. So soll es zum Beispiel möglich sein, Grundstücke mit der Kryptowährung zu erwerben oder Steuern damit zu bezahlen. Wie der Staat den Plan genau umsetzen will, ist noch nicht bekannt. Die Hauptwährung in El Salvador ist bisher der US-Dollar. "Das #Bitcoingesetz wurde gerade mit einer qualifizierten Mehrheit angenommen", erklärte der Präsident Nayib Bukele auf Twitter. "Historisch!" Laut dem 39-jährigen Präsidenten haben 62 der 84 Abgeordneten dem Gesetzesvorschlag zugestimmt. Bukele hatte diesen erst vorherige Woche selbst eingebracht. Die Oppositionsparteien kritisierten das Tempo des Vorstosses, unterlagen aber am Ende in der Abstimmung. Vor der Abstimmung sagte Bukele, dass Bitcoin als Zahlungsmittel "finanzielle Inklusion, Investitionen, Tourismus, Innovation und wirtschaftliche Entwicklung" nach El Salvador bringe. Bitcoin ermögliche es, Geld ohne hohe Gebühren zu überweisen. Die Wirtschaft des Landes ist stark davon abhängig. Überweisungen von Salvadorianern aus dem Ausland machen rund 22 Prozent des Bruttoinlandprodukts aus. 2020 betrugen sie laut offiziellen Statistiken 5,9 Milliarden Dollar. Umgerechnet sind das etwa 5,28 Milliarden Franken. "Dies ist ein Gesetz, das die Welt auf El Salvador aufmerksam machen wird", erklärte Romeo Auerbach. Er ist der Vize-Parteichef der "Gran Alianza por la Unidad Nacional" (Gana) und ein Verbündeter von Bukele. "Wir werden damit attraktiver für Investitionen aus dem Ausland". Laut der Website "Cointelegraph" haben die Firmen in El Salvador nun 90 Tage Zeit, um die Infrastruktur für Bitcoin-Zahlungen hochzufahren. Jedes Unternehmen im Land müsse Bitcoin nun als Zahlungsmittel akzeptieren. El Salvador werde dafür ein offizielles Bitcoin-Wallet lancieren, um die Kryptowährung in einem "digitalen Portemonnaie" sicher aufzubewahren. "Bitcoin wird in El Salvador genau so legal sein wie der US-Dollar", sagte Bukele. Er werde sich noch diese Woche mit dem Internationalen Währungsfonds treffen. Die Regierung werde zudem Bitcoin im Wert von rund 150 Millionen US-Dollar halten, um Risiken der Händler abzufedern. Bukele kündigte laut Cointelegraph zudem an, dass man sich für 3 Bitcoin eine dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung in El Salvador erwerben könne. Bitcoin in seine Reserven aufzunehmen, sei allerdings vorläufig noch nicht geplant, so der Präsident in einer Talkrunde auf "Twitter Spaces". Der Kryptomarkt wuchs im Mai 2020 laut "Coinmarketcap" auf über 2,5 Billionen Dollar an. Der Preis von Bitcoin erreichte Mitte April mit 68"870 Dollar seinen bisherigen Höchststand. Seitdem ist der Kurs um rund 50 Prozent gesunken. Nach der Abstimmung in El Salvador stieg er wieder um rund fünf Prozent an. Den aktuellen Kurs von Bitcoin siehst du in dieser Grafik: Kritiker stellen Bitcoin als traditionelle Währung in alltäglichen Transaktionen allerdings in Frage. Die Volatilität sei problematisch, der Energieverbrauch hoch und viele alternative Kryptowährungen (Altcoins) seien technologisch besser. Auch die Rechtslage rund um Kryptowährungen ist in vielen Ländern noch unklar. | Steuern bezahlen und Grundstücke kaufen - in El Salvador geht das bald auch mit Bitcoin. Ein neues Gesetz macht die Kryptowährung im Land zu einem gesetzlichen Zahlungsmittel. Präsident Nayib Bukele erhofft sich davon "finanzielle Inklusion und wirtschaftliche Entwicklung". |
20min-202 | Sonntag, Flug LX251 von Stockholm nach Zürich: Laut Angaben der Kantonspolizei Zürich randaliert eine 28-jährige Passagierin, widersetzt sich den Anweisungen des Kabinenpersonals und geht es mehrfach tätlich an. Ein Kantonspolizist, der privat auf demselben Flug reiste, habe die Frau aus Sicherheitsgründen arretieren müssen, so die Kapo. Nach der Verhaftung habe sie zusätzlich noch eine Polizistin gebissen. Für ihr Verhalten wegen Widerhandlung gegen das Luftfahrtgesetz sowie wegen Gewalt und Drohung gegen Beamte kassierte die Frau eine Anzeige. Nun schildert die Passagierin ihre Perspektive. Laut ihr ist der Polizeieinsatz "völlig übertrieben" gewesen: "Ich habe weder randaliert, noch das Kabinenpersonal tätlich angegriffen", sagt die Frau, die anonym bleiben möchte. "Weil ich Flugangst habe, habe ich etwas getrunken und war vielleicht etwas laut - ich blieb aber immer anständig". Sie erhebt schwere Vorwürfe gegen den Polizisten, der sie verhaftete und mit Kabelbindern fesselte: "Er hat mich auf den Boden geworfen, mit seinen Knien auf den Boden gedrückt und mir die Luft abgeschnitten. Ich habe kaum Luft gekriegt". Kurz danach sei sie ohnmächtig geworden. "Ich musste gar beatmet werden". Ihre Kleider seien aufgeschnitten worden und sie habe zahlreiche blaue Flecken davongetragen. Die Nacht habe sie im Unispital Zürich verbringen müssen. "Nun will ich rechtlich gegen die Verhaftung vorgehen und Anzeige einreichen", sagt die Frau. Ein Augenzeuge bestätigt ihre Aussagen: "Die Frau hat während dem Flug weder randaliert, noch hat sie das Kabinenpersonal angegriffen oder war sonstwie übergriffig", sagt T. Bieri. Er sass während des Flugs fünf Reihen hinter der Frau. Dass sie während des Flugs oft aufgestanden sei, umherlief und den Sitzplatz wechselte sei höchstens für das Kabinenpersonal störend gewesen. Das einzige Vergehen der Passagierin sei gewesen, dass sie unmittelbar nach der Landung aufgestanden sei und ihre Maske ausgezogen habe. "Zu keinem Zeitpunkt stellte die Passagierin eine Gefahr für Crew, Passagiere oder Flugzeug dar". Der zivile Polizist, ein rund 120-Kilo-Mann von kräftiger Postur, sei etwa doppelt so schwer gewesen wie die Frau, sagt Bieri. "Er ging mit übertriebener Härte vor, riss die Frau zu Boden und würgte sie". Die Passagiere im Flugzeug hätten gehört, wie die Frau kaum mehr habe atmen können. "Viele haben laut gerufen, der Polizist solle sofort stoppen. Es hat sehr brutal ausgesehen". Als Nächstes habe das Kabinenpersonal per Sprechanlage gefragt, ob ein Arzt an Bord sei. "Ich habe mir ziemlich Sorgen gemacht", sagt Bieri. Noch am Flughafen Zürich habe er als Augenzeuge bei der Kantonspolizei eine Aussage gemacht. "Daher wunderte ich mich sehr über die Medienmitteilung der Polizei, in welcher man die Frau schlecht hinstellt". Auf Anfrage von 20 Minuten verweist die Kantonspolizei Zürich auf eben jene Medienmitteilung. "Aufgrund des laufenden Strafverfahrens können wir keine weitergehenden Auskünfte erteilen", so Sprecher Florian Frei. "Der privat reisende Kantonspolizist handelte auf Geheiss der Besatzung". Diese sei laut Luftfahrtgesetz berechtigt, Personen, die an Bord eines schweizerischen Luftfahrzeuges eine strafbare Handlung verüben, bei Gefahr im Verzug verhaften zu lassen. | Laut der Kantonspolizei Zürich randalierte eine 28-jährige Frau am Sonntag im Flug von Stockholm nach Zürich. Die Frau wurde von einem Polizisten, der privat in der Maschine unterwegs war, verhaftet. Nun kritisieren die Passagierin und ein weiterer Passagier das Vorgehen des zivilen Polizisten harsch. "Ich wurde ohnmächtig und musste beatmet werden", so die Frau. |
20min-203 | Roger Waters, der langjährige Bassist, Sänger und Komponist von Pink Floyd, hat das Heu definitiv nicht auf derselben Bühne wie Mark Zuckerberg beziehungsweise dessen Social-Media-Dienste Facebook und Instagram. Das wurde dieser Tage wieder klar, als der 78-Jährige in Mexiko bei einer Veranstaltung zur Befreiung des inhaftierten Julian Assange auftrat. Dabei gab er eine Anekdote zum Besten, die seine Meinung zu den Zuckerberg-Plattformen klar widerspiegelt. So sei er angefragt worden, ob Facebook den Song "Another Brick in the Wall Part II" verwenden dürfe, um Insta mit einem Filmclip zu bewerben. "Es ist ein Angebot von Mark Zuckerberg an mich", zitiert ihn das Magazin "Futurezone". Er habe dafür eine "riesige Summe" angeboten bekommen, was ihn aber nicht zu überzeugen vermochte: "Die Antwort ist: Fuck you", so der Musiker. "No fucking way". Waters bezeichnete Zuckerberg weiter als "einen der mächtigsten Idioten der Welt", der versuche, "absolut alles zu übernehmen". An diesen "Bullshit" wolle er keinen Beitrag leisten, so Waters weiter. Als Grund für die Anfrage habe Zuckerberg angegeben, die Grundstimmung des Songs sei noch heute "weit verbreitet" und "notwendig", wie heise.de schreibt. Die Bedeutung des Songs sei "zeitlos". Waters kommentierte, Zuckerberg wolle das Lied nutzen, um Facebook und Insta noch grösser machen, damit sie die Menschen weiter zensieren könnten - und um zu verhindern, dass die Öffentlichkeit mehr über Assanges Schicksal erfahre. | Pink-Floyd-Urgestein Roger Waters zog in Mexiko heftig gegen Facebook-Gründer Mark Zuckerberg vom Leder und nannte ihn einen "Idioten". Grund war eine Anfrage von Facebook, einen Pink-Floyd-Song für Insta-Werbung zu nutzen. Mit seinem "Fuck you" schlug Waters viel Geld in den Wind. |
20min-204 | In unserer schnelllebigen Welt sehnt sich manch einer nach einem Hauch Entschleunigung. So auch Christian Zimmermann aus Flumenthal SO. Um der Schnelllebigkeit die Stirn zu bieten, hat er sich im Sommer des vergangenen Jahres auf den Weg nach Moskau gemacht - und zwar zu Fuss. "Ich kam durch Käffer, irgendwo mitten in Polen, Tschechien oder Litauen, da wäre ich mit dem Auto oder Velo niemals hingelangt", erzählt der 52-Jährige. Mit seinem Einkaufswägeli Molly folgte er den gut befahrbaren Strassen und marschierte durch sämtliche Orte, die gerade auf dem Weg lagen. So fand er zwar keine Touristen-Hotspots oder berühmte Sehenswürdigkeiten, dafür aber Tradition, Kultur, Solidarität und unvergessliche Abenteuer: "Ich wusste morgens nie, was mich am jeweiligen Tag erwartet". Das Highlight der Reise waren für Zimmermann die Begegnungen mit anderen Menschen. "Es verging kein Tag, an dem ich nicht beschenkt wurde: materiell oder mit einer lieben Geste", schwärmt er. Er sei auf die Hilfe anderer angewiesen gewesen und habe auf seinem "Spaziergang" durch die Welt oftmals fremde Leute um Wasser gebeten. "Je weiter östlich ich war, desto gastfreundlicher waren die Menschen", so der Reisefotograf. "Die Leute wünschten mir Glück auf meiner Reise oder rannten ins Haus, um mir frische Tomaten und eine Tafel Schokolade zu bringen". Muskelkater, Blasen, Schürfungen und Chaos: Der Start seiner Reise sei am härtesten gewesen, sagt der Solothurner. Dann kam der Flow: "Wenn du einmal im Rhythmus bist, kannst du bis ans Ende der Welt laufen". Die Kräfte seien ihm im Verlauf der Reise nie ganz ausgegangen - das Laufen wurde zum Alltag: "Ein anderer steigt jeden Morgen in sein Auto und fährt zur Büez. Ich lief jeden Tag meine 30 Kilometer". Dies sei schon bald nichts Besonderes mehr gewesen, sondern über vier Monate hinweg sein normales Leben. Nach 111 Tagen und 3392 Kilometern erreichte er sein Ziel: Moskau, Russland. Die Schweizer Botschaft habe ihn und sein Einkaufswägeli dort bereits erwartet. "Wenn ich jetzt zurückblicke, denke ich mir: Du bist doch ein Spinner". Während seiner Reise nach Moskau hat der Abenteurer täglich Tagebuch geführt. "Jeden Abend notierte ich die schönsten und eindrücklichsten Erlebnisse". So wollte er der menschlichen Vergesslichkeit entgegenwirken. Anhand der Texte und Einträge hat er dann ein Buch geschrieben. "Ein Buch zu schreiben, war fast noch das grössere Abenteuer als die Reise selbst", sagt Zimmermann lachend. Das Buch mit dem Titel "Wanderfieber" ist nun erhältlich. Einen klassischen Verlag habe er nicht; es handle sich um ein sogenanntes "Book on demand", das man nicht in Bücherläden, dafür aber überall online finden könne. "Kleine Geschichten und grosse Abenteuer" könne der Leser von "Wanderfieber" erwarten, verspricht Zimmermann. Wer den Alltag etwas verlangsamen möchte, ohne sich gleich selbst auf die Socken zu machen, dem schenke das Buch einen Hauch von Entschleunigung. | Abenteurer Christian Zimmermann lief im letzten Sommer rund 3400 Kilometer von Flumenthal SO nach Moskau. Stets an seiner Seite: Molly, ein umgebauter Einkaufswagen. Nun hat Zimmermann über seinen viermonatigen "Spaziergang" ein Buch geschrieben. |
20min-205 | Es war nicht das erste Mal, dass Donald Trump seinen Lieblingssender Fox News kritisierte. Doch am Donnerstag holte er auf Twitter zu einem Schlag gegen den konservativen Kanal aus, der das Ende der wohl mächtigsten Allianz zwischen dem Weissen Haus und einem Medium in der jüngeren US-Geschichte andeutet. "Die Einschaltquoten sind völlig zusammengebrochen. Tagsüber am Wochenende noch schlimmer. Sehr traurig, das zu sehen, aber sie haben vergessen, was sie erfolgreich gemacht hat, was sie dorthin gebracht hat. Sie haben die Goldene Gans vergessen. Der grösste Unterschied zwischen der Wahl 2016 und 2020 war Fox News", schrieb Trump auf Twitter. Mit der Goldenen Gans meinte er offensichtlich sich selbst - als Quotenmagnet für den konservativen Nachrichtensender des Medien-Moguls Rupert Murdoch. Trump ist wütend auf Fox News, jenen Sender, der in den letzten Jahren treu zu ihm gehalten hatte. Denn der Kanal erkennt Joe Bidens Wahlsieg an und behandelt Trumps unbelegte Behauptungen über Wahlbetrug zumindest in den Sendungen tagsüber kritisch. Trumps Rache: Er verbreitete am Donnerstag auf Twitter eine Reihe von Botschaften unbekannter Nutzer, die sich enttäuscht zeigten. Eine davon lautete: "Fox News ist tot". Donald Trump und Fox News - das ist ein Bündnis, das Jahre vor dem sensationellen Einzug des Immobilien-Magnaten ins Weisse Haus begann. Schon 2011 rief er als fester Teil der Morning-Show "Fox and Friends" immer montags durch. Als Kandidat fürs Weisse Haus bekam er nicht nur wohlwollende Berichte, sondern auch viele ungefilterte Interviews. Murdoch - dem auch eine Reihe weiterer Fox-Sender sowie die Zeitungen "Wall Street Journal" und "New York Post" gehören - soll ihn zwar persönlich nicht sonderlich gemocht haben, wie viele Beobachter der Szene beschrieben. Doch er sah in Trump die historische Chance, seine Macht bis ins Innerste des Weissen Hauses auszudehnen. Hinter den Kulissen von Fox News stehen sich zwei Lager gegenüber: Die Mitarbeiter der Meinungsshows und die Nachrichten-Journalisten wie zum Beispiel Chris Wallace, der auch das erste TV-Duell zwischen Trump und Biden moderierte. Letztere waren Stelter zufolge während der Präsidentschaft zunehmend frustriert von der Schlagseite, die der Sender durch die Kommentatoren bekommen hatte. Bei der US-Wahl dann schlug die Stunde der News-Reporter und unabhängigen Daten-Analysten des Kanals. In der Wahlnacht rief der Sender den "Swing State" Arizona früh für Biden aus. Nach Darstellung der "New York Times" ein Schock für das Trump-Team. Präsidenten-Schwiegersohn Jared Kushner habe Murdoch angerufen und versucht, den Sender zum Rückzug zu bewegen - vergeblich. Als Biden dann die notwendigen 270 Stimmen des Wahlkollegiums zusammen hatte, nannte der Sender Biden den "gewählten Präsidenten". Fox News-Reporter Eric Shawn erlangte Aufmerksamkeit, als er zu einer Behauptung des Trump-Teams über angebliche Unregelmässigkeiten bei der Wahl sagte: "Das stimmt nicht. Das stimmt nicht. Das stimmt einfach nicht". Und Moderator Neil Cavuto schaltete von einer Pressekonferenz mit einer Trump-Sprecherin zum selben Thema nach wenigen Augenblicken weg. Seine Begründung: "Wenn sie nicht mehr Details hat, um das zu belegen, kann ich Ihnen das nicht mit gutem Gewissen weiter zeigen". Nicht nur Trump hat das verärgert, sondern auch einige seiner Unterstützer, die Fox nun Verrat am Präsidenten vorwerfen und zu kleineren TV-Sendern wie OANN (One America News Network) oder Newsmax wechseln wollen. Diese verzerren die Wahrheit regelmässig bis zur Unkenntlichkeit. Die Quoten von Newsmax sind in den vergangenen Tagen bereits um ein Vielfaches gestiegen. Dazu gratulierte Trump Newsmax-Chef Christopher Ruddy dessen Aussagen zufolge persönlich in einem Anruf aus dem Oval Office. Doch wie geht es jetzt nach der Wahl weiter? "Trump will die Kontrolle", zitiert Journalist Stelter einen Informanten in seinem kurz vor der Wahl erschienenen Buch. "Er will Trump TV". Sein eigenes Medien-Imperium. Trump könnte demnach bald als Gegner Murdochs um die Gunst der Zuschauer buhlen, mit vielen Sendestunden nur für seine Sicht auf die Welt, direkt aus seinem Domizil Mar-a-Lago in Florida - womöglich mit Shows für seine Kinder Ivanka, Eric und Don Junior. | Fox News zog den Zorn Trumps auf sich, als der Sender Joe Biden als "President Elect" bezeichnete. Seitdem bezichtigen ihn Moderatoren der Lüge - und Trump schiesst heftig zurück. Konservative Zuschauer wenden sich von Fox ab. Experten vermuten, dass der US-Präsident nach seiner Amtszeit seinen eigenen Sender gründen könnte. |
20min-206 | Facebook hat ein von US-Präsident Donald Trump auf der Plattform veröffentlichtes Video gelöscht. Der Clip habe Falschinformationen zum Thema Coronavirus enthalten, erklärte ein Sprecher des Unternehmens. In dem Ausschnitt eines Interviews mit dem Sender Fox News sagte Trump, Kinder seien in Bezug auf das Coronavirus "fast immun", weswegen Schulen nach den Sommerferien trotz der Pandemie wieder für normalen Unterricht öffnen sollten. Facebook erklärte am Mittwoch (Ortszeit), die "falsche Behauptung, wonach eine Bevölkerungsgruppe immun ist", verstosse gegen die Regeln der Plattform zu Corona-Falschinformationen. Kinder können sich auch mit dem Coronavirus infizieren, haben aber in der Regel eher milde Symptome - sie sind nicht "immun". Auch auf Twitter schien Trumps Video-Ausschnitt am Mittwochabend wieder gelöscht zu sein. Eine Unternehmenssprecherin sagte nach Angaben der "Washington Post", Twitter habe die Löschung verlangt. Bei einer Pressekonferenz im Weissen Haus bemühte sich Trump am Mittwochabend, seine Bemerkung zu relativieren und verwies auf die zumeist milden Krankheitsverläufe bei Kindern. Trump wiederholte aber seine Forderung, dass die Schulen im Land zum normalen Unterricht zurückkehren sollten. In vielen Grossstädten haben Schulbezirke wegen der Pandemie bereits angekündigt, das neue Schuljahr nicht wie gewohnt mit reinem Präsenzbetrieb zu beginnen. Anders als Twitter war Facebook bisher sehr zurückhaltend im Umgang mit Trumps Posts. Twitter hatte einige Tweets von Trump wegen Gewaltverherrlichung mit einem Warnhinweis versehen oder diese einem Faktencheck unterzogen. Trump kritisiert dies als Zensur. Der amerikanische Internet-Riese Google hat nach eigenen Angaben mehr als 2500 Youtube-Kanäle gelöscht, die in Verbindung mit China stehen. Die Youtube-Kanäle seien zwischen April und Juni im Rahmen der laufenden Untersuchung über koordinierte Massnahmen zur Einflussnahme im Zusammenhang mit China entfernt worden, um Falschinformation auf der Video-Sharing-Plattform zu verhindern, teilte Google mit. Es habe sich vorwiegend um "Spam mit unpolitischen Inhalten" gehandelt, aber ein kleiner Teil habe sich auch mit Politik beschäftigt. Die chinesische Botschaft in den USA reagierte nicht sofort auf eine Bitte um Stellungnahme. Die Regierung in Peking hat in der Vergangenheit Vorwürfe der Verbreitung von Desinformation zurückgewiesen. Facebook, Youtube und andere Betreiber von Onlinenetzwerken gehen seit einiger Zeit verstärkt gegen irreführende und manipulative Inhalte auf ihren Seiten vor. Dies führte dazu, dass bereits mehrfach auch Botschaften Trumps entfernt oder mit distanzierenden Hinweisen versehen wurden. | Google und Facebook haben im Kampf gegen Falschinformationen mehrere Posts gelöscht. Auf Youtube hat Google über 2500 Kanäle entfernt, die in Verbindung mit China stehen. Facebook hat eine Botschaft von US-Präsident Donald Trump gelöscht, die "falsche Behauptungen" zur Corona-Pandemie enthalte. |
20min-207 | In einem emotionalen Videobeitrag hat die US-Kongressabgeordnete Alexandria Ocasio-Cortez über ihre Todesangst während des Angriffs auf das Capitol am 6. Januar berichtet. Als Anhänger des damaligen Präsidenten Donald Trump das Parlamentsgebäude stürmten, habe sie heftige Schläge an allen Türen ihres Büros gehört und sich daraufhin in der Toilette versteckt, erzählte die 31-Jährige in einem in der Nacht zum Dienstag (Ortszeit) live auf Instagram übertragenen Video. Immer wieder habe sie jemanden laut rufen hören: "Wo ist sie?" "Das ist der Moment, in dem ich dachte, alles sei vorbei", so die prominente linke Demokratin. "Ich dachte, ich würde sterben". Schliesslich habe sich herausgestellt, dass die Rufe von einem Polizisten gekommen seien, der sich aber zunächst nicht als solcher identifiziert habe. Stattdessen habe er sie "wütend und feindselig" angesehen und sie aufgefordert, zu einem anderen Gebäude zu gehen, sagte Ocasio-Cortez weiter. Mit einem ihrer Mitarbeiter gemeinsam sei sie dorthin gerannt, wo sie die Schreie der Leute beim Versuch gehört hätten, in das Gebäude einzubrechen. "Es fühlte sich fast an wie ein Zombie-Film", beschrieb die Abgeordnete. Auf der Suche nach vertrauten Gesichtern sei sie auf ihre Amts- und Parteikollegin Katie Porter gestossen und habe sich schliesslich gemeinsam mit ihr in deren Büro verschanzt. "Sie sagte: 'Ich hoffe, ich kann noch Mutter werden, ich hoffe, ich sterbe heute nicht'", berichtete Porter später in einem Interview mit dem Sender MSNBC. Aufgebrachte Trump-Unterstützer waren am 6. Januar gewaltsam in das Capitol eingedrungen, nachdem Trump unweit des Weissen Hauses eine aufstachelnde Rede gehalten hatte. Im Capitol war zu dem Zeitpunkt der Kongress zusammengekommen, um den Wahlsieg von Joe Biden formell zu bestätigen. Trump hatte versucht, Bidens Sieg noch zu kippen. | Am 6. Januar stürmten Trump-Anhänger das Capitol in Washington. Kongressabgeordnete Alexandria Ocasio-Cortez befand sich zum Zeitpunkt im Capitol. Ocasio-Cortez hatte Todesängste. |
20min-208 | Rund drei Monate sind vergangen, seit Rap-Überfliegerin Megan Thee Stallion in Los Angeles auf offener Strasse angeschossen wurde. An beiden Füssen trug die 25-Jährige laut Medienberichten schwere Schussverletzungen davon und musste operiert werden. Zunächst war unklar, wer die Schüsse abgefeuert hatte, doch Megan äusserte sich schliesslich auf Social Media zum Vorfall und wusste offenbar ganz genau, wer sie angeschossen hatte: Tory Lanez. Der kanadische Rapper streitet die Tat nach wie vor vehement ab, veröffentlichte vor wenigen Wochen gar ein Album, auf dem er seine Unschuld mehrfach beteuert. Doch der Fall scheint damit noch nicht gegessen zu sein: Wie TMZ.com berichtet, wurde Tory nun wegen Angriffs mit einer halbautomatischen Schusswaffe und Besitzes einer nicht registrierten, geladenen Schusswaffe angeklagt. Sollte er vor Gericht schuldig gesprochen werden, drohen ihm bis zu 22 Jahre und 8 Monate Haft. Wieso es erst jetzt zur Anklage kam, ist unklar. Laut dem US-Portal wird Tory vor Gericht nun wohl darauf plädieren, dass die Schüsse aus Versehen abgegeben wurden und er Megan nicht absichtlich an den Füssen verletzt hat. So könnten die Anwälte des 28-Jährigen im Fall einer Verurteilung eine Minderung der Haftstrafe erwirken. Zahlreiche Fans glaubten Megan Thee Stallion zunächst gar nicht, dass sie tatsächlich angeschossen und ernsthaft verletzt worden war. Die Rapperin zeigte sich enttäuscht von der Community und postete schliesslich sogar Fotos von ihren Verletzungen auf Social Media, um den Vorfall zu beweisen. "Für das Internet ist das nur ein kurioses Thema, über das man sich lustig machen kann. Aber für mich ist es das echte Leben, und ich bin sehr verletzt und traumatisiert", so Megan Mitte Juli via Twitter. | Tory Lanez wurde wegen Angriffs mit einer halbautomatischen Schusswaffe und Besitzes einer nicht registrierten, geladenen Schusswaffe angeklagt. Der Rapper soll im Juli auf Megan Thee Stallion geschossen haben. Tory drohen bei einer Verurteilung über 22 Jahre Haft. |
20min-209 | Herr Althaus, Sie gehörten zu den frühen Warnern einer Pandemie und fallen auf Twitter als Gegner einer Durchseuchungsstrategie auf. Sind Sie der Dr. Doom unter den Epidemiologen?Nein, sicher nicht. Wir beschäftigen uns in unserer Forschung einfach schon seit Jahren mit der Ausbreitung von neu auftretenden Infektionskrankheiten. Deshalb war es unsere Aufgabe, auf die Auswirkungen der Pandemie rechtzeitig hinzuweisen, zumal das Bewusstsein für diese Gefahr in Europa im Vergleich zu asiatischen Ländern weniger vorhanden war. Es gibt Leute, die die Nase voll haben von den Corona-Vorschriften und -Einschränkungen. Was denken Sie, wenn Sie Corona-Rebellen demonstrieren sehen?Eine gewisse Ermüdung ist nachvollziehbar. Man darf jedoch auch etwas über den Tellerrand hinausschauen: Die Corona-Pandemie ist global ein dramatisches Problem, es gibt grosse gesundheitliche, wirtschaftliche und soziale Schäden. Die Hände etwas öfter zu waschen, Abstand zu halten und im ÖV eine Maske zu tragen, finde ich einen kleinen Preis, den ich gern zu zahlen bereit bin. Ich habe das Gefühl, dass die meisten Leute den Nutzen dieser Massnahmen nachvollziehen können. In Europa nimmt die Pandemie weiter Fahrt auf, in ersten Städten und Gebieten gibt es erneut Lockdowns. Wie schätzen Sie die Entwicklung ein?Die Corona-Lage in verschiedenen Regionen Europas ist in der Tat besorgniserregend. Damit musste man leider rechnen. Das Virus ist weiterhin da, und die Idee einer Herdenimmunität war von Anfang an illusorisch. Auch in Schweden ziehen die Fälle nach den langen Sommerferien wieder an, sodass man über einen neuen Massnahmenkatalog nachdenkt. Der deutsche Virologe Christian Drosten hat es richtig gesagt: Die Pandemie geht jetzt erst richtig los. Deshalb müssen wir uns sehr gezielt auf die nächsten sechs Monate vorbereiten. Was heisst das für die Schweiz? Bislang ist vor allem der Kanton Waadt stark betroffen. Was sich im Waadtland ereignet hat, ist nicht gerade das, was man sich wünscht. Auch in der Ostschweiz sehen wir, dass die Fallzahlen deutlich ansteigen. Es gibt aber auch Kantone, das Tessin zum Beispiel, die frühzeitig Massnahmen ergriffen haben und damit sehr gut fahren. Das zeigt, dass man einiges richtig macht und das Contact-Tracing vielerorts funktioniert. Ich glaube, die Schweiz hat das Potenzial, sehr gut durch diese Krise zu kommen. Machen wir genug?Es wäre natürlich schön gewesen, mit 20 statt mit 400 täglich bestätigten Fällen in den Herbst zu starten. Jetzt sind wir an einem Punkt, wo wir sehr genau aufpassen müssen, dass wir mit dem Contact Tracing weiterhin nachkommen. Wird es auch in der Schweiz zu einem zweiten Lockdown kommen?Dies gilt es mit aller Kraft zu verhindern, und die Entwicklung in anderen Gebieten Europas sollte uns eine Warnung sein. Wir müssen diesen Winter massgeschneidert vorgehen, und falls nötig schnell, aber dafür regional und kurzfristig strengere Massnahmen umsetzen. Auf jeden Fall sollten wir dafür sorgen, dass Schulen und Läden über den gesamten Zeitraum offen bleiben. Ab dem 1. Oktober darf man wieder ins Stadion. Wird man Sie im Stadion sehen? Ausgerechnet im Herbst mit den Grossveranstaltungen zu starten, ist natürlich nicht gerade ideal. Ich gehe aber davon aus, dass die Kantone sehr vorsichtig sein werden, und nur Veranstaltungen mit wirksamen Schutzkonzepten bewilligen. Inzwischen sind etwa 15"000 Personen in Quarantäne. Kann es so weitergehen? Dazu gibt es keine einfache Lösung. Die Quarantäne-Regelung für Einreisende ist nicht ideal, da wir mittlerweile auch innerhalb der Schweiz Hotspots haben und gewisse Kantone auf der Quarantäneliste anderer Länder auftauchen. Sobald wir vermehrt, schneller und besser testen können, haben wir aber zusätzlichen Spielraum bei der Ausgestaltung der Quarantäne. Solange das nicht der Fall ist, sollten wir vorsichtig bleiben. Beim Bundesamt für Gesundheit (BAG) kam es zu einer Pannenserie. Wie beurteilen Sie die Kommunikation des BAG? Zu Beginn wurden sicher Aussagen gemacht, die wissenschaftlich einfach nicht haltbar waren. Zum Beispiel? Dass die Gefährlichkeit des Virus mit der saisonalen Grippe vergleichbar sei. Zudem wurden öfters falsche Angaben zur internationalen Lage gemacht. Oder die ganze Geschichte mit den Masken. Wir müssen lernen, warum es zu Beginn zu diesen Fehleinschätzungen kommen konnte, damit wir in Zukunft besser auf eine Pandemie vorbereitet sind. Auch der neue "Mr. Corona", Stefan Kuster, zieht sich bereits zurück. Diesen Entscheid bedaure ich sehr, da ich fand, dass er trotz einiger kleiner Pannen immer sehr klar kommuniziert hat. Die neue Direktorin des BAG (Anne Lévy, Anm. d. Red.) möchte nun die verschiedenen Aufgaben auf mehrere Schultern verteilen, was ich für einen sehr sinnvollen Entscheid halte. Hoffnungen ruhten auch auf der Swiss-Covid-App. Nützt sie wirklich etwas? Ja. Zusammen mit den Kolleginnen und Kollegen an der EPFL konnten wir kürzlich zeigen, dass einige der Personen, die über die App eine Nachricht erhalten hatten, danach auch tatsächlich positiv auf das Virus getestet wurden. Dies sind vorläufig knapp 100 Personen, also noch relativ wenig. Diese Zahl sollte sich aber deutlich erhöhen, sobald noch mehr Leute die App benutzen. Damit haben wir ein zusätzliches Werkzeug, das Übertragungsketten frühzeitig unterbrechen kann, und damit einen weiteren kleinen Beitrag zur Bewältigung der Pandemie leistet. Ich kann deshalb nur empfehlen, die Swiss-Covid-App herunterzuladen und zu aktivieren. | Laut Epidemiologe Christian Althaus ist die Corona-Lage in verschiedenen Regionen Europas "besorgniserregend". Die Schweiz habe aber das Potenzial, gut durch die Krise zu kommen. Einen zweiten Lockdown gelte es mit aller Kraft zu verhindern. |
20min-210 | Es sollte das "Avengers" des Extended Universe von DC Comics werden, doch "Justice League" entpuppte sich als cineastische Bruchlandung, mit der beinahe der ganze Franchise unterging. Das 2017er Superhelden-Gipfeltreffen um Batman, Superman und Wonder Woman fiel bei Kritikerinnen und Kritikern durch ("Rotten Tomatoes"-Score von nicht sehr schmeichelhaften 40 Prozent) und vermochte das Publikum nicht in die Kinos zu ziehen - ein Einspielergebnis von umgerechnet 620 Millionen Franken gilt bei einem Film dieses Formats und bei einem Budget von rund 285 Millionen Franken als ziemlicher Flop. DC Films und Warner Bros. Pictures zogen die Konsequenzen und damit die Handbremse, verschoben oder cancelten anstehende Titel des Franchise und ersetzten sogar Batman (Ben Affleck musste für Robert Pattinson Platz machen), um die Reihe in eine neue Richtung zu lenken. Viele Fans sind der Meinung, dass Zack Snyders Abgang als Regisseur der Hauptgrund für den Misserfolg von "Justice League" ist. Der 54-Jährige, der schon die Vorgänger "Man of Steel" und "Batman v Superman: Dawn of Justice" drehte, zog sich vom Projekt zurück, nachdem sich seine Tochter im März 2017 das Leben genommen hatte. "Avengers"-Zampano Joss Whedon (55) übernahm für ihn - und setzte seine eigenen Ideen um. Nicht lange nach dem Kino-Release forderten Fans via Social Media und Online-Petitionen Warner Bros. dazu auf, den sogenannten Snyder Cut zu releasen, also Zack Snyders ursprüngliche Vision. Auch ein Teil des Casts sprach sich dafür aus. Im März 2019 verriet der Regisseur, dass "seine Version" des Films existiere, und im Februar 2020 kündigte Warner Bros. sie offiziell an. Im Mai folgte schliesslich ein ungefähres Releasedatum: "Zack Snyder's Justice League" wird 2021 auf dem Streamingdienst HBO Max veröffentlicht. Die Aufarbeitung des Materials, Nachdrehs und die neue Musik lässt sich das Filmstudio rund 30 Millionen Franken kosten. Alright, jetzt weisst du Bescheid. Dann können wir ja noch rasch auf die eben releaste erste Szene (oben im Video!) des Snyder Cut eingehen, der bereits eine grosse Plot-Änderung anteast: Snyders ursprüngliche "Justice League"-Vision sah Darkseid (das DC-Äquivalent zu Marvels Superbösewicht Thanos) als Antagonisten vor. Das holt der Regisseur jetzt nach und zeigt ihn im Teaser sowohl auf einem alten Wandbild als auch in in persona: Auffällig: Diese Einstellung gabs schon in der Kinofassung - statt Darkseid (Ray Porter) stand an dieser Stelle aber dessen Untergebener Steppenwolf (Ciarán Hinds), gegen den die Justice League ins Feld zog. Zum Vergleich: Ob das bedeutet, dass Darkseid Steppenwolf in "Zack Snyder's Justice League" ersetzt oder beide Superschurken zu sehen sein werden, ist zurzeit nicht klar. Die Szene mit Diana Prince alias Wonder Woman (Gal Gadot), die eine Prophezeiung auf einem Wandbild entdeckt, ist komplett neu und war in der Kinofassung nicht zu sehen. Aus dem Off erklingt eine Ansprache von Lex Luthor (Jesse Eisenberg), die er Batman gegenüber in "Dawn of Justice" machte: "The bell's already been rung. And they've heard it. Out in the dark, among the stars. Ding dong, the God is dead". Damit spielte Luthor auf Darkseid an, der seinen Auftritt in "Justice League" haben sollte - und ihn im Snyder Cut nun bekommt. Das war ja erst ein Teaser. Schon am 22. August wird mehr von "Zack Snyder's Justice League" gezeigt, wie der Regisseur auf Twitter angekündigt hat. Dann hostet DC Comics nämlich einen 24-Stunden-Online-Event mit dem Namen DC Fandome. Los gehts um 19 Uhr Schweizer Zeit. Dabei wirst du auch neues Material zu weiteren DC-Comic-Verfilmungen wie "The Batman" (der erste Batman-Streifen mit Pattinson statt Affleck), "The Suicide Squad" und "Wonder Woman 1984" (der ursprünglich Anfang Monat starten sollte, wegen der Pandemie auf August verschoben wurde und nun am 1. Oktober anläuft) zu sehen bekommen. | Regisseur Zack Snyder hat eine erste Szene aus "seiner" Version von "Justice League" veröffentlicht. Er konnte den Film 2017 wegen einer Tragödie in seiner Familie nicht selbst fertigstellen. Joss Whedon sprang ein und die ursprüngliche Kinoversion des Superhelden-Films floppte. "Zack Snyder's Justice League" erscheint 2021 auf dem Streamingportal HBO Max. |
20min-211 | US-Präsident Donald Trump hat sich rund einen Monat nach seiner Wahlniederlage gegen Joe Biden trotz etlicher erfolgloser Klagen gegen die Ergebnisse siegesgewiss gezeigt. "Sie haben betrogen und unsere Präsidentenwahl manipuliert, aber wir werden trotzdem gewinnen", sagte der Republikaner am Samstagabend in Valdosta im Bundesstaat Georgia mit Blick auf die Demokraten. Experten rechnen Trump keine reellen Chancen mehr aus, seine Niederlage gegen Biden juristisch noch abwenden zu können. Vor Tausenden Anhängern brachte Trump indirekt seine mögliche Kandidatur in vier Jahren ins Spiel, sollte er seine Niederlage gegen Biden juristisch nicht verhindern können. Er werde das Weisse Haus jetzt "zurückgewinnen", sagte er. "Und dann im Jahr 2024 - und hoffentlich muss ich dann nicht kandidieren - werden wir das Weisse Haus wieder zurückgewinnen". Trump kann in vier Jahren nur für eine zweite Amtszeit kandidieren, wenn er diese Wahl verloren hat. Die Amtszeit des US-Präsidenten ist auf zwei Perioden mit je vier Jahren begrenzt, die nicht aufeinander folgen müssen. Trump kündigte in seiner mehr als eineinhalbstündigen Ansprache in Georgia an, weiter juristisch gegen die Ergebnisse der Wahl in umkämpften Bundesstaaten vorzugehen - bis zum Supreme Court in Washington, dem Obersten Gericht der USA. Er behauptete erneut, bei der Wahl am 3. November seien Hunderttausende illegale Stimmen abgegeben worden. Trump hat dafür nie Beweise vorgelegt. US-Justizminister William Barr - ein Trump-Verbündeter - sagte kürzlich, es gebe keine Belege für massiven Wahlbetrug, der zu einem anderen Ergebnis führen würde. Anwälte Trumps haben in sechs Bundesstaaten - Georgia, Michigan, Pennsylvania, Nevada, Arizona und Wisconsin - insgesamt Dutzende Klagen angestrengt, bislang ohne jeden Erfolg. Diese sechs Bundesstaaten haben ihre Ergebnisse inzwischen zertifiziert - demnach hat Biden dort gewonnen, in manchen Fällen knapp. Einige Klagen des Trump-Lagers sind noch offen. Auch in Georgia bemüht sich Trump darum, den Sieg Bidens zu kippen. Am Samstagabend behauptete Trump erneut und ohne jede Grundlage, er habe in Georgia gewonnen. Unmittelbar vor seinem Auftritt hatte Trump den Druck auf den republikanischen Gouverneur Georgias, Brian Kemp, erhöht. US-Medien berichteten übereinstimmend, dass Trump seinen Parteikollegen am Samstag in einem Telefonat aufgefordert habe, eine Sondersitzung des Parlaments einzuberufen und die Abgeordneten dazu zu bewegen, das Wahlergebnis zu seinen Gunsten zu kippen. Trump behauptete erneut, er würde eine Wahlniederlage hinnehmen, wenn sie aus einer fairen Wahl resultieren würde. "Wenn ich verlieren würde, wäre ich ein sehr gnädiger Verlierer", sagte er. "Wenn ich verlieren würde, würde ich sagen, ich habe verloren und ich würde nach Florida gehen und es ruhig angehen lassen und ich würde herumgehen und sagen, dass ich einen guten Job gemacht habe. Aber man kann es niemals akzeptieren, wenn sie stehlen und manipulieren und rauben". Die zuständigen US-Behörden stuften die Wahl am 3. November als die sicherste in der amerikanischen Geschichte ein. Trump setzte sich bei seinem Auftritt in Valdosta für den Erhalt der Mehrheit seiner Republikaner im Senat ein. Er rief eindringlich zur die Wiederwahl der beiden republikanischen Senatoren David Perdue und Kelly Loeffler aus Georgia auf. Sie müssen sich am 5. Januar in Stichwahlen den Demokraten Jon Ossoff und Raphael Warnock stellen. Die Wahl ist von herausragender Bedeutung, weil sie über die Mehrheitsverhältnisse im mächtigen US-Senat entscheidet. Bei den Wahlen am 3. November konnten sich die Republikaner bislang 50 der 100 Sitze in der Parlamentskammer sichern. Sollte es den Demokraten gelingen, die beiden Sitze in Georgia zu gewinnen, gäbe es im Senat ein Patt. Dann hätte die gewählte Vizepräsidentin Kamala Harris - die zugleich Präsidentin des Senats ist - bei Stimmengleichheit das letzte Wort. Damit hätten die Demokraten faktisch eine Mehrheit. Umfragen sahen in Georgia zuletzt die beiden demokratischen Herausforderer knapp vorne. Die Republikaner in Georgia sehen sich vor der Stichwahl vor einem Dilemma: Trumps ständige Vorwürfe, wonach dem Wahlsystem ohnehin nicht zu trauen sei, dürften Republikaner von der Stimmabgabe abhalten. Trump versuchte am Samstagabend, seine Anhänger trotzdem zur Wahl zu mobilisieren. "Die Antwort auf den Betrug der Demokraten ist, nicht zu Hause zu bleiben", sagte er. "Rache" an den Demokraten werde am besten geübt, indem Rekordzahlen an Republikanern wählten. Um Zweifel an der Legitimität des Ergebnisses bei der Präsidentenwahl am 3. November zu säen, führte Trump am Samstagabend erneut an, dass er landesweit mehr als 74 Millionen Stimmen gewonnen hat - mehr als je ein Amtsinhaber vor ihm, der sich um eine Wiederwahl bemühte. Letzteres stimmt, allerdings hat Biden nach den bisherigen Ergebnissen mehr als 81 Millionen Stimmen gewonnen. Trump erwähnte als angebliches Indiz für Betrug erneut, dass er im Laufe der Wahlnacht seinen Vorsprung in wichtigen Bundesstaaten einbüsste. Dass sich Mehrheiten bei laufenden Stimmenauszählungen ändern, ist in einer Demokratie allerdings nicht ungewöhnlich. Der US-Präsident wird nicht direkt gewählt, sondern durch die Wahlleute in den 50 US-Bundesstaaten und dem Hauptstadtbezirk Washington bestimmt. In der Regel bekommt der Wahlsieger in einem Bundesstaat die dortigen Wahlleute zugesprochen. Nach den bisherigen Ergebnissen aus den Bundesstaaten kommt Biden auf 306 Wahlleute, Trump auf 232. Wahlgewinner ist, wer mindestens 270 Wahlleute gewinnt. Biden soll am 20. Januar vereidigt werden. Trump wurde bei seinem Auftritt in Georgia von First Lady Melania Trump begleitet. Sie stellte den Präsidenten dem Publikum vor. Die mehreren Tausend Anhänger bei der Kundgebung skandierten bei Trumps Auftritt unter anderem "Wir lieben Dich". | US-Präsident Donald Trump hat in Georgia für die Wiederwahl der beiden republikanischen Senatoren David Perdue und Kelly Loeffler geworben. Er hat den Auftritt auch genutzt, sich weiterhin als Sieger der US-Präsidentenwahl zu präsentieren. "Wir gewinnen diese Wahl", sagte Trump. |
20min-212 | Entwickelt sich da eine junge Promi-Liebe? Zwischen dem Schweizer Topmodel Manuela Frey und der YB-Legende Guillaume Hoarau? Gut möglich. Anzeichen gibt es zumindest mehrere. So sass die 23-Jährige beim Cupfinal im Publikum, trug einen Hoodie aus Hoaraus Kleiderlinie "Nünänünzg" (Hoaraus Rückennummer) und erhielt nach dem Sieg gegen den FC Basel sein Trikot. Auf die Frage, weshalb Frey sein Shirt bekommen habe, lachte der 36-Jährige nur und meinte gegenüber dem "Blick" mit einem Augenzwinkern: "Das war eine Frage der Kleidergrösse. Sie war die einzige Person, die die richtige Grösse hatte". Doch das ist nicht der einzige Anhaltspunkt. Es gibt einige mehr. So will "Nau" wissen, dass sich Hoarau und Frey schon seit einem Weilchen via Whatsapp schreiben. Ebenso hinterlässt die Aargauerin bei vielen Bildern auf Hoaraus Instagram-Profil regelmässig ein Herzchen. Auch postete am letzten Wochenende das Topmodel ein neues Foto auf Instagram. Darauf zu sehen: Manuela Frey, die im Designer-Outfit vor einem Spiegel posiert. Und zugleich kam bei vielen Fans die Frage auf: Steht sie da nicht in der Luxuswohnung von Guillaume Hoarau? Der helle Holzboden, die Vorhänge, das Mosaikmuster im Hintergrund - all das sieht verdächtig nach dem Wohnsitz der YB-Legende aus. Finden zumindest viele Fans - und auch "Nau". "Liebesgrüsse aus Hoaraus Schlafzimmer", schreibt das Onlinemedium. Ob Hoarau und Frey aber tatsächlich ein Paar sind? Unklar. Öffentlich geäussert haben sich weder der Fussballer noch das Topmodel. Auch auf Anfrage dieser Zeitung will sie sich nicht äussern, lässt sie doch lediglich ausrichten: "Ich will kein Statement dazu geben". Und so kann man nur spekulieren. Passen würde es ja. Zwar gab es im Sommer Gerüchte, dass die "Switzerland's next Topmodel"-Moderatorin mit dem Ex-Bachelor Janosch Nietlispach angebandelt haben soll, doch erhärtet haben sich diese nicht. Vielmehr hinterliess Frey bereits im Juli Likes bei den Bildern des Fussballers. Und der 36-Jährige? Der will ja sowieso in der Schweiz bleiben und für einen Club aus der Super oder Challenge League seine Schuhe schnüren. Dass er das ernst meint, zeigte er Anfang September. Um den Transferprozess anzukurbeln, bewarb er sich mit einem Instagram-Post bei sechs Schweizer Clubs der Super League. Nur Lausanne, Vaduz sowie Basel erwähnte er nicht. Mit dem FC Thun war sogar ein Club aus der Challenge League im Post zu sehen. Sportlich wäre dies sicherlich ein Abstieg. Aber: Hoarau wohnt in Thun. Antworten werden wir vermutlich bald erhalten. Schliesslich lässt sich eine Liebesbeziehung nicht ewig geheim halten - auch startet bald die neue Fussballsaison. Manuela Frey gefiel jedenfalls Hoaraus Bewerbung, und sie kommentierte den Post mit drei Landesflaggen. Ein Zeichen? | Der ehemalige YB-Spieler und das Schweizer Topmodel Manuela Frey sollen ein Paar sein. Bestätigt haben es die beiden noch nicht. Hinweise gibt es jedoch einige. |
20min-213 | Dicke Post für einen Vater und eine Mutter aus dem Freiburger Sensebezirk: Wegen Verletzung der Schulpflicht wurden die beiden per Strafbefehl zu einer Busse von über 3000 Franken verurteilt. Nachdem die Schulen im Mai 2020 wieder geöffnet hatten, blieb das Kind dem Unterricht mehrmals unentschuldigt fern. Weil die Eltern das Urteil nicht akzeptierten, ist der Fall am Donnerstag vor dem Polizeigericht in Tafers verhandelt worden, wie die "Freiburger Nachrichten" berichten. Ihr Vorgehen begründeten die Beschuldigten mit den zu diesem Zeitpunkt hohen Infektionszahlen sowie der Schwangerschaft der Mutter und den Empfehlungen der schweizerischen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe. "Es war damals und ist auch heute noch nicht klar, welche Folgen Corona für Schwangere und die ungeborenen Kinder haben kann", erklärte der Vater an der Verhandlung. "Wir wussten einfach nicht, was alles passieren kann und wollten deshalb vorsichtig sein". Weil die Mutter bereits 41 Jahre alt war, habe es sich um eine Risikoschwangerschaft gehandelt. "Uns war bewusst, dass wir gegen das Gesetz verstossen, doch das nahmen wir in Kauf", so der Vater. Zudem habe man in der Familie zwei Todesfälle im Zusammenhang mit Corona zu beklagen gehabt, was die Vorsicht noch erhöht habe. Den Risikofaktor Schule habe man daher ausschalten wollen. Der Mann versicherte: "Wir sind keine Verschwörungstheoretiker und auch keine Corona-Skeptiker". Trotz Verletzung der Schulpflicht fand die Schulleiterin vor Gericht lobende Worte für die Eltern. Diese hätten viel dafür getan, damit ihr Kind möglichst wenig verpasse, und mit ihm den Schulstoff zuhause durchgepaukt. "Das Zeugnis beweist, dass das Kind absolut keine Lücken im Schulstoff hat". So sah die Schule vorerst davon ab, rechtlich gegen die Eltern vorzugehen. Nachdem sie das Mädchen auch im Herbst 2020 und im Frühling 2021 von der Schule nahmen, gabs allerdings zwei Verzeigungen. Insgesamt fehlte das Kind 30 Tage in der Schule. Die Verteidigerin der Eltern plädiert auf Freispruch und verwies auf die Risikoschwangerschaft der Frau: "Das Paar wollte sich schützen und hat als einzige Möglichkeit gesehen, die Tochter aus der Schule zu nehmen". Die beiden hätten die Wahrung der Schulpflicht gegen die Sicherheit von Mutter und ungeborenem Kind abgewogen. Das Urteil des Gerichts wird in den nächsten Tagen gefällt. | Im Kanton Freiburg stand am Donnerstag ein Ehepaar wegen Verletzung der Schulpflicht vor Gericht. Es hatte seine Tochter während Corona mehrmals unerlaubt von der Schule genommen. Den Entscheid begründeten die Eltern unter anderem mit der Risikoschwangerschaft der Mutter. Die Anwältin der Beschuldigten verlangt einen Freispruch. |
20min-214 | Immer mehr vermögende Chinesen erhalten dank eines Sonderparagrafen das Wohnrecht in der Schweiz. Gewisse Kantone locken sie gezielt mit Pauschalsteuer-Arrangements. Für Personen von ausserhalb Europas ist es schwierig bis unmöglich, eine Aufenthaltsbewilligung in der Schweiz zu erhalten - doch für Reiche gibt es eine Ausnahme: Gestützt auf einen Sonderparagrafen im Ausländerrecht, können vermögende Nicht-Europäer relativ einfach in die Schweiz ziehen, wie der "Tages-Anzeiger" berichtet. Gestützt auf den Artikel 30, können die Kantone solchen Personen Aufenthaltsbewilligungen ziemlich problemlos erteilen, wenn es um "erhebliche kantonale fiskalische Interessen" geht. Viele Kantone bieten ihnen zu diesem Zweck Pauschalsteuerabkommen an. Pro Jahr erhalten auf diesem Weg 40 bis 50 begüterte Nicht-Europäer eine Aufenthaltsbewilligung. Bis vor kurzem stammten die meisten aus Russland, doch neuerdings haben die Chinesen sie überholt, schreibt die Zeitung weiter. Seit vier Jahren sind sie an der Spitze der Statistik, die der Bund über diese speziellen Zuzüger führt. Öffentlich wurde das bisher nicht thematisiert. Bus zum Ende des Jahres lebten dank dieses Sonderparagrafen bereits 29 Personen aus China in der Schweiz. Damit stellen sie - nach den Russen - die zweit grösste Gruppe. Das könnte erst der Anfang einer grösseren Entwicklung sein. Spezialisierte Steueranwälte sagen, es gebe bei vermögenden Chinesen ein wachsendes Interesse an einer Schweizer Aufenthaltsbewilligung. | Dank einem Sonderparagrafen im Ausländerrecht ziehen immer mehr reiche Chinesen in die Schweiz. Zuvor haben vor allem Russen von dem Angebot Gebrauch gemacht. Viele Kantone bieten ihnen ein Pauschalsteuerabkommen an. |
20min-215 | Der mutmassliche Tatverdächtige Christian B. soll unschuldig sein, das behauptet ein portugiesischer Polizeichef. In einem Statement gegenüber spanischen Medien habe er gesagt, der mutmassliche Verdächtige sei nicht in Madeleine McCanns Verschwinden involviert. Der Polizist wollte anonym bleiben, doch soll es sich um einen ehemaligen "Polícia Judiciária"-Chef gehandelt haben, der Strafverfolgungsbehörde Portugals. Diese ermittelt bei Verbrechen wie Mord, Entführung und organisierter Kriminalität. Nach Angaben von "The Mirror" habe der Polizist am Fall mitgearbeitet und sagt: "Es gibt keine Beweise, dass Christian B. es gewesen ist". Demnach sei Christian B. vor vier Jahren umfassend von der Polizei untersucht worden. Weiter behauptet das portugiesische Behördenmitglied, dass die deutsche Polizei mit den "neuen Informationen" den Fall wieder an die Öffentlichkeit bringen wollte - in der Hoffnung, man könnte so neue Informationen und neue Zeugen gewinnen. "Sie können so einen schwierigen Fall auch jetzt nicht lösen, aber sie können so Staub aufwirbeln, dass möglicherweise neue Spuren ermittelt werden können". Die portugiesische Strafverfolgungsbehörde hat, seit dem die neuen Erkenntnisse an die Öffentlichkeit gelangt sind, nur ein Statement veröffentlicht: "Die Strafverfolgungsbehörde bestätigt, dass der Fall des vermissten Mädchens immer noch laufend untersucht wird. Durch die Zusammenarbeit mit deutschen und britischen Behörden konnte Material sichergestellt werden, das auf die mögliche Beteiligung des deutschen Staatsangehörigen hinweist. Der Direktor der Strafverfolgungsbehörde, Carlos Farinha, gab am Freitag ein Interview gegenüber der portugiesischen Newsagentur Lusa. Farinha sagte, der Name des Verdächtigen stand auf einer Liste von Verdächtigen, die 2012 der britischen Polizei übergeben wurde. Scotland Yard habe die portugiesische Polizei aber diesbezüglich nie gebeten, den Verdächtigen genauer unter die Lupe zu nehmen, so Farinha. "Wenn die Polícia Judiciária kritisiert wird, warum man Christian B. nicht früher überprüft hat, gilt dasselbe für die britische Polizei - denn sie haben ihn auch nicht früher überprüfen lassen", so Farinha. | Die portugiesische Strafverfolgungsbehörde weist Vorwürfe zurück, sie hätten den mutmasslichen Verdächtigen jahrelang "übersehen". Der Name des mutmasslichen Verdächtigen sei den britischen Behörden bereits 2012 übergeben worden. Laut einem ehemaligen Polizeichef soll der Verdächtige im Fall Madeleine McCann unschuldig sein. |
20min-216 | Das Militär soll den Bundesrat wegen Landesverrat verhaften und vors Kriegsgericht stellen, die Corona-Pandemie ist eine Erfindung, die Schweiz beim Wahlbetrug in den USA beteiligt: So lauten zumindest die Behauptungen, die Tibits-Mitgründer Christian Frei in einer Verschwörungstheoretiker-Gruppe auf Telegram geteilt und anschliessend bei einem Treffen im Keller des Tibits-Restaurants in Oerlikon ZH geäussert hat. Dass auf Telegram gegen die Regierung gewettert oder dazu aufgefordert wird, selbst aktiv zu werden, ist nicht neu: So riefen vor rund einer Woche radikalisierte Corona-Skeptiker zum Sturm aufs Bundeshaus auf. Als Vorbild diente der Capitol-Sturm der Trump-Anhänger am 6. Januar. Dieter Sträuli, ehemaliger Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Psychologischen Institut der Universität Zürich und Präsident der Fachstelle für Sektenfragen Infosekta, ist von den Äusserungen Freis überrascht. Herr Sträuli, wieso wendet sich eine Person wie Christian Frei derartigen Verschwörungstheorien zu? Frei ist - gemäss seinen Aussagen - nicht nur ein Corona-Skeptiker, sondern ein Corona-Leugner. Er glaubt offenbar an eine grosse Verschwörung, die eine strikte Informationskontrolle beinhaltet. Dass er das Militär zur Verhaftung des Bundesrates auffordert und so zum Umsturz der Regierung aufruft, erinnert an den Sturm auf das Capitol. Das ist in der Tat verstörend. Sein Verhalten könnte als wahnhaft bezeichnet werden. In Zeiten von Corona und QAnon kann das jedoch passieren: Bisher unauffällige Leute flippen aus und verlieren den Realitätsbezug. Wieso geschieht das? Die Reduktion komplizierter Sachverhalte auf simple Ursachen und Schuldzuweisungen bringt manchen Menschen Erleichterung. Obwohl es immer schon Verschwörungstheorien gab, haben Ereignisse wie die Pandemie viele Menschen derart verunsichert, dass sie zu einfachen - und falschen - Antworten auf ihre Fragen greifen. Zwar wurden schon in der Renaissance und im Barock Flugblätter mit sensationellen Meldungen verteilt. Das Internet und Social Media machen es aber tatsächlich einfacher, entsprechende Verschwörungstheorien zu verbreiten. Sind alle Menschen gleich empfänglich für Verschwörungstheorien? Es gibt Menschen, die stärker zum Glauben an Verschwörungstheorien und andere moderne Mythen neigen als andere. Sie erliegen der Faszination, die von Berichten über mächtige Verschwörer mit fantastischen Mitteln der Manipulation ausgeht, leichter. Ein wichtiger Faktor dabei ist der Glaube an mächtige böse Elternfiguren, die das Geniessen sozusagen gepachtet haben und schuld daran sind, dass ich nicht zum Zug komme. Dieser Glaube ist deshalb schwer zu bekämpfen, weil er mir insgeheim die Möglichkeit verheisst, dass ich irgendwann selbst an die Position der dieses Geniessen kontrollierenden Verschwörer aufrücken könnte. Weder das totale Geniessen noch diesemächtigen Gestalten existieren wirklich, aber als unbewusste Faktoren haben sie grossenEinfluss auf das Verhalten solcher Menschen. Inwiefern spielt die Corona-Pandemie bei der Verbreitung von Verschwörungstheorien eine Rolle? Es ist eher so, dass Verschwörungstheorien jeweils "auf den fahrenden Zug aufspringen", ob es sich nun um die Pandemie oder das Aufstellen von 5G-Sendemasten oder um den Wahlkampf des US-Präsidenten handelt. Verschwörungstheorien werden auch ganz gezielt als Propaganda oder Ausrede eingesetzt. Wie etwa vom ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump? Genau. Der amerikanische Wahlkampf war ein Lehrstück für den gezielten Einsatz einer Verschwörungstheorie - jener vom "gestohlenen Wahlsieg" Donald Trumps. Dass der Präsident diese Theorie ständig wiederholte, führte dazu, dass seine Anhänger sie schliesslich für bare Münze nahmen. So auch Christian Frei - und die QAnons. QAnon ist seit 2017 eine unklar organisierte Quelle für Verschwörungstheorien. Vertreter von QAnon verbreiten unter anderem das absurde Gerücht, dass "die Demokraten" Kinder entführten, ihnen Blut entnähmen und daraus die "Langlebigkeitsdroge" Adrenochrom herstellten. Verschwörungstheorien sind oft gruselig und enthalten Sciencefiction- Elemente. Sie haben auch einen entsprechenden Unterhaltungswert. Was aber klar ist: QAnon ist auch in der Schweiz angekommen. Corona-Skeptiker und -Leugner verstehen sich wahrscheinlich gut mit dem spekulativen Sprachstil der QAnon-Leute, der für absurde Schuldzuweisungen an bestimmte Organisationen verwendet wird. Laut dem Bundesamt für Polizei nehmen Drohungen gegen Politiker und Beamte zu. Geht von radikalisierten Verschwörungstheoretikern eine reelle Gefahr aus? Das Wort "radikalisiert" bezeichnet sehr gut die Schwelle, hinter der es gefährlich wird. Es ist Sache der Bundespolizei, den Informationsaustausch zwischen Mitgliedern solcher Gruppen zu überwachen und zu handeln, wenn bestimmte Signale eine gefährliche Radikalisierung und den Übergang zu Tatvorbereitung und Tat anzeigen. Gibt es den "typischen" Verschwörungstheoretiker? Ich kann mir vorstellen, dass solche Menschen oft einen Groll hegen und frustriert sind: Sie leben mit einem Vorwurf an Behörden oder an imaginäre Verschwörer, während sie sich selbst von den politischen Entscheidungsprozessen oder den schönen Seiten des Lebens abgeschnitten fühlen. Sie sind erfüllt von Gefühlen der Ohnmacht und Wut, sehen aber keinen Weg, um in der Politik oder Gesellschaft Fuss zu fassen. Es wäre gut, wenn sie einen solchen Weg finden könnten, der aus der Welt, wie sie sie sehen - einem Ort der dunklen Mächte - einen anderen Ort machen, auf den sie Einfluss nehmen können. Abgesehen davon sind Verschwörungstheoretiker einfach Leute wie Sie und ich. Ich selbst bin zum Beispiel durchaus anfällig für solche Geschichten, gleichzeitig zähle ich mich auch zu den Skeptikern. Wie soll man im privaten Umfeld mit Verschwörungstheoretikern umgehen? Das ist schwierig. Vielleicht müssen wir mit ihnen das Gesprächsfeld abstecken, Grenzen ziehen und festlegen, welche Themen wir besser vermeiden. Es ist natürlich gut, den Kontakt aufrecht zu erhalten, aber dabei die eigenen Ansichten nicht zu verraten. In jeder Verschwörungstheorie liegt ein Körnchen Wahrheit. Vielleicht können wir im Gespräch dieses Körnchen, das für beide akzeptabel ist, herausarbeiten. Und natürlich dürfen wir gemeinsam die unterhaltenden Verschwörungstheorien geniessen, aber dabei den Faktencheck nicht vergessen. | Für den Mitgründer und Mitbesitzer der Restaurant-Kette Tibits, Christian Frei, ist die Corona-Pandemie eine Erfindung. Frei forderte laut der Online-Zeitschrift "Republik" Militärs dazu auf, den ganzen Bundesrat festzunehmen und einzusperren. Für Dieter Sträuli, Psychologe und Verschwörungsexperte, glaube Frei offenbar wahnhaft an eine grosse Verschwörung, die eine strikte Informationskontrolle beinhaltet. |
20min-217 | Oppo - diesen Namen sollte man sich merken. Hierzulande ist die immer noch eher unbekannte chinesische Marke schon mehrfach aufgefallen. Etwa mit einem Smartphone mit Roll-Display oder dem ersten 5G-Handy der Schweiz. Jetzt hat der Hersteller in China sogar Huawei überholt. Laut einer Analysefirma hat Oppo in einem Monat dort erstmals mehr Handys verkauft als der Konkurrent. Mit dem Find X3 Pro bringt Oppo jetzt sein neuestes Handy in die Schweiz. Das Design des neuesten Oppo-Handys wirkt frisch und futuristisch. Die Rückseite besteht aus gebogenem Glas. Um ein solches herzustellen dauert es 40 Stunden - pro Gerät. Das hat seinen Preis. Die Rückseite ist laut Oppo rund drei mal so teuer wie bei einem anderen Handy. So schick es ist, ist es auch ein guter Grund um das Gerät sofort nach dem Kauf in eine Schutzhülle zu stecken. Praktisch: Es wird eine mitgeliefert. Für viele Nutzerinnen und Nutzer ist die Kamera in ihrem Handy besonders wichtig. Sie halten damit bei Tag und bei Nacht Erinnerungen fest. In unserem Test wirkten die Fotos mit dem Oppo besonders natürlich und echt. Das hat einen Grund: Das Oppo Find X3 Pro ist das erste Android-Handy, das eine Milliarde Farben (10 Bit) aufnehmen und darstellen kann. Bei vielen anderen Handys ist bei 8 Bit (16,7 Millionen Farben) Schluss. Die Funktion muss jedoch zuerst in den Kameraeinstellungen aktiviert werden. Die 10-Bit-Bilder werden dann in einem speziellen Format auf dem Smartphone abgespeichert. Verschickt man sie, werden sie automatisch in ein gängiges Format umgewandelt, das auch andere Smartphones anzeigen können. Absolut faszinierend ist das eingebaute Mikroskop. Dieses vergrössert Objekte um den Faktor 60. Dabei muss man mit der Kamera praktisch das Objekt berühren. Damit diese Fotos hell genug sind, hat es um die Linse ein LED-Ringlicht. Einen Autofokus hat man im Mikroskopmodus nicht. Man stellt das Sujet scharf, indem man das Handy bewegt. Das benötigt zu Beginn ein wenig Übung, geht aber nach ein paar Minuten ohne Probleme. Was alles für Bilder möglich sind, zeigt die Bildstrecke oben. Auffallend ist das grosse Netzteil, das Oppo in der Schachtel mitliefert - mit gutem Grund. Es ist ein Schnell-Ladegerät, das den Namen verdient hat. Laut dem Hersteller kann man damit das Find X3 Pro innerhalb von lediglich 38 Minuten von 0 auf 100 Prozent laden. In unserem Test lud das Gerät von 30 auf 72 Prozent in nur zehn Minuten. Das Oppo Find X3 Pro ist ein Handy der Superlative. Einzig beim Speicherplatz hat der Hersteller geknausert. Das Handy gibt es mit einem Fixspeicher von 256 GB. Erweiterbar ist dieser nicht. Kulanz zeigt der Hersteller jedoch beim Display. Dieses wird bei einem Schaden innerhalb der ersten 12 Monaten kostenlos ersetzt. Bei uns kostet das Gerät mit dem 6,7-Zoll-Display 1199 Franken. Neben dem Pro-Modell gibt es auch noch die zwei Handys X3 Neo und X3 Light mit etwas kleineren Displays, einem weniger schnellen Prozessor, weniger Kameras und Kamerafunktionen. Alle Modelle haben 5G, sowie Dual-SIM. Das Neo gibt es ab 799, das Light ab 449 Franken. | Hersteller Oppo hat das Find X3 Pro vorgestellt. 20 Minuten konnte das Gerät schon ausprobieren. Das Handy begeistert im Test mit seinem Mikroskop. Es ist faszinierend, was damit für Bilder möglich sind. |
20min-218 | Jade Dodd hatte eigentlich alles richtig gemacht. Für die Erneuerung ihres Führerausweises hatte die Amerikanerin ein neues Passbild geschossen, das die richtige Grösse hatte und auch sonst den Anforderungen der Behörden entsprach. Damit war es ihr möglich, das Onlineformular des Department of Motor Vehicles (DMV) auszufüllen, welches für die Fertigstellung des Dokuments nötig war. Deshalb war sie umso überraschter, als sie ihren neu erstellten Führerschein schliesslich auspackte. Zwar stimmten all die Details zu ihren persönlichen Angaben wie Geburtsdatum, Geschlecht und Grösse. Auf dem Bild war allerdings nicht das Gesicht der 25-Jährigen zu sehen, sonder nur ein leerer Stuhl. Um den Fehler zu melden, rief die Frau laut Stern.de umgehend bei der Zulassungsstelle DMV an. Dort glaubte man ihr erst gar nicht, denn einen solchen Fehler hatte man noch nie gesehen. Als die Mitarbeiterin am Telefon aber schliesslich in ihrer Datenbank nachschaute, konnte sie den Fehler selbst erkennen. Wie sich herausstellte, war den Behörden ein technischer Fehler unterlaufen. Aus nicht erklärbaren Gründen war das letzte Bild, welches in der Datei von Dodd abgespeichert war, jenes des leeren Stuhles, das schliesslich auf ihrem Führerausweis landete. Wie es dorthin kam, kann sich auch das DMV nicht erklären. Dodd nahm den Vorfall mit Humor. Sie postete ein Bild des falsch ausgestellten Führerscheins auf Facebook, das sofort die Runde machte. Bis anhin wurde es mehr als 20"000-mal geteilt und eifrig kommentiert. "Das ist absolut verrückt", heisst es in den Kommentaren, oder: "Es wird schwierig sein, mit diesem Ausweis irgendwo reinzukommen!" Aber auch in ihrem privaten Leben würden sich die Leute über den Vorfall lustig machen, so Dodd. "Als ich zur Arbeit ging, zeigte mein Chef auf einen Stuhl und meinte, dass er dachte, dass ich das gewesen sei", erzählt die junge Frau. Mittlerweile habe der richtige Führerausweis seinen Weg zu ihr gefunden. | In Tennessee, USA, hatte eine junge Frau ihren Führerschein erneuern wollen. Dabei ist den Behörden ein Fehler unterlaufen. Anstelle des Gesichts der Frau wurde nur ein leerer Stuhl auf den Ausweis gedruckt. Die Frau nahm es mit Humor und postete ein Bild des Ausweises auf Facebook. Dort wurde es eifrig geteilt. |
20min-219 | Stellt euch vor, im Sport wird Roger Federer von einem 14-Jährigen geschlagen. So etwas ist schlicht unmöglich, doch im E-Sport ist genau das passiert. Anders Vejrgang, der für den Bundesligisten RB Leipzig "Fifa 21" spielt, hat genau das geschafft. Er schlägt den amtierenden "Fifa"-Weltmeister Mohammed "MoAuba" Harkous mit 6 zu 0. Bei dem Spektakel schauten auf der Streaming-Plattform Twitch über 50"000 Leute zu.Für den Schweizer "Fifa"-Experte Hakan Pazarcikli ist Anders Vejrgang ein unglaubliches Talent im richtigen Spiel: "In einem anderen Game, wie ‹Counter-Strike› oder ‹Fortnite›, wäre so etwas nicht möglich. Einfach aus dem Nichts zur Weltelite dazuzustossen. Da aber jedes Jahr ein neues "Fifa" veröffentlicht wird, ist so etwas einfacher". So ein Talent muss aber auch gefördert werden. Der 14-Jährige ist ungeschlagen in der Weekend League mit 180 Siegen. Trotzdem muss der Junge in die Schule und sollte sich nebst dem E-Sport Gedanken über seine Zukunft machen, weiss "Fifa"-Experte Hakan Pazarcikli: "Viele Fussballvereine wie RB Leipzig, wo Anders Vejrgang unter Vertrag steht, haben Erfahrung mit solchen Talenten, wenn auch auf dem echten Rasen. Klar ist, der Teenager muss noch an der Hand geführt und begleitet werden".Anders Vejrgang verdient schon jetzt wahrscheinlich mehr als seine Eltern, sein Twitch-Kanal zieht Tausende von Zuschauern an, und nebenbei hat er auch noch einen Vertrag bei RB Leipzig, die viel Ressourcen in ihre E-Sport-Abteilung investieren. Auch der amtierende Weltmeister Mohammed "MoAuba" Harkous zieht nach seinem Spiel, das er 0 zu 6 gegen den jungen Dänen verloren hat, auf seinem Twitch-Kanal ein positives Fazit: "Es ist eine Lektion in ‹Fifa 21›, die mir weiterhelfen wird".Ob Anders Vejrgang seine Erfolge auch vor einem Publikum wiederholen kann, bleibt offen, denn 50"000 Zuschauer sind nicht das Gleiche wie ein volles Stadium, und die Nerven sind auch im E-Sport ein enormer Faktor. Den Namen Anders Vejrgang werden wir aber im "Fifa" noch ein paarmal hören, da ist sich der Schweizer "Fifa"-Experte Hakan Pazarcikli sicher. | Anders Vejrgang von RB Leipzig ist mit 180 Siegen ungeschlagen in der Weekend League. Der junge Däne ist erst 14 Jahre alt. Auch den amtierenden Weltmeister Mohammed "MoAuba" Harkous schlägt er mit 6 zu 0. Der Schweizer "Fifa"-Experte Hakan Pazarcikli ist begeistert vom Jungtalent. |
20min-220 | 20-Minuten-Leser D.* war bestürzt, als er vor wenigen Tagen seinen täglichen Aare-Spaziergang unternahm: "Die Aare in der Stadt Bern führte Kot, WC-Papier und sogar ein Kondom mit sich". Ein kleiner Kanal, kurz vor dem Lorrainebad auf der gegenüberliegenden Flussseite, schwemmte Fäkalien und Abfall in den Fluss. Trotz Ekel hielt der Berner mit dem Smartphone drauf und schickte die Aufnahmen 20 Minuten. D. schätzt, dass die Abwasserreinigungsanlage überlastet war - und liegt damit richtig. Wie Reto Battaglia, Fachspezialist beim Amt für Wasser und Abfall Kanton Bern ausführt, kam es zu einem sogenannten Regenüberlauf. Etwa 10 bis 20 mal im Jahr ereigne sich dies in der Stadt Bern. "In den letzten Tagen hatten wir extreme Niederschläge und eine grosse Menge an Schmelzwasser". Weil Kapazitäten der Kanalisation und Abwasserreinigungsanlagen begrenzt seien, werde in solchen Situationen Mischabwasser (Schmutzwasser, das stark mit Regenwasser verdünnt ist) in ein Gewässer umgeleitet. So werde das System entlastet. "Nicht zu verhindern ist, dass teilweise auch Grobstoffe ins Gewässer gelangen". Die Entlastungsstellen seien in der Regel aber so gewählt, dass das aufnehmende Gewässer die kurzzeitigen Belastungen verkraften könne und für eine weitere starke Verdünnung sorge. Keine Freude an der Entlastungstelle im Lorraine-Abschnitt hat Aareschwimmerin Nicole B.* Sie geht auch im Winter mehrmals pro Woche einen kurzen Aareschwumm nehmen: "Und ich mache das unten an der Lorraine, wo der Fluss ganz ruhig fliesst - so wie etliche andere auch". Die Videoaufnahmen würden sie zutiefst "grusen": "Und der Ort ist daher mehr als unglücklich gewählt für eine Überlastungsstelle". Reto Battaglia versichert, dass die Entlastungsstelle lediglich bei starkem Regen und/oder Schneeschmelze zum Einsatz komme: "Bei solchen Verhältnissen ist aus Sicherheitsgründen ohnehin immer dringend vom Aareschwumm abzuraten". Wenn sich nach einem Starkregenereignis mit Überlauf die Aare wieder beruhigt habe und bebadbar sei, sei auch das Wasser wieder sauber. "Aber natürlich könnte es unangenehm sein, einen Schluck Überlaufwasser zu trinken". | Die Abwasserreinigungsanlagen der Stadt Bern sind überfordert. Grund sind der starke Regen und das viele Schmelzwasser. Ein Leser filmte, wie Kot, WC-Papier und ein Kondom in den Fluss gespült wurden. Die Stadt leitet solches "Überlastungswasser" dort in die Aare, wo auch im Winter viele Menschen baden. |
20min-221 | Ende vergangenen Jahres war rund ein Prozent der Weltbevölkerung wegen Kriegen, Gewalt, Konflikten oder Angst vor Verfolgung aus ihrer Heimat vertrieben. Insgesamt waren 79,5 Millionen Menschen auf der Flucht, wie das UN-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR) am Donnerstag in seinem Bericht zum Weltflüchtlingstag (20. Juni) mitteilte. Das waren fast so viele Menschen wie Deutschland Einwohner hat (83,2 Millionen). Die Coronakrise und damit verbundene Armut betroffener Bevölkerungen dürfte die Flucht Richtung Europa verstärken, sagte UNHCR-Chef Filippo Grandi in Genf. Die Zahl war ein neuer Rekord in der fast 70-jährigen Geschichte des UNHCR. Sie hat sich zwischen 2010 mit gut 40 Millionen und 2019 fast verdoppelt. Der neue Anstieg ist mit fast neun Millionen oder gut zwölf Prozent rasant. Das liegt aber auch daran, dass das UNHCR Venezolaner im Ausland erstmals in einer neuen Kategorie zählte. Grandi sieht vor allem die Arbeitsplatzverluste durch die Corona-Krise als Treiber weiterer Flucht und Migration: "Ich habe keinen Zweifel, dass die wachsende Armut und der Mangel an Lösungen sowie die Fortsetzung von Konflikten zu mehr Bevölkerungsbewegungen führen wird, in den Regionen und darüber hinaus, nach Europa etwa". Schuld am Mangel von Lösungen seien auch Länder, die eigene Interessen in Konfliktgebieten verfolgten und Konfliktlösungen behinderten. Während in den 90er Jahren im Durchschnitt jedes Jahr 1,5 Millionen Flüchtlinge in ihre Heimat zurückkehrten, waren es in den vergangenen zehn Jahren im Schnitt weniger als 400"000 im Jahr. "Das ist ein Anzeichen für die Hartnäckigkeit von Konflikten, für neue Konflikte, und die Lähmung der internationalen Gemeinschaft", sagte Grandi. Dazu zähle der Weltsicherheitsrat, der nicht in der Lage sei, Konflikte zu lösen und Bedingungen zu schaffen, damit Flüchtlinge heimkehren könnten. Das UNHCR könne sich nur um die humanitären Folgen von Konflikten kümmern und bei der Rückkehr von Flüchtlingen helfen, wenn die Bedingungen dafür geschaffen seien. Das UNHCR hat erstmals Venezolaner, die vor der Misere im eigenen Land geflohen sind, in einer eigenen Kategorie gezählt. Die 3,6 Millionen Venezolaner, die seit 2015 überwiegend in Nachbarländer flüchteten, haben zwar grösstenteils keinen Flüchtlingsstatus beantragt. Sie brauchen aber nach UNHCR-Angaben trotzdem Schutz und dürften zum Beispiel nicht abgeschoben werden. Aber auch ohne die Venezolaner waren mehr Menschen auf der Flucht als ein Jahr zuvor. Die Zahl der Flüchtlinge ausserhalb des eigenen Landes blieb mit 26 Millionen zwar praktisch konstant. Aber die Zahl der im eigenen Land Vertriebenen stieg von 41,3 Millionen Ende 2018 auf 45,7 Millionen. Auch die Zahl der Asylsuchenden stieg, von 3,5 auf 4,2 Millionen. Weil darunter auch Migranten sind, die letztlich nicht als Flüchtlinge anerkannt werden, listet das UNHCR sie gesondert auf. Dreiviertel der Flüchtlinge leben Ende 2019 in der Nähe ihrer Heimat. In Europa waren weniger als zehn Prozent derjenigen, die ins Ausland geflohen waren. Mit 1,1 Millionen Flüchtlingen war Deutschland nach der Türkei, Kolumbien, Pakistan und Uganda das fünftwichtigste Aufnahmeland. Hinzu kamen in Deutschland nach der UNHCR-Statistik gut 309"000 Asylsuchende, über deren Status noch nicht entschieden war. Die Corona-Krise habe aber auch internationale Solidarität gezeigt, sagte Grandi. Aufnahmeländer hätten Flüchtlinge grösstenteils in ihre Gesundheitsversorgung einbezogen. Spendenaufrufe seien erfolgreich gewesen. Das UNHCR habe von Unternehmen und Einzelpersonen in diesem Jahr schon 15 Prozent mehr Geld und Sachspenden erhalten als zum gleichen Zeitpunkt im vergangenen Jahr, sagte Grandi. Die jüngste Spendenkampagne zum muslimischen Fastenmonat Ramadan habe acht Millionen Dollar zusammengebracht, 250 Prozent mehr als 2019. | Insgesamt waren 79,5 Millionen Menschen auf der Flucht. Die Zahl ist ein neuer Rekord. Venezoelaner wurden erstmals in einer eigenen Kategorie geführt. |
20min-222 | "Der Morgen danach, wenn du realisierst, dass du einen Mercedes geschrottet hast", schreibt der Teenager im Tiktok-Video und zeigt den 20-Minuten-Artikel zum Unfall. Wie es dazu kam erklärt er gleich auch, wie FM1Today am Donnerstag schreibt. "Zuerst einmal fett saufen". Für die Halterin des geschrotteten Autos ein Hohn. Das Video hat der Nutzer wieder gelöscht. "Was willst du mit diesem Video erreichen?", schrieb sie unter das Video, welches mittlerweile gelöscht wurde. Die Autobesitzerin ist vom 19-Jährigen enttäuscht. Denn er hat nicht nur ihr Auto entwendet und geschrottet, mit im Auto war auch ihr einjähriger Hund. Dieser sei seit dem Unfall schreckhaft und überhaupt nicht mehr derselbe, wie sie am Dienstag 20 Minuten erzählte. Die Freundschaft mit dem 19-Jährigen ist nun auf eine harte Probe gestellt. Aus Mitleid liess sie ihn vor rund zehn Tagen mitten in der Nacht bei strömendem Regen in die Wohnung, weil er Unterschlupf suchte. Sie bat ihn später, mit dem Hund Gassi zu gehen. Darauf hat der Mann den Hund und den Autoschlüssel geschnappt und ist, unter starkem Alkoholeinfluss, Richtung Bahnhof St. Gallen gefahren, wo er mit stark überhöhter Geschwindigkeit den Selbstunfall verursachte. Es entstand Schaden von rund 100"000 Franken. Auch dazu hat der 19-Jährige auf Tiktok einen lockeren Spruch abgegeben: "Am Morgen danach - wenn du eine Rechnung von 100"000 Franken im Briefkasten findest". Laut Stadtpolizei laufen nach wie vor Abklärungen hinsichtlich der Geschwindigkeit und der Missachtung von Verkehrsregeln. Sobald diese abgeschlossen sind, geht der Fall an die Staatsanwaltschaft. Auch das Strassenverkehrsamt wird informiert. Den Fahrausweis kann man dem 19-Jährigen nicht abnehmen - er besitzt gar keinen. | Ein Mercedes krachte am Montag vor einer Woche beim Bahnhof St. Gallen in ein Geländer und blieb hängen. Der Fahrer (19) flüchtete daraufhin. Kurz nach dem Unfall prahlte der Teenager auf Tiktok verharmlosend mit dem Unfall. |
20min-223 | Donald Trump ist als US-Präsident abgewählt. Herausforderer Joe Biden machte das Rennen. Weil Trump um seine Wiederwahl bangte, forderte er am Donnerstagmorgen mit einem Tweet, dass die Stimmenauszählungen gestoppt werden. Sein Wunsch ging jedoch nicht in Erfüllung. Ebenso werden Wünsche diverser Sportvereine nicht in Erfüllung gehen, die auf Trumps Tweet aufsprangen und via Twitter den Abbruch der Meisterschaften fordern. Der FC Southampton tat dies am Freitag nach dem 2:0-Sieg gegen Newcastle United. Dank diesem Erfolg grüssten die Saints nach 32 Jahren erstmals wieder von der Tabellenspitze und wollten die Meisterschaft natürlich sofort stoppen. Der Schweizer Tabellenführer ist ebenfalls einer, der normalerweise nicht dort steht. Darum machte der FC Lugano am Samstag nach seinem Sieg gegen Lausanne kurzerhand mit. Schliesslich dürfte die Führung von kurzer Dauer sein, am Sonntagnachmittag treffen YB und St. Gallen aufeinander. Der Sieger wird Lugano überholen. Auch in der zweithöchsten niederländischen Fussballliga, der Eerste Divisie, fand der Trump-Tweet Verwendung. Almere City spielte ebenfalls am Freitagabend gegen die zweite Mannschaft von AZ Alkmaar. Nach dem 2:0, gleichbedeutend mit dem Schlussresultat, hielt das Almere-Maskottchen eine "Stop the Count"-Tafel in die Luft. Das Spiel mit dem Spruch fand den ganzen Samstag statt und schien nicht enden zu wollen. Geendet hat dafür die Entscheidung in der US-Präsidentschaftswahl. | Sportvereine fordern via Twitter den Abbruch der Meisterschaften. Sie nehmen damit Donald Trump aufs Korn. Dieser forderte zuvor mit einem Tweet den Stop der Stimmenauszählungen. |
20min-224 | Eric Weber wurde nach knapp einem Tag Aufenthalt in einer Rehabilitations-Klinik in Deutschland vor die Tür gestellt. Die Klinikleitung habe den Schweizer Politiker, Neonazi und verurteilten Wahlfälscher aus disziplinarischen Gründen entlassen. Weber soll versucht haben, eine Mitpatientin zu indoktrinieren, indem er Werbung für ein Youtube-Video mit rechtsextremistischem Inhalt gemacht hat, wie der "Sonntagsblick" berichtet. Weber, der im Oktober für seine insgesamt vierte Legislaturperdiode in das baselstädtische Kantonsparlament gewählt wurde, habe sich fünf Wochen lang in der Klinik in Bad Mergentheim (D) von Erschöpfungssymptomen erholen wollen. Dies geht aus dem Entlassungsbericht hervor, der 20 Minuten vorliegt. Darin steht: "Er präsentierte sich dabei manipulativ und prahlerisch und versuchte eine Mitpatientin durch Werbung für einen Youtube-Film mit rechtsextremistischem Inhalt zu indok trinieren". Ansonsten seien bei Weber ausser einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung keine gesundheitlichen Einschränkungen festgestellt worden. Gegenüber dem "Sonntagsblick" zeigt sich Weber mit der Klinikleitung nicht einverstanden. Sein Rausschmiss sei "lächerlich" und "politisch motiviert". "Nur weil der Klinikleitung meine Ansichten nicht passen, können die mich doch nicht einfach vor die Tür stellen", wird er zitiert. Er wolle gegen den Entscheid Klagen und eine Beschwerde bei der Landesärztekammer einreichen. Eric Weber bestätigt die Vorkommnisse auf Anfrage von 20 Minuten. Die Mitpatientin habe ihn gefragt, was er mache. Er habe gesagt, er sei Grossrat. "Das darf ich", so Weber. Die Frau habe ihn daraufhin auf Google gesucht und gemäss Weber dieses Video von ihm gefunden, in dem er sich mehrfach fremdenfeindlich äussert. Am folgenden Morgen sei er ins Büro des Klinikleiters zitiert und per sofort rausgeschmissen worden. Als Grund für seinen Aufenthalt in der Klinik nennt Weber eine Reihe von Problemen - familiär, wirtschaftlich und psychisch - mit denen er Anfang Jahr zu kämpfen gehabt habe. Seit seiner Wahl sei er aber "überglücklich". Die Klinik konnte am Sonntag keine Stellung zum Vorfall nehmen. | Der Basler Rechsextremist Eric Weber hat in einer deutschen Rehabilitations-Klinik Hausverbot bekommen. Er soll sich dort aufgehalten haben, um sich von Erschöpfungssymptomen zu erholen. Die Klinikleitung wirft ihm den Versuch vor, mit einem rechtsextremistischen Youtube-Video eine Mitpatientin zu indoktrinieren. Daraufhin sei am Morgen nach Webers Ankunft eine disziplinarische Entlassung verfügt worden. |
20min-225 | Die Bündner Behörden beschliessen Anpassungen der Jagdbetriebsvorschriften 2021. Konkret heisst dies: Die Jägerinnen und Jäger sollen in dieser Saison mehr Schalenwildtiere schiessen. Dabei handelt es sich um Rehe, Hirsche, Wildschweine, Gämse und Steinböcke. Wenn die Ziele in der Jagd ab September bis Dezember nicht erreicht werden, greift die Wildhut ein. Hannes Jenny, stellvertretender Vorsteher Amt für Jagd und Fischerei Graubünden, sagt: "Wir wollen die Jagd für die Jägerinnen und Jäger attraktiver machen". So werden etwa bei der Wildschweinjagd Entschädigungen bezahlt, wenn der Jäger, respektive die Jägerin, das Tier aufgrund von angeordneten Radioaktivitätsmessungen, nicht verwerten kann. Zudem werden gewisse Gebühren gestrichen. Besonders in der unteren Mescolcina, an der Grenze zum Tessin, sorgen die Wildschweinbestände für Probleme. Jenny erklärt: "Die Tiere sorgen für grössere Schäden. Sie durchwühlen Wiesen förmlich und verunmöglichen lokal eine landwirtschaftliche Nutzung". Das Amt wolle die Bestände der Wildschweine stabilisieren und wenn nötig mehr Tiere schiessen. Ein weiterer Anstieg soll verhindert werden. Allgemein soll der Jagddruck im Bündnerland vor allem in den unteren Lagen verstärkt werden. "Dort betrifft es Rehe und Hirsche, die den Wäldern teils stark zusetzen", so Jenny. Die Wildtiere schaden der Verjüngung des Waldes. Das Amt könne nicht zuschauen und erhöhe deswegen die Anzahl der Tiere, die geschossen werden dürfen. Bezogen auf den Hirsch heisst es, dass auf dem gesamten Kantonsgebiet insgesamt 5565 Hirsche zu erlegen sind. Die Regulation erfolgt mit zielorientierter Gewichtung für jede der einzelnen 21 Regionen, insbesondere über den Abschuss der weiblichen Tiere. Der Plan sei erfüllt, wenn mindestens 3177 weibliche Tiere erlegt worden sind, was über 20 mehr im Vergleich zum Vorjahr sind. Zudem ist in gewissen Waldregionen auch der Reh- und Gamsbestand verstärkt zu bejagen. Was dem Amt für Jagd und Fischerei bei den Hirschen aufgefallen ist: Im letzten Winter war überdurchschnittlich hoher Fallwildabgang zu verzeichnen. In der Surselva ist feststellbar, dass der Rehbestand aufgrund der schneereichen Winter und der Präsenz von Luchs und Wolf sehr stark abgenommen hat. Dasselbe gelte in diesem Gebiet für das Gamswild. Für das Stein- und Gamswild geben erst die noch laufenden Sommerzählungen beziehungsweise Herbstzählungen einen zuverlässigen Aufschluss über die Bestandshöhe. Einfluss haben könnte bei den Gämsen auch eine Krankheit, aufgrund dessen letztes Jahr Tiere geschossen werden mussten. Trotzdem braucht es die Anpassung der Jagdbetriebsvorschriften. Laut des zuständigen Amts sind die Probleme durch die Schalenwildtiere insbesondere in den Gebieten Prättigau/Herrschaft, Churer Rheintal, Schanfigg, Domleschg/Heinzenberg sowie teilweise auch in der Mesolcina/Calancatal und in Mittelbünden immer noch sehr gross. Andere Massnahmen wie Wildschutzzäune und Einzelbaumschütze könnten nur ergänzend wirken, deshalb sie es nötig die Wildbestände gezielt zu reduzieren. | Im Kanton Graubünden sollen die Jägerinnen und Jäger in dieser Saison mehr Tiere schiessen. Die Behörden haben die Jagdbetriebsvorschriften entsprechend angepasst. Nötig ist die Anpassung, da gewisse Wildtiere Schäden verursachen. Andere Massnahmen als die Reduzierung der Bestände nützten nur ergänzend. |
20min-226 | Am 26. März hatte die Urner Regierung per Verordnung Kundgebungen mit mehr als 300 Teilnehmern generell verboten. Wie das Aktionsbündnis der Urkantone am Mittwoch mitteilt, hat es gegen diese aus seiner Sicht "unzulässige Einschränkung elementarer politischer Grundrechte Beschwerde beim Bundesgericht eingereicht". Das Aktionsbündnis begründet die Beschwerde mit drei Punkten: Erstens sei es ein Verstoss gegen den Vorrang des Bundesrechts, weil die aktuelle bundesrätliche Verordnung den Kantonen zusätzliche Einschränkungen nur gestatte, wenn dadurch die politischen Rechte gewährleistet bleiben. Zweitens werde durch die pauschale Beschränkung der Teilnehmeranzahl die verfassungsmässige Meinungs- und Versammlungsfreiheit unverhältnismässig eingeschränkt. Und drittens stelle der Urner Rechtsakt so kurz vor der Abstimmung über das Covid-19-Gesetz einen klaren Verstoss gegen die verfassungsrechtlich garantierten politischen Rechte dar, welche die freie Meinungsbildung schützen würden. Bewegung erhielt am Mittwoch auch die Beschwerde des Bündnis Urkantone gegen das Verbot der Kundgebung, die das Bündnis am Samstag in Altdorf plante und für die es keine Bewilligung erhielt, wogegen das Bündnis Beschwerde erhob. Wie der Urner Regierungsrat am Mittwoch bekannt gab, hat das Aktionsbündnis ein Ausstandsgesuch gegen den Regierungsrat als Beschwerdeinstanz gestellt. Der Regierungsrat leitet die Beschwerde an das Obergericht des Kantons Uri zur Behandlung weiter, wie die Regierung weiter mitteilte. Josef Ender, Sprecher des Aktionsbündnis der Urkantone, sagte auf Anfrage von 20 Minuten: "Wir gehen davon aus, dass es noch eine funktionierende Rechtssprechung gibt und wir hoffen, dass uns bis am Freitag ein Urteil vorliegt, das uns die Bewilligung für die geplante Kundgebung erteilt". Falls dies nicht der Fall sein sollte, will das Aktionsbündnis nicht nach Altdorf gehen. "Dann werden wir uns auch an keinen anderen Aktionen beteiligen oder diese unterstützen", so Ender weiter. Hintergrund: Auf Telegram wird auf mehreren Kanälen aufgerufen, am Samstag nach Altdorf zu kommen. Die Polizei gab bekannt, dass sie eine unbewilligte Demonstration verhindern werde. Die Urner Regierung hat die Bewilligung der Kundgebung verweigert, weil die Maskentragepflicht bei der erwarteten Anzahl von Teilnehmern weder von den Organisatoren gewährleistet noch von der Polizei durchgesetzt werden könnte. "Die Kundgebung brächte eine erhebliche Infektionsgefahr für die Teilnehmenden, für Polizeiangehörige und Dritte", schreibt die Regierung in ihrer Mitteilung weiter. Bei der Abwägung der Interessen sei zu Lasten der Gesuchsteller zusätzlich ins Gewicht gefallen, dass die Inzidenzzahl im Kanton Uri aktuell sehr hoch liege. Zudem hätten die Organisatoren trotz entsprechenden Nachfragen keine detaillierten Verkehrs- und Parkkonzepte vorlegen können. | Nachdem das Aktionsbündnis Urkantone eine Absage zur Kundgebung "Nein zu Covid-19-Gesetz" in Altdorf kassierte, wurde Beschwerde gegen den Entscheid eingereicht. Nun befasst sich das Obergericht damit. Das Aktionsbündnis Urkantone hofft nun auf eine rasche Entscheidung des Obergerichts. Wenn keine Bewilligung vorliegen sollte, distanziert sich das Aktionsbündnis von weiteren oder ähnlichen Aufrufen, nach Altdorf zu gehen. Gegen "das Urner Covid-19-Reglement wegen Verbot von politischen und zivilgesellschaftlichen Kundgebungen mit mehr als 300 Teilnehmern" hat das Aktionsbündnis Urkantone ausserdem auch beim Bundesgericht eine Beschwerde eingereicht. |
20min-227 | Gegen 22.40 Uhr am Montagabend wurde der kantonalen Notrufzentrale ein Brand eines Schweinestalls an der Weinfelderstrasse in Rothenhausen TG gemeldet. Ein Anwohner erzählt: "Ich war im Bett, als ich ein lautes Knallen hörte. Es klang wie ein Feuerwerk". Er sei dann aufgestanden und habe den brennenden Stall gesehen. Er sei bereits in Vollbrand gestanden. Kurze Zeit später sei die Feuerwehr eingetroffen. Doch schlafen konnte der 38-Jährige nicht so schnell. Er sagt: "Dieser Brand hat mich beschäftigt. Ich war früher selbst bei der Feuerwehr, aber so nahe an meinem Zuhause habe ich so etwas noch nie erlebt". Die Kantonspolizei Thurgau schreibt in einer Medienmitteilung: "Beim Eintreffen der ersten Polizeipatrouille stand ein Teil des Daches bereits in Vollbrand. Die Feuerwehr Bussnang war rasch vor Ort und konnte das Feuer löschen". Im Stall befanden sich bei Brandausbruch mehrere hundert Schweine, die grösstenteils durch den Besitzer und Nachbarn aus der Gefahrenzone getrieben werden konnten. Einer der Helfer ist Roland Svoboda. Wie die "Thurgauer Zeitung" schreibt, habe der Dorfbewohner Scheiben eingeschlagen, um den Rauch abziehen zu lassen und einige Schweine nach draussen gescheucht. Svoboda meint, dank einer Ausbildung in der Armee verfüge er über das nötige Rüstzeug, um in einem Brandfall richtig zu reagieren. "Die Feuerwehr wollte mich stoppen, aber ich habe weitergemacht, es musste ja schnell gehen", so der Mann. Für einige Tiere sei jedoch jede Hilfe zu spät gekommen, so die Kantonspolizei Thurgau. Sie kamen in den Flammen ums Leben. Personen wurden keine verletzt, der Sachschaden ist noch nicht bezifferbar. Zur Klärung der Brandursache wurde der Brandermittlungsdienst der Kantonspolizei Thurgau sowie ein Elektrosachverständiger beigezogen. Ein Funktionär des Amts für Umwelt begleitete die Löscharbeiten. | In Rothenhausen TG geriet ein Schweinestall in Brand. In der Nachbarschaft war ein lautes Knallen zu hören, einige Nachbarn eilten dem Besitzer zu Hilfe. Bei Brandausbruch befanden sich hunderte Schweine im Stall. Mehrere sind ums Leben gekommen, die Mehrheit konnte gerettet werden. |
20min-228 | Gleich zu Beginn lässt es Bachelorette Chanelle (23) krachen: Sie lädt Ivan (29), Manuel (37), Marko (21) und Mike (24) auf ein Date ein. Aber nicht mit ihr, sondern mit einem Muay-Thai-Trainer. Dieser bringt den Mucki-Jungs bei, sich gegenseitig die (natürlich behelmten) Köpfe einzuschlagen. Erst lernen sie auf Thailändisch, wie man den richtigen Kick setzt, dann gehts in den Ring - wo die Kandidaten das Gelernte anwenden sollen. Mike kneift in letzter Minute - und zieht sich aus der Affäre, weil seine Schulter kaputt ist. Dafür meldet sich Muskelprotz Jamy (31) freiwillig, er tritt gegen Tenniscoach Marko an. Aggressiv treten und schlagen sie aufeinander ein. Marko wankt nach einem Schlag ins Gesicht. Die Bachelorette schaut gebannt zu, die restlichen Kandidaten toben. Jamy gewinnt letztlich den Kampf - und zum Verdruss der Konkurrenz erhält er zur Belohnung eine Rose. Für ein weiteres Gruppendate möchte Chanelle, dass ein Teil der Kandidaten wakeboarden geht. Niemand ausser Jamy kann sich länger als eine halbe Sekunde auf dem Wasser halten. Die Bachelorette führt nebenbei mit Hobby-Rapper Paulo (25) und Sonnenbrillenträger Mattia (22) jeweils ein Gespräch. Dabei erfährt sie von Mattia, dass er eigentlich bis jetzt nicht wirklich an ihr interessiert sei. Alright. Von Paulo verlangt sie einen spontanen Rap, den er ihr vorträgt. Er rappt, wie schön er sie findet und dass er die letzte Rose will. Sie lacht. Denn Chanelle weiss da wohl schon: Dazu wird es nicht kommen. Denn: Chanelle schickt Paulo nach Hause. Und auch Mattia spürt Konsequenzen von seinem Gespräch mit der Bachelorette: Er erhält eine schwarze Rose. Das bedeutet, dass er in der nächsten Folge ein Date haben wird und sich mit dem anderen Besitzer der schwarzen Rose duellieren muss. Robert (24) muss die zweite schwarze Rose annehmen - und darf noch eine Folge bangen. Zuvor hatte ihn Chanelle mit Manuel gebeten, vorzutreten. Manuel entscheidet sich, zu gehen. Die schwarze Rose sei unter seiner Würde, meint der Deutsche. | In der vierten Folge treten die "Bachelorette"-Kandidaten gegeneinander im Boxring an. Jamy (31) gewinnt - und macht sich bei den anderen unbeliebt. Giovanni (24) knutscht als Einziger mit der Bachelorette. Chanelle schickt zwei weitere Kandidaten heim. |
20min-229 | Der ägyptische Tourismusunternehmer Samih Sawiris kritisiert in einem Interview mit der "SonntagsZeitung" die Massnahmen der Schweiz gegen die Korona-Epidemie. Sie stünden in keinem Verhältnis zu den Verlusten für die Wirtschaft. "Die Politik trägt die Folgen der Krise auf dem Rücken der einfachen Leute aus. In der Schweiz gehen Milliarden von Franken verloren, damit es einige Hundert weniger Tote gibt", sagt Sawiris. "Es ist aber politisch unkorrekt, solche Zweifel auszudrücken". Der Aufwand in der Schweiz, um Menschen unter 60 Jahren vor Covid-19 zu retten, stehe in keinem Verhältnis zum Schaden für die Wirtschaft. Bislang gab es in der Schweiz unter 200 Todesfälle in dieser Altersgruppe. "Eher gewinnt man im Lotto, als dass man an Covid-19 stirbt". Das hohe Niveau des Schweizer Gesundheitssystems koste Geld. "Geld, das gerade vernichtet wird. Hätten wir nur gerade einen Zehntel dieser Summen zur Verfügung, könnten wir in Ländern wie Ägypten hunderttausende Menschenleben retten", sagte Sawiris der Zeitung weiter. In Ägypten würden jährlich 50"000 Neugeborene an Durchfall sterben. "Wir in der Schweiz nehmen wirtschaftliche Verluste in Milliardenhöhe in Kauf, um Hunderte Menschenleben zu retten. Aber die Kinder in Ägypten dürfen weiter sterben, weil die Leute dort kein Geld für Medikamente haben. Ich finde das paradox". Für die kommende Saison zeigt sich der 63-Jährige, der das Feriendorf in Andermatt UR betreibt, zuversichtlich: "Die beiden Hotels The Chedi Andermatt und Radisson Blu verzeichnen zunehmende Buchungszahlen". Insbesondere für die beiden verlängerten Wochenende an Auffahrt und Pfingsten sei der Buchungsstand "bereits sehr gut". | Tourismusunternehmer Samih Sawiris kritisiert die Schweiz für ihren Umgang mit der Corona-Pandemie. "Es ist politisch unkorrekt, Zweifel auszudrücken", sagt der ägyptische Unternehmer. Die Buchungen in seinem Feriendorf in Andermatt UR seien gut. |
20min-230 | Am Mittwoch vor fünf Wochen hat Anita Bucher aus Adligenswil LU ihre Tochter Alishia (21) zum letzten Mal gesehen: "Alishia war zuhause und gamte noch ein bisschen. Ich ging ins Bett". Das war am 21. April 2021. Am Tag darauf habe Alishia einen Termin gehabt, und als Anita Bucher nach Hause kam, sei Alishia nicht daheim gewesen "und ich dachte, sie habe jetzt diesen Termin wahrgenommen", sagt Anita Bucher. Doch ihre Tochter tauchte nicht mehr auf. Es sei absolut untypisch für Alishia, dass sie einfach so verschwindet. Bucher habe sich im Umfeld ihrer Tochter nach Alishia erkundigt, ohne Erfolg. Am 1. Mai hat dann die Luzerner Polizei eine Vermisstmeldung veröffentlicht mit der Bitte um Hinweise aus der Bevölkerung unter Telefon 041 248 81 17. Seit Wochen also schon vermissen Alishias Eltern, ihre Zwillingsschwester und die anderen Geschwister sowie Freunde und Bekannte die junge Frau. Die offizielle Vermisstmeldung ist immer noch online auf der Website der Luzerner Polizei. Die Mutter sagt: "Wir hoffen, dass die Öffentlichkeit mithilft, unsere Alishia zu finden". Deshalb äussere sie sich auch in Medienberichten wie diesem. An ihre Tochter gerichtet sagt sie: Ihre Familie würde ihr in dieser schweren Zeit Halt geben, sagt Anita Bucher. Und sie flüchte sich in die Arbeit, um sich abzulenken. Immer in der Hoffnung, ihre Tochter Alishia bald wieder in die Arme schliessen zu können. Bei der Luzerner Polizei sind bis am letzten Donnerstag rund ein Dutzend Hinweise aus der Bevölkerung eingegangen, sagte Sprecher Christian Bertschi auf Anfrage. "Wir haben natürlich alle Hinweise abgearbeitet, haben aber daraus leider keine Spur über den Verbleib von Alishia Bucher gefunden". Derzeit gebe es keine Hinweise auf ein Verbrechen, sagte Bertschi vor Pfingsten weiter. Neue Hinweise über den Verbleib von Alishia Bucher nimmt die Luzerner Polizei nach wie vor gerne entgegen unter Telefon 041 248 81 17. Sie hat kurzgeschnittene braune Haare und trägt ein Nasenpiercing. Sie trägt einen schwarzen Parka, weisse Turnschuhe und ein schwarzes Cap, teilte die Polizei am 1. Mai mit. | Seit 21. April 2021 wird Alishia Bucher (21) aus Adligenswil LU vermisst. Die Polizei bittet um Hinweise aus der Bevölkerung auf Telefon 041 248 81 17. Alishia Buchers Mutter Anita Bucher appelliert hoffnungsvoll an ihre Tochter, sie möge doch ein Lebenszeichen von sich geben. |
20min-231 | Die Urlauber eines Campingplatzes in der belgischen Ortschaft Esneux südlich von Lüttich wurden am Donnerstag vom ansteigenden Wasser überrascht. Innert kürzester Zeit waren sie von den Fluten eingeschlossen worden, Familien mit Kindern und ältere Menschen wären wohl ertrunken, wenn nicht Mitglieder eines lokalen Jet-Ski-Clubs zur Hilfe eingesprungen wären. "Die Feuerwehr rief bei uns am Nachmittag an und bat uns, den Campingplatz zu evakuieren, da er mit einem Rettungswagen nicht mehr zu erreichen war", sagt Anthony Beernaut, Manager des O2R-Clubs, zum Sender RTBF. Beernaut stellte ein dreiköpfiges Team zusammen, wenig später waren sie vor Ort. "Die Leute waren sehr froh darüber, denn vielen stand das Wasser bereits auf Brusthöhe. Es drängte!" Als die Jetskier die Menschen in Not erreichten, reagierten einige überrascht: "‹Sind Sie ein Feuerwehrmann?›, fragten sie uns. Wir erklärten ihnen, dass wir nur Jetskier seien, aber zum Helfen gekommen seien", erzählt Beernaut. Er selber musste eine 80-jährige Frau retten. "Es hat ihr nicht wirklich Spass gemacht, der Wind, der Regen und die Strömung machten ihr mehr Angst als alles andere", meint der Belgier. Die Rettung war nicht einfach: Die Jetskier mussten die Menschen 500 Meter flussaufwärts transportieren, wo sie dann von Rettungskräften empfangen wurden. "Es war etwas kompliziert, weil wir mit Leuten, die keine Erfahrung auf dem Jetski haben, wirklich gegen den Strom fahren mussten. Einige waren spärlich gekleidet, wir haben Leute in Unterwäsche rausgeholt", so Beernaut. Insgesamt habe er mit seinem Team 13 Menschen und einen Hund gerettet. Die Rettungsaktion dauerte ein paar Stunden. "Die Feuerwehr war froh, uns zu haben. Sie hatten es zuvor mit einem grossen Boot versucht, aber ohne grossen Erfolg. Der Jetski hat den Vorteil, dass er nicht so viel Wasserboden braucht, um zu funktionieren". Anthony Beernaut macht sich nun Sorgen um die Folgen der Überschwemmungen: Neben dem menschlichen Elend seien auch grosse Umweltschäden zu befürchten. "Die meisten Leute heizen auf dem Campingplatz noch mit Öl. Zisternen fielen in den Fluss, Chemikalien gelangten ins Wasser. Die Auswirkungen der Verschmutzung werden bei dieser Katastrophe enorm sein", meint er. | Nach heftigen Unwettern sind im belgischen Esneux mehrere Menschen auf einem Campingplatz in Not geraten. Weil die Feuerwehr nicht helfen konnte, mussten Mitglieder eines lokalen Jet-Ski-Clubs ausrücken. Der Chef schildert von seinen Erfahrungen als Retter. |
20min-232 | Jüngst hat das Bundesamt für Gesundheit an mehreren Tagen keine Todesopfer vermeldet. Davor war das letztmals Anfang Oktober vorgekommen, ehe die zweite Welle das Land erfasste. "Es ist ein Meilenstein, dass wir aktuell erstmals seit Herbst Tage ohne Corona-Todesopfer haben", sagt Martin Ackermann, Chef der wissenschaftlichen Corona-Taskforce des Bundes, gegenüber der "SonntagsZeitung". Ein wichtiger Grund dafür sei die schnelle Entwicklung einer "hochwirksamen Impfung" gewesen. "Je mehr Menschen sich impfen lassen und je schneller wir uns impfen, umso schneller werden wir diese Krise hinter uns lassen können". Zudem befinden sich schweizweit immer weniger Corona-Patientinnen und -Patienten in Spitalpflege, auch auf den Intensivstationen geht deren Zahl zurück, wie die offiziellen Statistiken zeigen. "Die Situation insgesamt ist nicht mehr so schlimm wie vor ein paar Monaten", sagt Peter Steiger, stellvertretender Direktor des Instituts für Intensivmedizin am Universitätsspital Zürich. Auch am Berner Inselspital hat sich die Corona-Situation spürbar entspannt. Angefangen hat es am 12. Mai. Dies war der erste Tag im Jahr 2021, an dem kein einziger Mensch in der Schweiz aufgrund einer Corona-Infektion verstarb, wie die Zeitung weiter schreibt. Zuvor war dies letztmals Anfang Oktober vorgekommen, wie die BAG-Statistik zeigt. Danach überrollte die zweite Welle das Land mit vielen schwarzen Tagen, an denen 80, 90 und vereinzelt sogar über 100 Menschen starben. Damals überschritt die Schweiz die traurige Marke von 10"000 Corona-Toten. Die Schweiz befindet sich laut der "SonntagsZeitung" mittlerweile sogar in einer Phase, in der jede Woche in der Altersgruppe der über 65-Jährigen weniger Menschen sterben, als aufgrund der Statistik zu erwarten wäre. Diese Periode hat bereits im Februar begonnen und seither nicht aufgehört. Eine so lange und so ausgeprägte Untersterblichkeit hat es seit Jahren nicht mehr gegeben. | Immer häufiger vermeldet das Bundesamt für Gesundheit keine Todesopfer. Das ist letztmals im Oktober vorgekommen. Der Chef der wissenschaftlichen Corona-Taskforce des Bundes, Martin Ackermann, spricht von einem "Meilenstein". |
20min-233 | In der Nacht auf Mittwoch gab die amerikanische Recording Academy die Nominierungen für die 2021er Grammy Awards bekannt, die am 31. Januar auf dem US-Sender CBS ausgestrahlt werden. Überraschend: The Weeknd (30) ging komplett leer aus, obwohl er mit der Single "Blinding Lights" und der Platte "After Hours" grosse Hits gelandet hat. Wahrscheinlich auf die Kritik am Nominierungsverfahren, die in den vergangenen Jahren laut wurde, anspielend, postete der kanadische Musiker daraufhin auf seinen Socials: "Die Grammys bleiben korrupt. Ihr schuldet mir, meinen Fans und der Musikindustrie Transparenz "... Schnell machten Gerüchte die Runde, wonach The Weeknd absichtlich ausgeschlossen worden sei. Angeblich als Retourkutsche dafür, dass er durchboxen wollte, auch an den Grammys auftreten zu dürfen, obwohl er bereits für die Superbowl-Halbzeitshow eine Woche später gebucht ist und CBS, der beide Events live überträgt, eine Weeknd-Content-Doppelung habe verhindern wollen. In einem Statement dementierte Recording-Academy-Chef Harvey Mason Jr. diese Gerüchte: "Das Voting-Verfahren war schon lange durch, bevor The Weeknd für die Superbowl-Show angekündigt wurde. Sein Auftritt hätte den Nominierungsprozess also unmöglich beeinflussen können". Er ergänzt, dass sie den Kanadier gerne im Rahmen der Verleihung auftreten lassen hätten. Mit neun Nominierungen führt Beyoncé (39) das Feld der 63. Grammy Awards an. Taylor Swift (30), Dua Lipa (25) und Roddy Ricch (22) dürfen je sechsmal hoffen. BTS wurden zudem als erster K-Pop-Act überhaupt in einer der Hauptkategorien nominiert: Der Siebner aus Seoul hat die Chance auf den Grammy für den besten Popsong eines Duos/einer Gruppe für ihren englischsprachigen Hit "Dynamite". | Die 2021er Grammy-Nominierungen sind da. Beyoncé führt das Feld mit neun Nominierungen an. Für keinen der renommierten Musikpreise nominiert ist The Weeknd. Der Kanadier macht seinem Ärger auf Social Media Luft und bezeichnet die Grammys als "korrupt". Der Grammy-Chef wehrt sich gegen die Vorwürfe. |
20min-234 | Die fünf beleibten jungen Männer in ihren weiten schwarzen Sweatshirts tätscheln im Übungsraum ihre Bäuche und wedeln mit den Armen. "Hu-Ha!", rufen sie im Chor zu fröhlicher afrikanischer Trommelmusik. Es ist die Choreographie für ihren neuen Song, dessen Titel übersetzt etwa "Gute Plauze" lautet. Die Musiker Ding, Cass, Husky, Otter und Mr. 17 von der chinesischen Band Produce Pandas wiegen im Durchschnitt 100 Kilo und nennen sich stolz "die erste Plus-Size-Boyband in China". Die fünf bärtigen Burschen mit Doppelkinn wenden sich damit radikal ab, von einem industriellen Standard, wie ihn etwa südkoreanische Boygroups wie BTS repräsentieren. Deren schlaksige Mitglieder werden in China manchmal als "kleines Frischfleisch" bezeichnet. Für Produce Pandas scheint das Konzept aufzugehen. Die Band wurde durch eine Castingshow von iQiyi bekannt, einer der grössten Videoplattformen in China. "Wir fünf haben vielleicht nicht das Standard-Aussehen und die Standard-Figuren einer Boyband, aber wir hoffen, mit der Bezeichnung "Plus-Size-Band" das ästhetische Stereotyp zu durchbrechen", erklärt Cass in einem Interview. Die Bandmitglieder, von denen zwei früher in Bars auftraten, fallen in der von Jugendwahn geprägten Industrie auch durch ihr relativ fortgeschrittenes Alter auf. Die meisten ihrer Konkurrenten in der Talentshow hatten schon als Jugendliche mit einem speziellen Training nach südkoreanischem Vorbild angefangen. Dennoch waren es die Auftritte von Produce Pandas, die das Publikum begeisterten und eine Debatte darüber auslösten, wie ein Pop-Idol aussehen sollte. Doch es gab auch Gegenwind im Internet. Nutzer des chinesischen Mikroblogging-Diensts Weibo spotteten bitter über den Tanzstil der fünf und verglichen ihn mit einem Horrorfilm. Mr. 17, Haupttänzer der Band, war mit 31 Jahren der älteste Teilnehmer der Show. Entdeckt worden war er auf dem Videoportal Douyin, der chinesischen Version von Tiktok, wo er Clips von sich beim Tanzen im Schlafanzug oder mit einer Schüssel Reis in der Hand gepostet hatte. Sein Künstlername bezieht sich auf sein Lieblingsalter von 17. Er fühle sich nicht alt, sagt der ehemalige Mitarbeiter eines Mineralölkonzerns. Nach den Proben sei er aber ziemlich erschöpft gewesen, gibt er zu. Die fünf Musiker wurden aus mehr als 300 Bewerbern vom Label DMDF Entertainment ausgewählt, das eine Band aus rundlichen und zugleich sympathischen und mitreissenden Mitgliedern zusammenstellen wollte. Husky, der früher in der IT-Branche arbeitete, dachte, er würde perfekt passen, wie er sagt. Er sei schon seit der Grundschule mollig und habe mehrmals vergeblich versucht abzunehmen. "Oft trainiere ich einen Tag und ruhe mich dann die nächsten drei Tage aus, so dass ich im Ergebnis natürlich stattdessen zunehme". Jetzt gehe es darum, "fit zu bleiben und nicht abzunehmen". Auch Cass freut sich über den Vorteil, sich als Mitglied von Produce Pandas beim Essen nicht zurückhalten zu müssen. "Uns macht es nichts aus, Unmengen zu essen", erklärt er. "Mir tun die "Frischfleisch"-Bands leid, deren Mitglieder Diät halten müssen, um dünn zu bleiben. Ich fühle mich grossartig, wenn sie uns neidisch dabei zuschauen, wie wir reinhauen!" Band-Frontmann Ding hat seinen Job als Plus-Size-Model aufgegeben, als er von dem Casting für eine "XXL"-Boyband erfuhr. Er habe sich gesagt: "Näher komme ich nicht an die Chance heran, es auf die Titelseite eines Magazins zu schaffen", erzählt er. Aktuell arbeiten die Musiker an einem neuen Album. In einem der Songs singen sie übersetzt: "Sattele das Pferd und verwirkliche Deine Träume. Verschwende nicht Deine Zeit". Sänger Otter, der seit seiner Kindheit von der südkoreanischen Boyband Super Junior schwärmt, hat nach eigenen Worten nie damit gerechnet, einmal selbst Teil einer Band zu ein, die Menschen inspiriert. "Ich hoffe, die Menschen werden sich ermutigt fühlen, wenn sie sich unsere Auftritte ansehen", sagt er. "Sie können denken: Wenn Produce Pandas einen Durchbruch schaffen und auf einer grösseren Bühne auftreten können, warum dann nicht auch wir?" | Die chinesische Boyband "Produce Pandas" besteht aus vier jungen Männern, die alle um die 100 Kilo wiegen. Sie sind stolz auf ihre Pfunde und wollen ein Zeichen für Body Positivity setzen. Mit ihrer Musik treten sie gegen trainiertere und dünnere Boybands an, die in China "Frischfleisch" genannt werden. |
20min-235 | Beim Online Shopping sind oft die Bewertung anderer Kunden ausschlaggebend dafür, ob ein Produkt tatsächlich gekauft wird oder nicht. Daher ist es wichtig, dass sich Kunden auf diese Bewertungen verlassen können. Dass diese aber nicht immer wahrheitsgetreu sind, zeigt ein neuer Leak, den die Online-Plattform heise.de publik gemacht hat. Ein unbekannter Informant hat der Plattform Insider-Informationen zu solchen Bewertungs-Scams zukommen lassen. Darunter befanden sich 14"359 Screenshots, die Käufe verschiedenster Produkte auf Amazon genaustens abbildeten. Rund die Hälfte der Bilder belegte den Kauf eines Produktes, die andere Hälfte zeigte die Bewertung, die für dasselbe Produkt abgegeben wurde. Bei allen Bewertungen handelte es sich um 5-Stern-Bewertungen. Rasch wurde klar, was die Screenshots zeigten: eine Masche, die im Online-Handel bestens bekannt ist. Dabei kauft ein Kunde ganz offiziell ein Produkt und bewertet dieses mit der besten Wertung. Danach schickt er Screenshots des Kaufs und der Bewertung als Beweise an einen Vermittler, der ihm das Geld für den Kauf zurückbezahlt. Mit dem Deal sind alle Beteiligten zufrieden: Der Händler erhält eine Top-Bewertung und der Kunde ein Gratisprodukt. Ob die 5-Stern-Bewertung der Wahrheit entspricht, kann dem Käufer also egal sein. Solche Deals werden oft online über Plattformen wie Facebook oder Telegram abgeschlossen. Mithilfe von Bot-Programmen läuft dies meist ganz automatisch ab. Der Leak zeigt, dass über den Server, welcher vom Leaker benutzt wurde, monatlich rund 800 falsche Bewertungen fabriziert werden. Die Produkte, die bewertet wurden, kosteten oft weniger als 50 Euro. Ausserdem befinden sich alle dokumentierten Händler dieses Servers in China. Für den Kunden, der diesen Scam mitmacht, ist die Situation aber auch nicht gänzlich ungefährlich. So zeigen die Screenshots die Namen und die Adressen der Besteller unverschlüsselt und können also leicht eingesehen werden. Dies stellt ein grosses Sicherheitsrisiko dar. Solche Scams sind bei Amazon bekannt, und das Unternehmen nimmt immer wieder neue Schritte im Kampf gegen falsche Bewertungen vor. So gewann Amazon beispielsweise im Februar in Deutschland einen Rechtsstreit, bei welchem sich das Unternehmen bestätigen liess, dass es Händlern verbieten darf, den Kaufpreis von Produkten bei guten Bewertungen zurückzuerstatten. Ausserdem hat der Konzern erst vor kurzem rund 20"000 Bewertungen zu Produkten aus China von seiner Seite gelöscht. Denn sie waren allesamt von nur sieben Bewertern verfasst worden. | Je besser ein Produkt in einem Online-Markt bewertet wird, umso besser stehen die Chancen, dass es gekauft wird. Daher greifen Verkäufer manchmal zu drastischen Massnahmen. Sie bieten ihren Käufern an, den Produktepreis zurückzubezahlen, wenn eine gute Bewertung hinterlassen wird. Dies detailliert ein neuer Leak, der Screenshots Hunderter Amazon-Bestellungen zeigt. |
20min-236 | Am Dienstagmorgen ist die Golf-Legende Tiger Woods (45) im Süden von Los Angeles schwer mit seinem Auto verunfallt. Sein SUV überschlug sich mehrfach. Die Retter mussten Woods gar aus dem Wrack schneiden. Gemäss Medienberichten schlugen sie dafür mit einer Axt die Frontscheibe ein. Der US-Sportler war alleine in dem Fahrzeug unterwegs. Per Hubschrauber gefilmte Fernsehaufnahmen zeigten, wie das Auto auf der Seite lag und schwere Schäden vorne und hinten aufwies. Der Wagen befand sich demnach etwas abseits einer Strasse. Es sah so aus, als seien die Airbags ausgelöst worden. Der Polizist Carlos Gonzalez war als einer der Ersten am Unglücksort. Gegenüber US-amerikanischen Medien erzählt er: "Ich fragte ihn, wie er heisse. Er sagte: Ich bin Tiger". Heisst: Woods war also bei Bewusstsein. Aber: "Er konnte nicht ohne Hilfe stehen", so Retter Gonzalez. "Wir haben ihn auf eine Trage gelegt und ihm eine Halskrause angelegt". Wie erwähnt, überschlug sich das Auto von Woods mehrmals. Der Crash geschah auf dem Hawthorne Boulevard in Rancho Palos Verdes, rund 40 Kilometer südlich von Downtown Los Angeles. Andere Fahrzeuge waren nicht in den Unfall verwickelt. Weshalb er die Kontrolle über den SUV verlor, ist noch nicht geklärt. Laut der Polizei war Woods jedoch zu schnell unterwegs. Auch "TMZ" berichtet das. Gemäss des Mediums hatte Woods sein Hotel am Dienstag um kurz vor sieben Uhr morgens in grosser Eile verlassen, weil er viel zu spät dran war. Das ist gut möglich. Denn Tatsache ist, dass beim Aufprall des Autos die Airbags ausgelöst wurden. Im Innenraum des Autos sind insgesamt zehn Luftkissen installiert. Auch verfügt der SUV über ein Sicherheitssystem, dass den Fahrer vor einer Kollision oder vor dem Einschlafen warnt. Gonzalez wird von verschiedenen Medien wie folgt zitiert: "Der Gurt und die Bauweise seines Autos haben ihm wahrscheinlich das Leben gerettet". Der Golfstar wurde mit einer Halskrause und einem Brett zur Stützung seiner Wirbelsäule ins Krankenhaus transportiert, wo er wenig später operiert wurde. Anish Mahajan, der medizinische Leiter des Harbor-UCLA Medical Center, sagte, Woods rechtes Schienbein und Wadenbein seien mehrfach gebrochen. Während einer "langen chirurgischen Prozedur" sei das Schienbein mit einer Stange stabilisiert worden, ebenso Knöchel und Fuss. Bei dem langen operativen Eingriff am rechten Bein sei zudem Druck vom Muskel genommen worden. Mittlerweile ist Woods wieder wach und ansprechbar, der Golf-Star erholt sich in seinem Krankenzimmer. Woods danke den Sanitätern und freue sich für die Genesungswünsche, hiess es in einer Erklärung auf dem Twitter-Konto des Golfstars. Weitere Informationen über seinen Gesundheitszustand würden vorerst nicht veröffentlicht. Schwierig zu sagen. Der Unfall ist ein weiterer Rückschlag für Woods, der in den letzten zehn Jahren mit Verletzungen, selbstverschuldeten privaten Problemen und einer Festnahme wegen Fahrens unter Einfluss von Substanzen für Schlagzeilen sorgte. Heisst: Für den 45-jährigen Superstar des Golfs stellt sich nun nicht die Frage, wann er wieder an einem Turnier teilnehmen kann, sondern ob. So ist auch nicht klar, wie lange er in der Klinik bleiben muss. Für den Superstar geht es jetzt erstmals darum, wieder laufen zu können. Polizei und Feuerwehr berichteten bei einer Pressekonferenz davon, dass es bei Woods keine Anzeichen für den Einfluss von Alkohol, Drogen oder Medikamenten gegeben habe bei dem Vorfall auf einer steil abfallenden Strasse, auf der Unfälle häufiger vorkommen. Der Abschnitt in der noblen Gegend von Los Angeles sei bekannt für überhöhte Geschwindigkeiten. Erlaubt sind dort 45 Meilen pro Stunde (etwa 72 km/h). Das Wetter habe keine Rolle gespielt, bei dem Unfall nach 7.00 Uhr gab es bereits Tageslicht. Ex-US-Präsident Barack Obama wünschte Woods eine schnelle Genesung. "Wenn wir in all den Jahren etwas gelernt haben, dann, dass man Tiger nie aufgeben sollte", twitterte Obama. Sein Nachfolger Donald Trump, selbst ein begeisterter Golfer, liess über einen Sprecher ausrichten: "Erhole dich schnell, Tiger. Du bist ein wahrer Champion". Woods" frühere Lebensgefährtin, Ex-Ski-Star Lindsey Vonn, twitterte, sie bete für den 45-Jährigen. Der 45-Jährige ist einer der erfolgreichsten Golfspieler der Geschichte. Er gewann in seiner Karriere 15 Major-Turniere. Woods" Laufbahn hatte allerdings einen starken Einbruch erlebt, nachdem im Jahr 2009 ein Skandal um sein Privatleben für Riesenwirbel gesorgt hatte. Nahe seinem Haus im Bundesstaat Florida krachte Woods damals mit seinem Wagen gegen einen Baum und einen Hydranten. Zuvor soll er Streit mit seiner damaligen Frau Elin Nordegren gehabt haben. Woods gab wenig später Ehebruch zu, das Paar liess sich 2010 scheiden. Woods nahm damals eine Auszeit vom Profigolf. 2017 wurde Woods dann mitten in der Nacht von einer Polizeistreife schlafend am Steuer seines beschädigten Fahrzeugs vorgefunden. Er stand zu diesem Zeitpunkt unter dem Einfluss eines Medikamenten-Cocktails. Woods begab sich in stationäre Behandlung. Ab Januar 2018 legte er dann aber - trotz vier Rückenoperationen in den Vorjahren - ein überaus erfolgreiches Golf-Comeback hin. Im April 2019 gewann Woods zum fünften Mal die US Masters in Augusta. Erst kürzlich wurde er zum fünften Mal am Rücken operiert, weshalb er Zweifel äusserte, ob er 2021 wieder an den Masters in Augusta würde teilnehmen können. | Golf-Star Tiger Woods (45) hatte einen schweren Autounfall. Bei diesem verletzte er sich schwer. Mittlerweile ist er operiert worden. Auch ist er bei Bewusstsein. |
20min-237 | "Mehrere Anrufer meldeten heute Nachmittag der Einsatzzentrale ein Reh, das im Gotthelf-Quartier umherirrte", schreibt der Basler Kantonspolizist Raphael Schneider auf seiner Facebook-Seite. Das Tier habe sich auf einer Baustelle am Herrengrabenweg verirrt und sei von dort aus in eine Tiefgarage gelaufen. "Dass sich Wildtiere in die Stadt verirren, ist immer wieder ein Phänomen. Vor allem Rehe verlaufen sich häufiger, pro Jahr gibt es ungefähr eine Handvoll solcher Fälle", sagt Toprak Yerguz, Mediensprecher der Kantonspolizei Basel-Stadt. "Irgendwo treffen die zwei Welten der Tiere und Menschen ja aufeinander". Da das Gotthelf-Quartier nicht in der Nähe eines Waldes liege, sei es für das Tier schlicht unmöglich gewesen, allein zurückzufinden, weshalb die Polizei habe agieren müssen. Sichtungen von Wildtieren würden häufiger vorkommen, sagt Yerguz. "Vor allem in Gemeinden, die an einem Waldrand liegen, werden oft Wildtiere wie Rehe oder Wildschweine beobachtet. In den meisten Fällen muss man jedoch nicht eingreifen, da das Tier selbstständig zurück in den Wald findet". Gemeinsam mit dem Chef der Diensthundegruppe sowie den Verantwortlichen des Jagd- und Tierwesens habe die Polizei dank den genauen Beschreibungen der Anrufer das Reh gegen 14 Uhr in der Tiefgarage lokalisieren können. Der circa einjährige Rehbock schien gesund und unverletzt, jedoch etwas erschrocken, sagt Yerguz. "Der kleine Rehbock reagierte sehr verängstigt, als man ihn fixieren wollte. Die Polizei musste den Kleinen schliesslich in eine Ecke treiben, um ihn einzufangen". Mit einem Blasrohr wurde das Reh schliesslich betäubt und eingefangen, dabei wurde die Polizei von zwei Tierärzten des Veterinäramts unterstützt. Nachdem die Betäubung wirkte und das Tier eingeschlafen war, wurde es dank seines guten Gesundheitszustands noch am gleichen Nachmittag in einem Waldstück auf dem Bruderholz, einem Quartier in Basel, freigelassen. | Ein junger Rehbock hat sich am Dienstag im Basler Gotthelf-Quartier verlaufen. In einer Tiefgarage konnte er von der Polizei eingefangen werden. Der Rehbock schien gesund und unverletzt. Dank seines guten Gesundheitszustands konnte er noch am gleichen Nachmittag in einem Waldstück freigelassen werden. |
20min-238 | In den kommenden Tagen geht es los: Der Pharmahersteller Lonza erhielt kurz vor dem Jahreswechsel die Erlaubnis von Swissmedic, mit der Produktion des neuen Impfstoffs von Moderna zu beginnen. "Zurzeit laufen wichtige Vorbereitungsarbeiten im Hinblick auf das Hochfahren der Produktionsanlagen", sagt Lonza-Sprecher Mathias Forny gemäss der "SonntagsZeitung". "In wenigen Tagen wird dann mit der Produktion des Wirkstoffs im grossen Massstab begonnen", so Forny. 800"000 Dosen wollen die Walliser pro Tag herstellen. Das grüne Licht von Swissmedic für die Produktion ist ein wichtiges Zeichen. Hinter den Kulissen arbeitet die Behörde mit Hochdruck an der eigentlichen Zulassung des Impfstoffs von US-Entwickler Moderna. Bereits zugelassen und im Einsatz ist das Vakzin von Pfizer/Biontech. Dieses ist nur in sehr kleinen Mengen verfügbar. Recherchen der "SonntagsZeitung" zeigen, warum: Die Schweiz hat erst spät und in zu geringen Mengen bestellt. Das stösst auf Kritik: "Die Schweiz hat taktiert, indem sie bei den potenziellen Herstellern nur einen Bruchteil des effektiv benötigten Impfstoffes bestellt hat", sagt der Basler Gesundheitsexperte Andreas Faller, bis 2012 Vizedirektor des Bundesamts für Gesundheit (BAG). Dass die Schweiz im Vergleich zu Ländern wie Israel viel weniger Dosen zur Verfügung habe, sei das Resultat einer verfehlten Politik. Denn selbst wenn der Moderna-Impfstoff aus Visp VS in den kommenden Tagen zugelassen werden sollte, hat die Schweiz nicht genügend Dosen. | Die Produktion des Moderna-Impfstoffes dürfte in den nächsten Tagen im Wallis starten. Das Vakzin von Pfizer/Biontech wird bereits eingesetzt. Von beiden gibt es aber zu wenig, wie der ehemalige Vizedirektor des BAG kritisiert. |
20min-239 | Seit Wochen steht das Universitätsspital Zürich (USZ) wegen Ungereimtheiten von drei ihrer Spitzenmediziner in der Kritik. Nun ergreift es Sofortmassnahmen: eine Beurlaubung, eine kürzere Leine und einen Ruhestand. Der jüngste Fall, der über Medienberichte ans Licht kam, betrifft Francesco Maisano, den Direktor der Herzchirurgie am USZ. Ihm wird vorgeworfen, Implantate von Firmen verwendet zu haben, an denen er selber beteiligt ist und diese Interessenskonflikte nicht transparent gemacht zu haben. Zudem soll er Publikationen über den Einsatz neuartiger Implantate geschönt und der Zulassungsbehörde Swissmedic irreführende Angaben gemacht haben. In Fachartikeln habe er ausserdem verschwiegen, dass eine Patientin während der Operation wiederbelebt werden musste. Bereits am Dienstag kündigte die Universität an, diese Vorwürfe zu untersuchen. Nun wird Maisano für drei Wochen beurlaubt, wie das USZ am Mittwoch mitteilte. Ihm werde Zeit eingeräumt, um detailliert Stellung zu den Vorwürfen zu beziehen. Kritik gab es in den vergangenen Wochen auch am Direktor der Klinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie, Martin Rücker. Er soll systematisch Patientinnen und Patienten zur Behandlung an seine private Praxis überwiesen haben. Die USZ hat mit ihm nun vereinbart, dass er ab sofort nur noch am USZ Patienten behandeln darf. Der dritte Mediziner, der unrühmliche Bekanntheit erlangte, ist der Klinikdirektor Gynäkologie, Daniel Fink. Laut Operationsplänen schaffte er es offenbar, bis zu drei Patientinnen gleichzeitig zu operieren. Das USZ kündigte auch hier eine Untersuchung an. Fink wird das USZ nun aber nach über 30 Jahren verlassen, aus gesundheitlichen Gründen, wie das USZ weiter schreibt. Die Arbeitsmethoden der drei Mediziner riefen auch die Zürcher Politik auf den Plan. SP, Grüne und EVP kritisierten mit deutlichen Worten die Missstände am USZ. "Diese Professoren verletzten Standesregeln, wissenschaftliche Prinzipien und sogar Gesetze. Sie tun es, um finanziell zu profitieren. Sie tun dies zulasten der Öffentlichkeit, der Krankenkasse, der Steuer- und der Prämienzahlenden", schrieben sie Anfang Woche in einer gemeinsamen Mitteilung. Die Parteien orten ein "Systemversagen". Keine der vielen Aufsichtsebenen habe den "egoistischen Spitzenmedizinern" ernsthaften Widerstand entgegengesetzt. Alle hätten versagt, von der Spitalleitung über den Spitalrat und den Unirat, die Gesundheits- und die Bildungsdirektion bis hin zum Kantonsrat selber. | Der Leiter der Herzchirurgie des Zürcher Universitätsspitals (USZ) steht seit Tagen in der Kritik. Er soll Studien geschönt und Interessenskonflikte verheimlicht haben. Nun wurde er per sofort beurlaubt. |
20min-240 | Freitagabend. Ella und ich haben uns zum Feiern aufgemotzt.* Wir wollen an einen Keller-Rave in unserem Lieblingsclub, dem El Paso. Als wir ankommen, vibrieren bereits die leergetrunkenen Gin-Tonic-Gläser im Beat. Ella und ich schmeissen uns auf die Tanzfläche. "Die Party wird geil!", brülle ich in ihr Ohr. Dass es kaum Männer hat, ist mir egal. Schon lange will ich wissen, wie sich eine Frau anfühlt, ihre weichen Haare und die glatte Haut spüren, für die meine Heti-Freunde so schwärmen. Ich beginne, die Frauen um mich zu beobachten. Und auch die Frauen sehen her. Verstohlen sehen sie mir beim Tanzen zu, manche lächeln mich an. "Höhö, Ella, ich glaub die Frauen hier sind alle etwas horny!" Ella antwortet nur mit einem Augenzwinkern und einem Kopfnicken in Richtung Ecke. Dort schüttelt eine Mittzwanzigerin mit hübschem Gesicht ihren birnenförmigen Körper. Unsere Blicke treffen sich. Ich zwinkere ihr zu. Sie versteht den Wink und wenige Minuten später tanzen wir bereits Hüfte an Leiste. "Lass uns eine Zigi rauchen", sagt sie, nimmt mich an der Hand und zieht mich in Richtung Ausgang. Als sie vor mir auf der schmalen, steilen Treppe nach oben steigt, fasse ich ihr mit beiden Händen an den Hintern, den sie mir auf Augenhöhe entgegenstreckt. Ich habe noch nie den Po einer Frau angefasst. Etwas unbeholfen fahre ich mit meiner Handfläche und meinen Fingern ihren Rundungen nach. Als ob ich prüfen wollte, ob meine Luftmatratze genug Luft drin hat, drücke ich zu. Es funktioniert: Sie wirft mir über die Schulter ein neckisches Lächeln zu. "Wohnst du weit von hier?" Obwohl unsere WG am anderen Ende der Stadt liegt, antworte ich, "Nein, gar nicht. Ein paar Minütchen nur mit dem Taxi". Als sie mich reden hört, wird ihre Miene undeutbar. Sie wendet sich ab und beschleunigt ihren Schritt. Als wir draussen sind, fragt sie nach meinem Namen. "Ich heisse Lars, und du?" Sie schaut mich ungläubig an. Plötzlich sagt sie mit hysterischem Unterton: "Wie du redest. Du bist doch schwul! Geht ja gar nicht!" Während ich überlege, ob ich es abstreiten soll, marschiert sie zielstrebig zu ihren Kolleginnen. Ich folge ihr. "Was ist los mit dir?", sage ich in verständnisvollem - und wahrscheinlich "schwulem" - Tonfall. "Oh Gott, geh bitte weg!" Mir wird die Situation peinlich. Der rasante Wechsel vom heissen Tanzflirt zur kalten Abfuhr kratzt an meinem Ego. Ich flüchte zurück in den Keller und ignoriere für den Rest des Abends die Frauen dieser Welt. Im Taxi gehen Ella und ich meinen Abschlepp-Fail durch. "Findest du das jetzt homophob von ihr?", will Ella wissen. Nein. Ich finds nicht homophob, wenn eine Frau keinen Sex mit mir haben möchte. Aber die offensichtliche Ablehnung hat schon etwas weh getan. Vielleicht war sie einfach überfordert. Vielleicht fühlte sie sich auch hintergangen, weil ich nicht mit offenen Karten spielte. "Solltest du mal mit einer Frau im Bett landen, dann wahrscheinlich besser mit einer, die du schon etwas kennst. Und für die dein Schwulsein kein Abturner ist", meint Ella und drückt mir einen Kuss auf die Backe. Hach. Meine Mitbewohnerin ist einfach die beste Frau der Welt - zumindest im Moment noch.* Dieses Erlebnis hat vor dem Lockdown stattgefunden | Lars ist homosexuell und hatte noch nie eine sexuelle Begegnung mit einer Frau. Eine Nacht im Club soll das ändern. Im Club tanzt und flirtet er mit einer Frau. Diese durchschaut ihn aber sofort - und weist ihn in die Schranken. |
20min-241 | Ihr Zuhause ist ein Schulbus aus dem Jahr 2005: Chris, Tina und ihre beiden Kinder sowie Hund Dub wohnen bereits seit einigen Jahren in einem umgebauten Schulbus. "Wir wollten ein Zuhause, mit dem wir nicht nur reisen können, sondern das auch ganz nach unseren Wünschen gestaltet werden kann". sagt Mutter Tina in einem Interview mit dem Onlinemagazin "Apartment Therapy". "Es ging dabei aber natürlich nicht nur um Abenteuer. Wir wollten mit diesem Bus auch unsere Ausgaben minimieren. Wir wohnen nicht nur mietfrei, dank Solarpanels und einer Kompost-Toilette sind wir auch fast selbstversorgend", sagt Tina weiter. Tina betreut diverse Social-Media-Accounts von kleineren Unternehmen, ihr Mann Chris ist Online-Englischlehrer. Beide arbeiten aus dem Bus, die beiden Kinder werden ebenfalls zu Hause unterrichtet. Tina schreibt auch einen Blog und ein E-Book darüber, wie man bei so beengten Verhältnissen das meiste aus dem Platz rausholt. Immerhin lebt die Familie auf nur gerade 21,7 Quadratmetern. Zum Vergleich: In der Schweiz sind Wohnungen durchschnittlich knapp 100 Quadratmeter gross, die durchschnittliche Zimmergrösse liegt bei 27 Quadratmetern. "Besonders wichtig ist der Abstand. Wenn man auf so kleinem Raum lebt, dann muss man sich ganz bewusst eigene Räume schaffen. So ist unsere Schlafzimmertür aus massivem Holz, das auch viele Geräusche dämpft". sagt Tina. "Die wichtigste Frage beim Einrichten war aber eine andere: Wie gut verträgt dieses Teil das viele herumreisen? Wir brauchen stabile Möbel, stabiles Geschirr und so weiter". Das Lieblingsteil der Familie ist aber die Pflanzenwand im Bus. Sie ist vergleichsweise platzsparend und sorgt trotzdem für ein gemütlicheres Wohngefühl. "Die Pflanzen sind super. Wenn wir reisen, dann tauschen wir sie mit anderen Leuten oder verschenken diejenigen, die für die Wand einfach zu gross geworden sind", schreiben die beiden auf ihrer Website. In einem kleinen Bus zu leben ist nicht einfach. "Alte Gewohnheiten sterben nicht. Wir müssen uns ständig daran erinnern, dass wir auf so kleinem Raum leben und deswegen nicht die ganze Zeit irgendwelches Zeug anschleppen können - wir haben schlicht keinen Platz dafür. Es ist ein ewiger Kampf. Was mir hilft, sind Körbe: Ich nutze sie, um Kleinkram zu verstauen, und sie sehen immer noch hübsch aus. Tina und Chris wohnten schon vorher in einem vergleichsweise kleinen Haus und haben sich bereits dort Schritt für Schritt von vielen Habseligkeiten getrennt. So war der Übergang zu einem noch kleineren Lebensraum weniger ein Problem - den grössten Teil ihrer Habseligkeiten hatten sie bereits ein Jahr vor dem Auszug aussortiert. Tinas Geheimnis für einen erfolgreichen Wechsel ins Kleinsthaus-Leben ist aber ein anderes: "Wir haben ein geteiltes Badezimmer. Das Lavabo und alle meine Hygieneprodukte befinden sich auf der Rückseite der Schlafzimmertür, das WC und die Dusche auf der anderen Seite des Busses. Dass man auch noch Zähne putzen kann, während jemand duscht, hat den Umstieg viel leichter gemacht". | Chris und Tina, ihre Kinder Elijah und Rylee und Hund Dub leben in einem umgebauten Schulbus. Zusammen haben sie nur gerade 21,7 Quadratmeter Wohnfläche. Der Bus heisst "Skoolie" und wird ständig umgebaut. |
20min-242 | Nach dem Abgang von Vladimir Petkovic braucht der Schweizerische Fussballverband (SFV) bis Ende August einen neuen Nationaltrainer. Denn: Bereits im September geht es weiter mit der WM-Quali. Und so sucht der SFV erstmals seit acht Jahren einen neuen Coach. Es ist eine neue Aufgabe für den Präsidenten Dominique Blanc, den Direktor Pierluigi Tami sowie den Generalsekretär Robert Breiter. Sie alle mussten, seit sie ihr Amt inne haben, keinen neuen Nati-Trainer suchen. Die Frage, wen sie für dieses Amt auswählen, beschäftigt die Schweizer Fussball-Fans. Zu sehen ist das etwa bei der 20-Minuten-Community. Bei der Umfrage, wer Nachfolger von Petkovic werden soll, gaben über 33"000 Menschen ihre Stimme ab. Am meisten Stimmen bekam Ex-Weltmeister-Coach Jogi Löw, erhielt er doch 29 Prozent. Union-Coach Urs Fischer folgt dahinter mit 20 Prozent. Doch welche Namen sind noch im Umlauf? Wir geben eine Übersicht, wer es noch werden könnte. Beginnen wir bei dem Mann, der auf Platz zwei landete: Urs Fischer. Seit drei Jahren steht der Zürcher an der Seitenlinie von Union Berlin. Er tut das mit derart grossem Erfolg, dass er bei einigen Clubs Begehrlichkeiten weckt. Auch beim SFV, das ist kein Geheimnis. Aber auch wenn ein Grossteil der 20-Minuten-Community Fischer gerne als Nati-Coach sehen würde, wird das wohl nicht passieren. Einerseits verlängerte der 55-Jährige zuletzt seinen Vertrag bei Union vorzeitig bis 2023. Andererseits soll er gemäss dem "Kicker" dem SFV eine Absage erteilt haben. Nicht verwunderlich. Bereits im Interview mit "20 Minuten" sagte er zuletzt: "Nati-Trainer ist für mich zurzeit kein Thema". Kommen wir zum 61-jährigen Mann, den sich die 20-Minuten-Leserinnen und Leser sehnlichst wünschen. Jogi Löw, der Mann, der Deutschland 2014 zum Weltmeister-Titel führte. 29 Prozent wünschen sich den Deutschen als Nati-Coach. Klar ist: Diese Lösung wäre nahezu eine Sensation. Denn auch wenn er mit Deutschland zuletzt nicht zu überzeugen wusste, Löw ist ein Coach, der sein Handwerk versteht. Viele Fussball-Fans werden sich beispielsweise noch an den 7:1-Sieg der Deutschen an der WM 2014 gegen Brasilien erinnern. Ob es auch eine realistische Möglichkeit ist, einen Weltmeister-Trainer für die Nati zu gewinnen? Das wird sich zeigen. Ein Pluspunkt für die Schweiz: Der 61-Jährige wohnt im Raum Freiburg, unweit der Schweizer Grenze . Und Löw hat auch Erfahrung im Schweizer Fussball. Seine letzten drei Stationen als aktiver Profispieler waren Schaffhausen, Winterthur und Frauenfeld zwischen 1989 und 1995. Der 47-jährige Weiler hat viel Erfahrung. Er stand bei verschiedenen Clubs im Ausland unter Vertrag, arbeitete in Nürnberg, Anderlecht oder bei Al Ahly. Mit dem belgischen und dem ägyptischen Verein holte er jeweils den Meistertitel. Weiler ist ein moderner Coach mit viel Selbstvertrauen. Nicht immer kommt seine Art gut an. Mit dem FC Luzern hatte er keinen grossen Erfolg, die Beziehung hielt nicht lange. Viele 20-Minuten-Leserinnen und Leser wünschen sich den Ex-Dortmund-Coach Lucien Favre als Petkovic-Nachfolger. Doch auch wenn das der Wunsch von vielen ist: Es wird wohl nicht passieren. "Lucien Favre und ich haben in diesen Tagen viele Anfragen von Journalisten erhalten. Aber wie es Lucien bereits am letzten Freitag erklärt hat, wird er in diesem Sommer keine Mannschaft übernehmen - das gilt auch für die Schweizer Nationalmannschaft", führte sein Agent Payot anfangs Woche aus. Kommt der ganz grosse Name? Wie der "Blick" schreibt, befindet sich Arsène Wenger im Kreis der Favoriten. Wenger ist einer der erfahrensten Trainer in Europa. Der 71-Jährige trainierte 22 Jahre lang Arsenal. 2018 hörte er auf. Am Ende seiner Karriere stand er 828 Mal in der Premier League an der Linie, 208 Mal in der Champions League. Derzeit steht er bei der Fifa als Direktor für globale Fussballförderung unter Vertrag. Als Hitzfeld als Nati-Trainer aufhörte, wollte der SFV Koller als Coach haben. Doch der damalige Wunschkandidat sagte ab, erfüllte seinen Vertrag als Trainer von Österreich. Und jetzt? Nun die Lage, sie ist anders. Der 60-jährige Koller trainiert derzeit keinen Verein und hätte Zeit. Das Problem: Koller lässt einen ganz anderen Fussball als Petkovic spielen. Während der neue Bordeaux-Coach stets offensiv spielen liess, präferiert Koller einen eher defensiveren Fussball. Raphael Wicky ist Trainer bei Chicago Fire. Davor arbeitete der 44-Jährige als Basel-Coach, schaffte mit den Baslern eine grandiose Champions-League-Saison. Dann wurde er nach einem schwachen Saisonstart entlassen. Wicky steht aber für einen offensiven Fussball, der zur aktuellen Nati passen würde. Aber klar ist: Die Wahl des 44-Jährigen wäre eine Überraschung. Der 45-Jährige wäre die interne Lösung. Zuletzt führte der Tessiner die Schweizer U-21-Nati erstmals seit 2011 an eine EM-Runde. In dieser war zwar bereits nach der Vorrunde Schluss - einen guten Job machte er dennoch. Lustrinelli hat noch nicht viel Erfahrung als Coach, daher müssen sich die Verantwortlichen bei ihm wohl fragen: Ist er reif genug, um die Schweiz an einem Turnier zu coachen? Wie Lustrinelli wäre Pierluigi Tami eine interne Lösung. Klar, Tami ist der Nati-Direktor und daher eher unwahrscheinlich. Dennoch. Es kann natürlich sein, dass das Wahl-Gremium um SFV-Präsident Dominique Blanc, Direktor Fussballentwicklung Patrick Bruggmann, SFL-Vertreter Heinrich Schifferle und Tami findet, dass der 59-Jährige die beste Lösung ist für die Nachfolge Petkovics. Tami wäre schon nach Hitzfeld gerne Nati-Coach geworden. Das ist kein Geheimnis. Zudem spielten einige der aktuellen Nati-Stars bereits unter Tami in der U21. Sowohl Tami wie auch Lustrinelli wären auch kurzfristige Lösungen, um für die Qualifikation zur WM in Katar Ruhe zu haben. Nicht viele Trainer werden so kurz vor dem Saisonstart ihren Club verlassen für die Nati. Ja, auch in der Super League gibt es geeignete Kandidaten. Zum Beispiel Peter Zeidler (St. Gallen), Fabio Celestini (Luzern) oder Alain Geiger (Servette). Zeidler steht auf und neben dem Platz für etwas Mitreissendes. Celestini lässt sich seine Idee für offensiven Fussball nicht nehmen, zuletzt gewann er mit dem FCL den Schweizer Cup. Und Geiger? Der Mann geniesst derzeit eine grosse Akzeptanz und leistet bei Servette einen wunderbaren Job. Doch wie bereits erwähnt, ob ein Trainer nun nach dem ersten Spieltag der neuen Saison den Club für die Nati verlässt, ist fraglich. Wenn es einer dieser drei Männer wird, wären wohl viele Schweizer Fussball-Fans überrascht. Allesamt sind zwar verdiente Nati-Spieler, doch ist einer von ihnen bereit für den Job als Nationalmannschafts-Coach? Magnin konnte als Zürich-Coach nicht langfristig überzeugen. Alex Frei zeigt bei Wil, dass er sehr gut mit jungen Spielern arbeiten und sie stetig besser machen kann. Doch wie funktioniert seine Art und Weise mit Stars wie Granit Xhaka oder Xherdan Shaqiri? Murat Yakin zeigte als Basel-Coach gute Leistungen, führte den FCB in den Halbfinal der Europa League. In Moskau scheiterte er jedoch. Beim FC Schaffhausen zeigt Yakin einen soliden Job. | Vladimir Petkovic wird neuer Coach von Bordeaux. Heisst: Der Schweizerische Fussballverband muss nun einen neuen Coach suchen. Wer wird der Nachfolger des Tessiners? |
20min-243 | Fast durchgehend verbrachte Queen Elizabeth das vergangene Jahr auf Schloss Windsor. Nur selten nahm die Monarchin an offiziellen Terminen persönlich teil, war stattdessen virtuell anwesend. Am 28. Juni tritt sie nun erstmals seit Beginn der Corona-Pandemie eine längere Reise an - und zwar in den nördlichsten britischen Landesteil. Zu Feier schottischer Traditionen und Kultur startet in Edinburgh die sogenannte "Royal Week" (königliche Woche) - ausserhalb Schottlands auch "Holyrood Week" genannt. Die 95-Jährige wird in den kommenden vier Tagen Edinburgh, Glasgow und Stirling einen Besuch abstatten und zahlreiche "Wohltätigkeitsorganisationen und Kulturinstitutionen besuchen, die sich auf die Förderung von Bildung, Technologie und die Bekämpfung des Klimawandel fokussieren", wie der Buckingham-Palast vorab mitteilte. Während ihres Aufenthalts wohnt die Königin in ihrem offiziellen Anwesen in der schottischen Hauptstadt, dem Holyrood-Palast. Das genaue Programm wollte der britische Hof allerdings nicht vorab bekanntgeben, um Menschenansammlungen zu vermeiden. Für die Monarchin ist die Reise etwas Besonderes. Mit Schottland verbindet die Queen nicht nur ihre jährlichen Sommerferien, die sie mit ihrem im April verstorbenen Ehemann Prinz Philip stets auf Schloss Balmoral in den Highlands verbrachte, sie "hat auch fast jede schottische Region besucht - von den Äusseren Hebriden, einer Inselkette im Atlantik, bis Dumfries an der Grenze zu England im Süden - und dabei Schottinnen und Schotten aus allen Gesellschaftsschichten getroffen", so der Buckingham-Palast in einem kürzlich geposteten Tweet. Ganz alleine wird die Monarchin in dieser Woche aber nicht touren. Am ersten Tag begleitet sie ihr Enkel Prinz William, der in Schottland den offiziellen Titel Earl of Strathearn trägt. Die beiden besuchten am Vormittag das Unternehmen A.G Barr in Cumbernauld, wo die Königin unter anderem eine neue Anlage eröffnete. Der 38-Jährige reist anschliessend zurück nach London, wo er am 1. Juli an der Seite seines Bruders Prinz Harry (36) die Diana-Statue im Sunken Garden des Kensington-Palastes einweihen wird. Am selben Tag bekommt die Königin dafür Unterstützung von ihrer Tochter Prinzessin Anne (70). Im königlichen Kalender ist die "Royal Week" ein fester Bestandteil und findet jährlich zwischen Ende Juni und Anfang Juli statt. Normalerweise gibt die Königin in dieser Zeit auch einen Empfang für mehrere tausende Menschen im Holyrood-Palast, um sie für ihren Einsatz in der Gesellschaft zu würdigen. Ebenso würden auch weitere Regionen des Landes besucht werden. Doch aufgrund der anhaltenden Corona-Beschränkungen wurde das Programm deutlich ausgedünnt. Im letzten Jahr musste der Besuch der Queen abgesagt werden. Als Vertretung reiste Prinz William an, der wegen Corona in diesem Jahr zum zweiten Mal infolge den Titel Lord High Commissioner in Schottland innehat. Eine Position, die normalerweise alle zwölf Monate neu vergeben wird. Auf der Website der Regierung heisst es: "Prinz William nimmt im Namen des Souveräns an der Generalversammlung der Church of Scotland teil. Er hält die Eröffnungs- und Schlussrede vor der Versammlung und übt als Lord High Commissioner eine Reihe von offiziellen Funktionen aus". | Am 28. Juni startet für Queen Elizabeth die jährliche "Royal Week" in Schottland. Die 95-Jährige nimmt in den kommenden vier Tagen Termine in Edinburgh, Glasgow und Stirling wahr. Begleitet wird sie von ihrem Enkelsohn, Prinz William, und ihrer Tochter, Prinzessin Anne (70). Es ist die erste längere Reise für die Monarchin seit Beginn der Corona-Pandemie. 2020 übernahm der 38-jährige Prinz William als Lord High Commissioner in Schottland die Agenda der Königin. |
20min-244 | Luca, ist deine neue Single "Durch die Nacht" eine Hommage an das Nachtleben, das gerade auf Eis liegt? Der Song funktioniert natürlich auch super im Ausgang, aber was ich persönlich damit rüberbringen wollte, ist das Gefühl, einfach wieder rausgehen zu wollen, frei zu sein. Für manche bedeutet das, im Restaurant schön essen zu gehen, für andere im Club zu feiern. Wann bist du das letzte Mal bei Morgengrauen aus einem Club getorkelt? Tatsächlich mit 18 oder so, also schon länger her - jesses, schon fast zehn Jahre! Das waren noch Zeiten, als man sich darauf einstellen musste, nach dem Ausgang erst wieder mit dem ersten Morgenzug nachhause zu fahren. Wie stehts mit Aftershow-Partys? Etwa vor vier Jahren an den Echo Awards habe ich meine schlimmste Aftershow-Party aller Zeiten erlebt. Dort haben wir so richtig gefeiert - und der Flieger ging danach schon um acht Uhr morgens los. Das würde ich mir heutzutage nicht mehr zutrauen (lacht). Wieso? So alt bist du mit deinen 26 also noch nicht. Ich bin einfach nicht so der klassische Club-Gänger, obwohl ich sehr gerne tanze. Was ich aber mittlerweile super finde: Im Sommer am Nachmittag zu feiern. Es ist schön warm, man kann draussen sein, Musik machen, Fleisch auf den Grill schmeissen - das ist mehr mein Ding. Und am Abend kann man trotzdem beizeiten ins Bett gehen und ist am nächsten Tag wieder zwäg! Die Idee zum Track kam dir mitten in der Nacht an einem Küchentisch. Hast du häufig in solch scheinbar banalen Situationen kreative Einfälle? Nein, das war sogar das erste Mal, dass mir ein Song so zugeflogen ist. Ich habe mir Instrumentals des Produzenten-Teams Sunlike Brothers angehört und hatte bei einem Track sofort eine Melodie im Kopf - das passiert eigentlich recht selten. Ich habe sie dann aufgenommen, noch schnell meine Freundin für ein knackiges "Ladidada" eingespannt und schon war das Demo fertig. Stammen die Background-Vocals auf dem Song also von deiner Freundin Christina Luft? Jein. Wir haben ihre Stimme dann wieder gemutet und jemand anderen das "Ladidada" einsingen lassen. Christina kann wirklich vieles, aber singen gehört nicht dazu. Sie machts aber gern und das ist auch gut so: Wenn wir zum Beispiel zusammen Auto fahren, ist russische Party angesagt. Sie hört russische Musik und ich verstehe zwar nichts, singe aber trotzdem immer mit ihr mit.Im Video zu "Durch die Nacht" tanzt du eng mit einer anderen Frau, die ausnahmsweise mal nicht deine Liebste ist. Spielt Eifersucht bei euch eine Rolle?Nein, so wie sie jobmässig als Profitänzerin mit anderen Leuten tanzt, mache ich das in meinen Videos oder Auftritten. Natürlich mit gesundem Menschenverstand, so dass es dann im Endeffekt einfach schön aussieht. Und schlussendlich wissen wir ja, dass wir uns beide fest lieben und glücklich miteinander sind. Es ist dann mehr so, dass sie mich anspornt, meine Tanzschritte richtig auszuführen - und wehe ich mache dabei einen Fehler! | Luca Hänni hat gerade seine neue Single "Durch die Nacht" releast. Vor drei Wochen erst hat er "Wo warst du", einen Liebessong für seine Freundin Christina Luft, veröffentlicht. Wir haben mit dem Berner Sänger über seine neue Single und die schlimmste Aftershow-Party seines Lebens gesprochen. |
20min-245 | Auf dem Areal der Schule Tscharnergut kam es am letzten Donnerstag zu einem Polizeieinsatz. Anlass war ein Leichenfund: Am frühen Morgen sei eine verstorbene Person auf dem Spielplatz neben dem Rasenfeld entdeckt worden, heisst es in einem Brief der Schulleitung an die Eltern, der 20 Minuten vorliegt. Für die Ermittlungen der Polizei wurden einige Bereiche des Schulhausareals abgesperrt. Wenig überraschend bekamen auch Schülerinnen und Schüler die Leiche zu Gesicht. "Das Care Team des Kantons Bern war heute Morgen vor Ort und kümmerte sich um die Kinder und Mitarbeitenden, die die verstorbene Person gesehen haben", schreibt die Schulleitung. Sie weist daraufhin, dass betroffene Kinder womöglich mit ihren Eltern über den Zwischenfall sprechen möchten. Diesen wird angeboten, sich bei Fragen an die Schule oder die Erziehungsberatung zu wenden. Für ein Kind sei der Fund einer Leiche zunächst einmal etwas Irritierendes und Verstörendes, erklärt der Kinder- und Jugendpsychologe Philipp Ramming: "Es kommt nicht draus und erschreckt vielleicht im ersten Moment". Im weiteren Verlauf würden sich die Kleinen stark an der Reaktion der Erwachsenen orientieren. "Verfallen diese in Panik, strahlt das auf die Kinder aus". Umso wichtiger sei, dass die Eltern ihnen zuhören, sie beruhigen und helfen, den Vorfall einzuordnen. "Wenn das Kind nach einer Weile noch immer vom Erlebten geplagt wird, ist es wichtig, auf professionelle Hilfe zurückzugreifen", sagt Ramming. Hier komme dann die im Brief erwähnte Erziehungsberatung ins Spiel. Für Extremfälle wie dem vorliegenden verfügen Schulen über ein Notfallkonzept: Die Kinder werden vom Schauplatz abgeschirmt, ein Care-Team betreut sie, die Eltern werden informiert. Bei der psychologischen Betreuung durch Lehrkräfte und das Care-Team werden die Kinder laut Ramming für gewöhnlich in Gruppen unterteilt: Etwa in direkt Betroffene, welche die verstorbene Person gesehen haben, und indirekt Betroffene, denen der Vorfall lediglich zugetragen wurde. Auch vorbelastete Kinder, in deren Familie bereits jemand verstorben ist oder die sich in einer schwierigen Phase befinden, bräuchten in der Regel eine intensivere Betreuung. "Sie verfügen über weniger Ressourcen, um mit der Situation umzugehen". Weder die Schule Tscharnergut noch die die Kantonspolizei wollten das Ereignis auf Anfrage kommentieren. Es dürfte sich demnach um einen Suizid handeln. | Auf dem Spielplatz der Schule Tscharnergut wurde am Donnerstag eine tote Person entdeckt. Die Polizei war vor Ort. Ein Care Team kümmerte sich um Kinder und Mitarbeitende. Für die Eltern sei wichtig, ihren Kindern nach solch einem Ereignis zuzuhören, sagt ein Kinderpsychologe. |
20min-246 | Mit seinem Gesetz zur Einschränkung von Informationen über Homosexualität hat Ungarn beim EU-Gipfel massive Kritik auf sich gezogen. Zahlreiche Staats- und Regierungschefs gingen den ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orban am Donnerstag hart an. Der niederländische Regierungschef Mark Rutte stellte sogar die Mitgliedschaft Ungarns in der Europäischen Union in Frage. "Diesmal geht es zu weit", sagte Rutte nach Angaben aus EU-Kreisen in der rund zweistündigen und zum Teil "emotional" geführten Debatte zu Orban. Er rief den ungarischen Regierungschef auf, wie Grossbritannien ein Austrittsverfahren nach Artikel 50 des EU-Vertrags einzuleiten, "wenn er die europäischen Werte nicht achten wolle". Gegenüber einem Journalisten sagte er gar, wenn Ungarn so weiter mache, habe das Land "in der Europäischen Union nichts mehr zu suchen". Eigene Mittel zum Rauswurf eines missliebigen Mitgliedstaats hat die EU nicht, erörtert wurde aber ein möglicher Zahlungsstopp an Ungarn. Scharf ging auch der luxemburgische Ministerpräsident Xavier Bettel mit Orban ins Gericht. Bettel lebt selbst offen schwul und ist mit seinem Partner seit 2015 verheiratet. "Du hast eine rote Linie überschritten", sagte er nach Angaben aus EU-Kreisen zu Orban. "Das ist nicht das Europa, in dem ich leben möchte". Und der luxemburgische Aussenminister Jean Asselborn meinte, bei Orban sei "Hopfen und Malz verloren". Man müsse ihm klare Grenzen aufzeigen. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hatte das Gesetz am Mittwoch als "Schande" bezeichnet. Ihre Behörde will demnach mit allen ihr zur Verfügung stehenden rechtlichen Mitteln dagegen vorgehen. "Das war keine diplomatische Diskussion, das war ziemlich konfrontativ", sagte Belgiens Ministerpräsident Alexander De Croo. Er habe eine derartige Auseinandersetzung bei einem EU-Gipfel noch nicht erlebt. Lediglich Polen habe Ungarn unterstützt und Slowenien "ein wenig". Die EU-Kommission habe ihrerseits klargemacht, "dass sie ein Vertragsverletzungsverfahren starten wird", sagte De Croo weiter. Dieses kann bis zu einer Klage vor dem Europäischen Gerichtshof führen. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und 15 weitere Staats- und Regierungschefs hatten vor dem Gipfel in einem Brief an die Spitzen der EU ihre Besorgnis über die Bedrohung von Grundrechten und Diskriminierung sexueller Minderheiten deutlich gemacht. Orban selbst lehnte es bei dem Gipfel ab, das Gesetz gegen "Werbung" für Homo- und Transsexualität zurückzuziehen. Er betonte, die vor rund zehn Tagen vom Parlament verabschiedete Neuregelung richte sich gar nicht gegen Homosexuelle. Vielmehr gebe sie Eltern lediglich das "exklusive Recht auf die Sexualerziehung ihrer Kinder". Das Gesetz verbietet etwa Bildungsprogramme zu Homosexualität oder Werbung von Grossunternehmen, die sich mit Schwulen oder Lesben solidarisch erklären. Auch Aufklärungsbücher zu dem Thema sind demnach untersagt. Offizielles Ziel ist der Schutz von Minderjährigen. Der ungarische Präsident Janos Ader hat die umstrittene Vorlage inzwischen unterzeichnet, sie tritt nach Veröffentlichung im Amtsblatt voraussichtlich im Juli in Kraft. Xavier Bettel sagte dazu, wer glaube, dass jemand wegen einer Werbung, eines Buches oder eines Films schwul geworden sei, "verstehe das Leben nicht". Beim Thema Grundrechte liegt Ungarn schon seit Jahren mit der EU im Clinch: Dabei geht es unter anderem um das Vorgehen der Regierung in Budapest gegen kritische Medien. Gegen das Land läuft deshalb ein Strafverfahren, das bis zum Entzug der Stimmrechte auf EU-Ebene führen kann. Bisher fehlte aber eine ausreichende Mehrheit unter den Mitgliedstaaten, um dies einzuleiten. | Am EU-Gipfel in Brüssel gingen viele Politiker mit Ungarns Staatschef Viktor Orban hart ins Gericht. Im Raum stehen auch Sanktionen gegen das Land. Grund ist ein umstrittenes neues Gesetz, das unter anderem "Werbung" für Homosexualität verbietet. |
20min-247 | Herr von Andrian*, der Bund greift der SBB mit zusätzlichen 550 Millionen Franken unter die Arme. Was sagen Sie dazu?So etwas habe ich erwartet. Während des Lockdown hatte die SBB bis zu 90 Prozent weniger Fahrgäste. Daher brachen die Fahrgeldeinnahmen stark ein. Gleichzeitig bleiben die Ausgaben etwa für den organisatorischen, betrieblichen und technischen Aufwand fast unverändert. Das alles kann man nicht einfach von heute auf morgen herunterfahren. Kein Wunder, dass die flüssigen Mittel fehlen. Wie schlimm ist die Situation für die SBB?Für die SBB ist das sehr unangenehm. Die Situation hat nun Massnahmen des Bundes erfordert, was mich wie gesagt überhaupt nicht überrascht. Aber die SBB gehört dem Bund und hat sozusagen Staatsgarantie. Kann denn die SBB als Staatsbetrieb pleitegehen?Die SBB gehört zwar dem Bund. An der Buchhaltung des Unternehmens ändert sich aber nichts - ausser dass der Bund als Eigentümer jetzt Geld zusichern muss. Kann die SBB nicht einfach sparen?Die SBB hat keinen grossen unternehmerischen Spielraum. Airlines können ihre Flieger grounden oder Leasingverträge auflösen. Die SBB muss aber ihre gesetzlich vorgeschriebenen Leistungen erbringen und hat Aufträge vom Bund und von den Kantonen. Sie kann daher nicht einfach Züge verkaufen, Preise erhöhen oder den Fahrplan stark herunterfahren. Daher muss der Bund zwangsläufig finanziell einspringen. Was passiert, wenn die Einnahmen weiter tief sind?Wenn keine Einnahmen hereinkommen und die Passagierfrequenzen längerfristig niedrig bleiben, müssen allenfalls die Ticketpreise erhöht oder das Angebot eingeschränkt werden, was umweltpolitisch nicht erwünscht ist. Aber letztlich muss die Politik über solche Massnahmen entscheiden. Hat Maskenpflicht auch damit etwas zu tun, um die SBB wieder besser auszulasten?In den letzten Tagen tauchten viele Infektionsherde auf. Masken zu tragen im öffentlichen Verkehr, ist daher sinnvoll. Das gibt den Leuten mehr Sicherheit, nicht angesteckt zu werden, und schafft Vertrauen. Letztlich kann das helfen, wieder mehr Passagiere anzulocken. *Walter von Andrian ist Chefredaktor der "Schweizer Eisenbahn-Revue". | Der Bund unterstützt die SBB mit zusätzlichen 550 Millionen Franken. Damit will der Bundesrat die Zahlungsunfähigkeit des Unternehmens vermeiden. Walter von Andrian, Bahnexperte und Chefredaktor der "Schweizer Eisenbahn-Revue", hat die Rettung durch den Bund kommen sehen. |
20min-248 | Ex-FCB-Star Zdravko Kuzmanovic hat eine klare Meinung. Zum ehemaligen Basel-Coach Ciriaco Sforza beispielsweise. Zu der internen Kritik gegen Valentin Stocker. Oder auch zum Knatsch zwischen Boss Bernhard Burgener und David Degen. Der 33-Jährige war am Montagabend zu Gast im Talk bei Telebasel - und er ereiferte sich zu eben all diesen Themen. Zunächst sprach er im Gespräch mit Basel-Legende Erni Maissen über Sforza. Der 55-Jährige, der vor ein paar Wochen bei den Baslern entlassen und durch Patrick Rahmen ersetzt worden ist, war an der Seitenlinie ein lauter Coach. Immer wieder schrie er Anweisungen aufs Feld, wies die Spieler an, was sie zu machen hätten. Kuzmanovic mag ein solches Coaching nicht. "Ich hätte ein riesiges Problem gehabt, wenn der Trainer immer rum geschrien hätte", so der Ex-Fussballer beispielsweise. Und: "Wenn aber immer Anweisungen kommen von der Seitenlinie, das geht doch nicht. Ein Spieler hat auch manchmal eigene Ideen. Ich wäre damit wirklich nicht zurecht gekommen". Auch zur Posse um Valentin Stocker hat Kuzmanovic etwas zu sagen. Wie Vali öffentlich gedemütigt worden sei, das gehe gar nicht, so der 33-Jährige. "Ich bin schockiert gewesen. Ein Club darf einen eigenen Spieler nie so kaputt machen. Ich weiss nicht, ob ich als Spieler auch so ruhig geblieben wäre wie er", gibt er weiter zu. "Ein grosses Kompliment an Vali. Er hat nie gegen den Trainer gespielt. Ich kenne den Vali, habe lange mit ihm zusammengespielt. Das würde er nie, nie machen!" Und was meint der Ex-Fussballer zum Streit um die Aktienmehrheit an der FC Basel Holding AG zwischen Bernhard Burgener und David Degen? "Ich finde: Mit David wird es sicher nicht besser", ist seine Meinung zum Disput, der sich am 11. Mai entscheiden könnte. Dann findet im Zivilgericht Basel-Stadt der Termin für die Verhandlung im vorsorglichen Massnahmeverfahren in Sachen David Degen gegen Bernhard Burgener statt. Coronabedingt werden bei der eigentlich öffentlichen Verhandlung keine Zuschauer zugelassen. Doch rund 20 Journalisten haben sich bereits für den Termin akkreditiert - auch darum findet die Verhandlung nicht im Gericht sondern in den Räumlichkeiten der Messe Basel statt. Kuzmanovic glaubt, dass Degen dem Club mit seiner mangelnden Erfahrung nicht helfen könne. "Wenn er den FCB jetzt übernehmen würde, dann wäre immer noch Chaos - oder sogar mehr". | Zdravko Kuzmanovic spricht über Sforza, Burgener, Degen und Stocker. "Ein Club darf einen eigenen Spieler nie so kaputt machen. Ich weiss nicht, ob ich als Spieler auch so ruhig geblieben wäre wie er", sagt er beispielsweise. Der Machtkampf zwischen Degen und Burgener entscheidet sich wohl am 11. Mai. Dann ist der Gerichtstermin. |
20min-249 | In der Sendung Mattino Cinque wurden zum ersten Mal Bilder aus dem Inneren des Hauses von Peter Neumair und Laura Perselli veröffentlicht. Das Lehrer-Paar aus Bozen wohnte mit Sohn Benno zusammen. Dieser tötete am Abend des 4. Januar seine Eltern und entsorgte Stunden später die Leichen in der Etsch. Er ist geständig. Die Tat hat sich beim Eingang zum Wohnzimmer zugetragen. Die italienischen Ermittler hatten dafür schon zu Beginn der Untersuchungen einen klaren Hinweis entdeckt. Auf dem Schwarz-Weiss-Foto ist ein Teil des Wohnzimmerbodens zu sehen, auf dem die Ermittler DNA-Spuren von Peter und Benno Neumair fanden. Doch besonders aufgefallen war ihnen, dass die Fugen zwischen den Fliessen sehr hell waren, während sie wenige Zentimeter davon entfernt (das sieht man links auf dem obigen Bild) dunkler waren. Tatsächlich hatte Benno nach der Tötung seiner Eltern den Fussboden gereinigt, um die Blutflecken komplett verschwinden zu lassen. Zu diesem Zweck hatte er bereits zuvor einen Fünf-Liter-Kanister Wasserstoffperoxid und zwei neue Mopps besorgt. Er wusch die rund zwei Quadratmeter grosse Stelle so intensiv, dass die Fugen viel sauberer aussahen als im Rest des Zimmers. Als die Polizei ihn dazu befragte, gab Benno Neumair zunächst an, der Hund habe sich übergeben. Letzten Donnerstag wurde die Autopsie an der Leiche von Peter Neumair durchgeführt. Der leblose Körper war zwei Tage zuvor am Ufer der Etsch bei Trient entdeckt worden. Die Staatsanwaltschaft von Bozen beauftragte den renommierten Forensiker Dario Raniero von der Uni Verona mit der Obduktion der Leiche. Raniero hatte schon die Autopsie an der Leiche von Laura Perselli durchgeführt und Würgespuren am Hals der Toten entdeckt. Im Fall von Peter Neumair lässt sich das laut Rai News nicht klar bestimmen. Die Leiche war mehr als 100 Tage im Wasser gelegen, das Gewebe ist stark verwest. Für Pathologe Rainero sei es darum kaum möglich, präzise Anzeichen von Strangulationsverletzungen zu erkennen. Damit lässt sich die Version des Sohnes, wonach er seinen Vater ebenfalls mit einem Kletterseil erwürgte, bislang nicht bestätigen. | Erstmals wurden Bilder des Tatorts beim Tötungsdelikt von Peter Neumair und Laura Perselli publik gemacht. Das Lehrer-Paar war am 4. Januar vom gemeinsamen Sohn Benno getötet worden. Der 30-Jährige ist geständig. Am 29. April wurde die Autopsie an der Leiche von Peter Neumair durchgeführt. |
20min-250 | Der erste Unfall ereignete sich kurz nach 8.45 Uhr. Ein Autofahrer war auf der linken Fahrspur auf der Autobahn A14 von Zug Richtung Luzern unterwegs. Vor dem Rathausentunnel wurde die Frontscheibe des Fahrzeugs von einem herunterfallenden Block aus Schnee und Eis getroffen. Dieser fiel vom Dach eines Lieferwagens, der ebenfalls auf der linken Fahrspur in die Gegenrichtung von Luzern Richtung Zug unterwegs war. Der Schnee-/Eisblock durchschlug die Frontscheibe des Autos, wobei der Autofahrer leicht verletzt wurde, wie die Luzerner Polizei in einer Mitteilung schreibt. Nötigenfalls werde sich der Fahrer in ärztliche Behandlung begeben, heisst es weiter. Der Fahrer des Lieferwagens fuhr weiter, konnte aber im Nachgang ermittelt werden. Ein weiterer Unfall ereignete sich kurze Zeit später. Ein Autofahrer war auf dem linken Fahrstreifen Richtung Rathausentunnel unterwegs und bemerkte zu spät ein Auto, das vor ihm zum Stehen kam. Er bremste sein Fahrzeug ab und wechselte auf die rechte Spur, wobei er gegen die Heckecke eines Autos prallte. Bei diesem Unfall verletzten sich beide Fahrzeuglenker und wurden durch den Rettungsdienst 144 ins Spital gefahren. Alle drei Fahrzeuge mussten abtransportiert werden. Die Fahrbahn wurde durch eine Putzmaschine des Zentras gereinigt. Es entstand ein Sachschaden von rund 42"000 Franken bei den beiden Unfällen. Die Unfälle führten zu Rückstau auf der Autobahn A14. Die Autobahneinfahrt in Buchrain Richtung Luzern wurde zudem zeitweise gesperrt. Kurz nach 10 Uhr war die Unfallstelle geräumt und die Autobahn wieder normal befahrbar. | Die Frontscheibe eines Autos wurde am Morgen auf der Autobahn A14 von einem Block aus Schnee und Eis getroffen. Der Fahrer wurde leicht verletzt. Bei einem weiteren Unfall mit zwei involvierten Fahrzeugen wurden beide Fahrer verletzt. Es kam zu Rückstau auf der Autobahn A14 von Zug Richtung Luzern. |
20min-251 | Lockdown, Homeoffice, Schutzkonzepte - die Corona-Krise hat den Detailhandel radikal verändert. Hart getroffen wurden vor allem die Non-Food-Läden im stationären Handel. Profitiert haben dagegen die Lebensmittelbranche und das Onlinegeschäft. So legte etwa der Coop-Onlinehandel im Corona-Jahr um ein Drittel zu. "Die Pandemie ist ein Beschleuniger von Trends wie der Digitalisierung. Das ist eine positive Nachricht für junge Leute, die gerne shoppen gehen", sagt Credit-Suisse-Chefökonom Oliver Adler bei der Vorstellung der Detailhandels-Studie Retail Outlook 2021. Zwar konnte nicht jeder Onliner zulegen. So musste etwa Zalando laut den Studienautoren im vergangenen Jahr einen Umsatzrückgang hinnehmen. Sie erklären das mit dem reduzierten Bedarf an Kleidern und Schuhen im Lockdown, wenn die Leute im Homeoffice arbeiten und abends nicht mehr ausgehen können. Nach der Krise wird 2021 "das Jahr des Neustarts für den Detailhandel", sagt Martin Hotz von der Beratungsagentur Fuhrer & Hotz, der ebenfalls an der Studie mitwirkte. Die Studienautoren machen mehrere Trends aus, wie Corona das Einkaufen verändert, darunter folgende: Während des Lockdowns brachen die Fussgängerfrequenzen in den Städten um bis zu 80 Prozent und in ländlichen Gebieten um bis zu 60 Prozent ein. Weil viele Leute auch nach der Krise im Homeoffice arbeiten könnten, werde der Onlinehandel noch stärker zunehmen. So würden die Leute, die im Lockdown Kleider und Schuhe online gekauft haben, auch nach der Krise über diesen Kanal einkaufen. Viele Händler prüften deshalb auch eine Optimierung des Filialnetze. Ob es zu vielen Filialschliessungen kommt, konnten die Autoren allerdings nicht sagen. Die Händler haben laut den Studienautoren zahlreiche Massnahmen zum Schutz der Kunden und Angestellten getroffen, die auch nach der Krise zu sehen sein werden. Dazu gehören etwa kontaktlose Bezahllösungen. Manch ein Shop habe gar ein ganzheitliches Safe-Store-Konzept erstellt und etwa eine Waschstrasse für Einkaufswagen aufgebaut oder biete via App reservierbare Einkaufstermine an. Mit dem Onlinetrend steigen auch die Aktivitäten der Händler, den stationären Handel mit dem Onlineshop zu verzahnen. So werden etwa mehr Abholstationen eröffnet. In den Läden werde es nur noch wenig Auswahl geben, der Rest ist online erhältlich. Immer mehr Händler nutzen zudem Kanäle wie Instagram oder Whatsapp, um ihre Kunden zu erreichen und bieten etwa Live-Streams aus dem Shop oder virtuelle Beratungen. Läden dürfen laut Martin Hotz von der Beratungsagentur Fuhrer & Hotz keine "Verkaufsmaschinen" mehr sein. Statt allein auf den Umsatz zu achten, würden viele Händler ihre Dienstleistungen ausbauen und etwa eine verbesserte Beratungsleistung bieten. Zudem bekämen viele Läden und Schaufenster einen neuen Look, das Einkaufen soll so zu einem besseren Erlebnis werden. | Corona hat den Detailhandel auf den Kopf gestellt. Online ist König. Die Läden sollen mehr Dienstleistungen und ein besseres Einkaufserlebnis bieten. |
20min-252 | Als A. S.* am Donnerstag mit seiner Alternativliga-Fussballmannschaft trainierte war alles noch beim Alten: "Wir haben für einen Match am Sonntag trainiert". Kurz nach dem Training begann für die ganze Mannschaft jedoch eine Odyssee der Ungewissheit. Spieler I. T.* entwickelte nach dem Training Symptome: "Ich hatte starke Kopfschmerzen und fühlte mich fiebrig". Also macht er umgehend einen Covid-19-Test. Am nächsten Tag dann der Befund: Der 19-Jährige wurde positiv getestet. Wenige Stunden später kontaktierte ihn das Contact-Tracing-Team CTT des Kantons Bern. "Ich musste angeben, mit wem ich in den letzten Tagen engeren Kontakt hatte - das waren viele". Damit es schnell geht, wird T. aufgefordert alle Betroffenen gleich selber zu informieren, dass sie in Quarantäne müssen. Erst in einem zweiten Schritt soll er die Kontaktdaten ans CTT schicken, damit sie sich mit den Betroffenen in Verbindung setzen können. Doch seine Mitspieler hörten lange nichts vom Kanton. "Wir waren völlig im Ungewissen. Erst am Montagmittag bekam ich einen Anruf und mir wurde offiziell mitgeteilt, dass ich seit Freitag in Quarantäne stecke", so Mitspieler A. S. Sogar bei der Corona-Hotline vom BAG zeigte man sich mehr als erstaunt, dass die Mannschaft nach 48 Stunden noch immer nicht vom Kanton kontaktiert worden sei. Ist das CTT mit den steigenden Infektionszahlen überfordert? "Nein", sagt Gundekar Giebel, Sprecher der Gesundheits- und Fürsorgedirektion. Es sei ein besonders intensives Wochenende für das Team gewesen. "Wir haben Hunderte wenn nicht gar Tausende Telefonate geführt". Grund waren die hohen Infektionszahlen. Gemäss den offiziellen Corona-Zahlen des Kantons Bern wurden am Donnerstag 35, Freitag 26 und Samstag 42 Personen positiv auf Covid-19 getestet. Jeder Fall gebe unterschiedlich viel zu tun. Besonders viel Arbeit machte dem Team am Wochenende der Fall von Hobbyfussballer I.T. "Der junge Mann ist sportlich sehr aktiv und in zwei Vereinen. Entsprechend viele Telefonate mussten geführt werden". 40 Personen mussten wegen I. nun in Quarantäne. "Ich habe letzte Woche das erste Mal seit Langem mal wieder richtig viele Menschen getroffen. Ausgerechnet dann hat das Virus zugeschlagen". Beim CTT reagiert man nun auf die hohe Anzahl Neuinfizierter und die damit einhergehende Arbeit: "Bisher hatten wir am Wochenende einen reduzierten Betrieb. Das ändern wir ab dieser Woche", so Gundekar Giebel. Neu wird das Callcenter auch wochenends voll besetzt. Derzeit sind 50 Personen beim CTT angestellt, hinzu kommen 20 Kapo-Mitarbeiter, welche dort ebenfalls im Einsatz stehen. Gemäss Giebel wird das Team weiter ausgebaut: "Diese und nächste Woche starten jeweils fünf neue Mitarbeiter. Ausserdem sind wir noch immer auf der Suche nach weiteren Angestellten". Viele Angestellte des CTT würden aus dem Gesundheitswesen, der sozialen Arbeit oder aus pädagogischen Berufen kommen. Auch viele Studenten, die ihr Auslandaufenthalt nicht antreten konnten, seien dabei: "Wichtig ist, dass man viel Empathie, medizinisches Verständnis, IT-Kenntnisse und Flexibilität mitbringt". Das CTT stehe derzeit oft im Fokus der Öffentlichkeit, so Giebel. "Aber auch wenn wir die Kapazitäten ausbauen, das CTT wird uns nicht vor Corona retten". Es sei wichtig, dass die Bevölkerung wieder vorsichtiger werde und stärker mithelfe, die Verbreitung des Virus zu stoppen: "Also gründliches Händewaschen und Abstand halten". Nur so würde sich vermeiden lassen, dass das Virus eine zweite Welle verursache. "Ansonsten drohen wieder stärkere Regulierungen, wie sie erst heute im Kanton Waadt beschlossen wurden". *Namen der Redaktion bekannt | Eine ganze Fussballmannschaft musste in Quarantäne. Der positiv getestete 19-Jährige musst die Mitspieler selber informieren. Das Contact Tracing Team kam am Wochenende an seinen Anschlag. Nun wird es ausgebaut. |
20min-253 | Eine Woche ist es her, seit Bella Thorne ihren Onlyfans-Account eröffnet hat. Sie löste damit einen derartigen Ansturm aus, dass die Website kurzfristig zusammenbrach. In der kurzen Zeit hat sich die 22-Jährige ein goldiges Näschen verdient: Ungefähr 1,8 Millionen Franken hat sie bereits eingesackt. Laut der "Los Angeles Times" will sie das Geld für einen wohltätigen Zweck spenden sowie in ihre künftige Filmproduktionsfirma investieren. Um den exklusiven Onlyfans-Inhalt von Bella zu sehen, musst du umgerechnet 18 Franken im Monat lockermachen. Laut der "Los Angeles Times" hat die Schauspielerin schon seit längerem mit der Idee eines Onlyfans-Accounts gespielt. Geld sei jedoch nicht der Grund dafür - jedenfalls nicht hauptsächlich. So brauche sie die Plattform zur Recherche für ein neues Filmprojekt, in dem Onlyfans eine zentrale Rolle spielen soll. Bella gibt an, dass sie darin schauspielern wird und der bekannte Indie-Regisseur Sean Baker (49) Drehbuch und Regie übernimmt. Der Filmemacher selbst wollte keine Aussage zum Projekt machen. Eine Quelle verrät jedoch gegenüber der "Los Angeles Times": "Der Film befindet sich in seinen Anfängen und ist wahrscheinlich noch Jahre von der Realisation entfernt". Auf Instagram hat Bella vergangene Woche erklärt, dass sie jetzt bei Onlyfans sei, weil die Plattform Nacktheit im Gegensatz zu anderen sozialen Medien nicht zensiere. Diese Aussage dürfte wohl zu der explodierenden Follower-Zahl beigetragen haben. Nun kommt die Frage, die wohl allen auf der Zunge liegt: Was postet Bella Thorne dort wirklich? Wider Erwarten zeigt sie nicht mehr nackte Haut als bereits auf Instagram. Aktuell sind auf ihrem Profil diverse Bikini-Fotos und ein Video, auf dem sie einen Hotdog isst, zu finden. Die Ex-Disney-Darstellerin nutzt die Website zudem, um persönlicher mit ihren Fans zu interagieren. Auf ihrem Profil hat sie eine Umfrage gestartet, in der sie ihre Follower fragt, was diese für ihr Geld sehen wollen. Unter anderem standen Unterwäsche-Bilder, Twerk- und Dusch-Videos sowie Tongue-Teasing-Clips zur Auswahl. Bei Letzterem handelt es sich um erotische Videos, in denen man die Zunge herausstreckt. | Bella Thorne hat seit einer Woche einen Onlyfans-Account. Die Schauspielerin hat bisher umgerechnet über 1,8 Millionen Franken verdient. Anders als zuvor angedeutet hat der Ex-Disney-Star auf der Plattform noch keine Nacktbilder gepostet. Hier erfährst du, was wir bis jetzt über Bellas Onlyfans-Account wissen. Weitere Berühmtheiten, die sich auf der Paid-Content-Seite tummeln, gibt es im Video. |
20min-254 | Für Fans von Himmelsphänomenen ist der 21. Dezember ein grosser Tag. Am Abendhimmel kommt es nämlich zu einer Grossen Konjunktion: Die Gasplaneten Jupiter und Saturn liegen dann - von der Erde aus betrachtet - nahezu perfekt auf einer Linie. Grosse Konjunktionen finden etwa alle 20 Jahre statt (siehe Box), zuletzt im Mai 2000. Damals war sie aber nicht so gross wie in diesem Jahr: Die scheinbare Distanz zwischen Jupiter und Saturn am Himmel betrug 68,9 Winkelminuten. Das entspricht ungefähr dem doppelten Durchmesser eines Vollmonds. In diesem Jahr werden es nur etwa 6,1 Winkelminuten sein - da passt nur noch eine ganz dünne Mondsichel dazwischen. So nah wie jetzt kamen sich Saturn und Jupiter zuletzt im Jahr 1623. Damals war die Konjunktion jedoch kaum zu sehen, weil sie nahe der Sonne stattfand. Das nächste Mal wird es erst am 15. März 2080 so weit sein. Laut Experten der University of Exeter wird die Grosse Konjunktion nicht nur mithilfe eines Fernrohrs oder eines Teleskops, sondern auch mit blossem Auge sichtbar sein, sogar an Orten mit grosser Lichtverschmutzung. Natürlich vorausgesetzt, dass das Wetter mitspielt. Wer die Möglichkeit hat, sollte einen Blick durchs Fernrohr werfen, weil dann im Gesichtsfeld ausser den beiden Planeten auch deren hellste Monde zu sehen sind. In unseren Breitengraden werden sich Jupiter und Saturn ab etwa 17 Uhr - schon tief im Südwesten - am Himmel zeigen. Sie zeichnen sich als helle Punkte ab, die anders als die Sterne nicht funkeln. Ein erhöhter Standort mit freier Sicht auf den Horizont ist also nötig. Im Feldstecher bei 10-facher Vergrösserung werden kurze Zeit später erste Details erkennbar, rät die Astronomische Gesellschaft Bern. Wer das Ganze fotografisch festhalten möchte, sollte sich ab 18 Uhr bereithalten. Die Experten aus Bern empfehlen Brennweiten ab 200 mm: Dann seien Jupiter und Saturn schon deutlich zu unterscheiden. Viel Zeit bleibt dir dann allerdings nicht: Jupiter ist etwa bis halb sieben Uhr zu sehen, dann versinkt er in den Dunstschichten am Horizont, Saturn wird schon etwas früher unsichtbar, da er weniger hell ist, fasst BR.de zusammen. Wer sich nicht auf das Wetter in der Schweiz verlassen möchte, kann sich auch in einen der Grosse-Konjunktion-Livestreams einklinken. Um 16 Uhr startet etwa jener der Sternwarte des Deutschen Museums in München (siehe Livestream oben). Nachteulen können das Himmelsspektakel auch noch in der Nacht verfolgen - etwa dank des Livestreams des Adler-Planetariums in Chicago (US-Bundesstaat Illinois), der um Punkt 0 Uhr starten wird: Nur eine Stunde später beginnt der Livestream des Lowell Observatorys in Flagstaff (US-Bundesstaat Arizona): | Am 21. Dezember kommt es am Abendhimmel zur Grossen Konjunktion von Saturn und Jupiter. Dabei handelt es sich um ein seltenes Himmelsereignis, das in diesem Jahr besonders beeindruckend ist. Die beiden Gasplaneten kommen sich dann so nah, dass es von der Erde aussieht, als würden sie verschmelzen. Hier erfährst du, wie du das Ereignis verfolgen kannst. |
20min-255 | Aus Deutschschweizer Sicht ist die Nomination überraschend - vor allem, weil Chiesa bisher kein bekannter Kopf in der Partei war. Auch ist er bei einem zentralen Geschäft noch nicht als Schlüsselfigur der SVP-Fraktion in Erscheinung getreten. Ich sehe die Nomination aber vor allem als Misstrauensvotum gegenüber Alfred Heer und Andreas Glarner. Die Kandidaturen von Heer und Glarner sind parteiintern nicht auf überbordende Begeisterung gestossen. Die Findungskommission hat deshalb einige andere Exponenten vermutlich sogar mehrfach angefragt. Doch die Wunschkandidaten haben alle abgesagt. Nun schlägt sie Chiesa vor, obwohl er eine Kandidatur im Februar noch abgelehnt hatte. Chiesa hat dank der Wahlen im letzten Herbst das Image eines Winners: So wurde er überraschend zum Tessiner Ständerat gewählt und hat CVP-Urgestein Filippo Lombardi verdrängt. Das war auch insofern überraschend, weil das rechte politische Spektrum im Tessin seit bald 40 Jahren von der Lega geprägt wird -die SVP ist eine Kleinpartei mit einem Wähleranteil zwischen fünf und zehn Prozentpunkten. Mit Chiesa hat die SVP zudem einen Kandidaten, der dreisprachig ist. Albert Rösti ist ein kluger Kopf und "gmögig", aber als Parteipräsident startete er nicht durch. An der SVP-Basis sehnt man sich nach einem neuen Toni Brunner, der den harten Hund markiert, wenn es drauf ankommt, sonst aber gerne das "Chalb" macht. Die SVP hat eine klare Hierarchie, die Basis ist disziplinierter als bei anderen Parteien - deshalb ist die Rolle des Präsidenten wichtiger als anderswo. Was ich von ihm bisher wahrgenommen habe, ist, dass er weitgehend linientreu politisiert und eine umgängliche Art hat. Er scheint mir nicht eine Person zu sein, die verbal draufhaut. Doch das könnte sich ändern, wenn er an der Parteispitze steht und Verantwortung übernehmen muss. Schliesslich muss er seine Basis bei Laune halten, die Partei will wieder zulegen. Die Herkunft des Parteipräsidenten kann durchaus einen Einfluss haben. Mit einer Tessiner Kandidatur erhofft sich die SVP sicher auch, in der lateinischen Schweiz zuzulegen. Auf diese Karte setzte man bereits 2015 nach der Wahl von Guy Parmelin in den Bundesrat. Doch damals blieb ein Effekt aus. Für ihn gilt es nun, die Basis in den Kantonen zu besuchen und von sich zu überzeugen. Chiesa ist mit seinen 45 Jahren auch noch jung und muss nicht nur an Bekanntheit, sondern auch an Statur und Präsenz gewinnen. Das ist ein Knochenjob. Denn die graue Eminenz der Partei - also Christoph Blocher - muss auch von ihm überzeugt sein. Welche Verbindungen Chiesa zu Herrliberg hat, kann ich nicht beurteilen. Der Erfolg einer Partei lässt sich nicht nur am Präsidenten festmachen. Natürlich braucht es eine Führungsfigur, und diese wünscht man sich gerade bei der SVP. Doch der Erfolg einer Partei hängt auch davon ab, welche Themen die Leute gerade beschäftigen: Die Hauptthemen der SVP - Ausländer, Asyl und Migration - sind in den letzten Jahren jedoch in den Hintergrund gerückt. *Mark Balsiger ist Politologe und Politikberater. | Ständerat Marco Chiesa wurde von der SVP-Findungskommission für das Parteipräsidium nominiert. Für Politologe Mark Balsiger hat der Favorit das Image eines Winners. An der SVP-Basis sehne man sich nach einem neuen Toni Brunner, der den harten Hund markiere. |
20min-256 | Nach der Tötung eines 29-jährigen Portugiesen in einem Kebabrestaurant in Morges VD am Samstagabend schliesst die Bundesanwaltschaft (BA) "ein mögliches terroristisches Motiv" nicht aus und übernahm die Ermittlungen. Beim mutmasslichen Täter handelt es sich um einen 26-Jährigen aus der Region. Er soll mit diversen Islamisten vernetzt sein. Youssuf* kennt O*., den mutmasslichen Mörder. "O. gehört in eine psychiatrische Einrichtung und nicht ins Gefängnis - das ist nichts Neues. Er gehört nicht ins Gefängnis. Zwischen Bern und Lausanne hat jemand seine Arbeit nicht richtig gemacht", so der 50-jährige Mann aus dem Balkan. Er erinnert sich an einen "zwielichtigen und gequälten Jungen, einen wortkargen und manchmal verrückten Kiffer". Der 26-Jährige mit kurdischer Abstammung soll seine Freizeit grösstenteils vor einer Tankstelle in der Gegend von Lausanne verbracht haben. Youssuf: "Er führte Selbstgespräche. Er wiederholte oft: ‹Allah bittet mich, dies zu tun, und Satan bittet mich, das Gegenteil zu tun. Was soll ich tun?" "Bei einem Strafzettel für Geschwindigkeitsübertretung werden alle notwendigen Folgemassnahmen getroffen. Sie können sogar ins Gefängnis gehen. Aber ein Mann mit psychischen Problemen wie O. kann sich frei bewegen. Das Ergebnis: Ein unschuldiger Mann wurde getötet. Die Verantwortlichen müssen zur Rechenschaft gezogen werden", sagt Youssuf wütend. Im Jahr 2019 versuchte O. die Tankstelle, an der er seine Freizeit verbrachte, abzufackeln. 20 Minutes machte einen Mann ausfindig, der Zugang zu den Videoaufnahmen des Brandanschlags hatte. Er sagte: "Er zündete das Feuer an und rannte mit vollem Tempo davon, weil er dachte, die Tankstelle würde explodieren. Als das nicht passierte, versuchte er es nochmals mit mehr Papier und lief wieder weg. Und so weiter und so fort. Man konnte sehen, dass er zu viele Filme gesehen hatte", sagte die Person. Justine*, eine örtliche Ladenbesitzerin, beschreibt ihn als "einen Mann mit einem Vogel". Ihr schien O. nicht gefährlich zu sein. "Er kam jeden Tag herein, um eine Cola zu kaufen, und stand dann stundenlang regungslos an der Tankstelle. Selbst im Sommer, wenn es über 30 Grad heiss war, trug er einen Pullover und blieb draussen in der Sonne". Ahmed*, ein ehemaliger Schulkamerad von O., spricht von einem "Haschraucher, der seine ganze Zeit damit verbrachte, mit sich selbst zu reden". Am Montag hatte eine Frau 20 Minutes von ihrem Treffen in einer Strasse in Morges VD mit einem Mann erzählt, der vor sich hin plapperte. Das war eine Woche vor dem Drama. "Er hat den starren Blick eines Psychopathen. Er schrie, dass jemand hinter mir sei, der mich angreifen wolle. Als ich mich umdrehte, war niemand da", berichtete sie. Ein 60 Jahre alter Mann hatte ebenfalls Kenntnis von O. Er sagt: "Meine Tochter geht ins Gymnasium. Sie erzählte mir, dass ein seltsamer Mann sie und ihre Freundinnen anspreche, um mit ihnen über Allah und Satan zu sprechen". * Name der Redaktion bekannt | Am Samstag wurde in Morges VD ein 29-jähriger Portugiese erstochen. Der mutmassliche Mörder wurde am Sonntag in Renens VD gefasst. Er soll psychische Probleme gehabt haben. |
20min-257 | Im Rennen um einen Sitz im Grossen Rat erhielten die beiden Schwestern Diane und Stéphanie Skartsounis, die beide für die Grüne Partei angetreten waren, jeweils 6753 Stimmen. Die Gewinnerin musste per Los entschieden werden. Diane Skartsounis (56) hatte mehr Glück und setzte sich gegen ihre zwei Jahre jüngere Schwester Stéphanie durch. Dies berichtet das lokale Newsportal arcinfo.ch. Die beiden kandidierten bei den Wahlen am vergangenen Sonntag für die Grüne Partei in Val-de-Ruz. Die Pattsituation hatte dazu geführt, dass per Losentscheid entschieden werden musste, wer von den beiden den 19. und letzten Sitz der Grünen im Neuenburger Parlament, das insgesamt aus 100 Abgeordneten besteht, erhält. "Auf einer Website wurde erstmals bekannt gegeben, dass meine Schwester Stéphanie gewählt wurde. Ich habe ihr eine Glückwunschbotschaft geschickt", erinnert sich Diane, die hauptberuflich Kuratorin des Bauern- und Handwerksmuseums in La Chaux-de-Fonds NE ist. Dann bemerkte die jüngere, die Stadtplanerin ist, dass der Name ihrer älteren Schwester an anderer Stelle als Siegerin erschienen war. Auf die kuriose Episode angesprochen sagten die beiden: "Wir haben die Welt nicht verstanden". Die beiden Feministinnen sind schon lange verheiratet, haben aber ihren Nachnamen als Hommage an die griechische Herkunft ihres Vaters beibehalten. "Wir stehen uns als Familie sehr nah. Ausserdem sind unsere beiden Ehemänner Brüder" sagt Diane. "Fälle eines gleichen Wahlresultats, die durch Auslosung entschieden werden müssen, sind bei Wahlen in den Grossen Rat üblich" erklärte Basile Weber, Kommunikationsbeauftragte der Staatskanzlei, auf Anfrage von 20 Minuten. | Im Rennen um einen Sitz im Neuenburger Parlament erhielten die beiden Schwestern Diane und Stéphanie Skartsounis 6753 Stimmen In einem Stichentscheid setzte sich die Ältere durch. Die beiden Schwestern haben auch in dieselbe Familie geheiratet: Ihre Ehemänner sind Brüder. |
20min-258 | Drogenkuriere geben sich derzeit als Essenslieferanten aus. Davor hat Interpol diese Woche gewarnt. Entsprechende Meldungen stammen aus Irland, Malaysia, Spanien und Grossbritannien. Doch auch in der Schweiz gibt es Drogenlieferungen nach Hause, wie "24 heures" berichtet. Die Waadtländer und Genfer Strafverfolgungsbehörden hätten festgestellt, dass Heroinverkäufe auch direkt in den Wohnungen von Drogenabhängigen stattfinden. Diese Tendenz werde seit letztem Jahr beobachtet. Genaue Zahlen gibt es laut der Genfer Polizei aber noch nicht. 2019 konnten etwas mehr als zwanzig Dealer in Wohnungen identifiziert werden. Den Abhängigen werde das Heroin von mehreren zehn Gramm als kleine Steine getarnt nach Hause geliefert. Es gibt dabei zwei Methoden, wie die Genfer Polizei erklärt. Einerseits funktioniere der Verkauf ähnlich wie ein Essenslieferservice. Andererseits wird der Dealer von einem Kunden in seiner Wohnung empfangen und verkauft von dort aus an andere Abhängige. Dieser versteckte Verkauf führe oft zu einem unaufhörlichen Kommen und Gehen im Gebäude. Gefahr bestehe bei den neuen Methoden für die Abhängigen, weil die Wohnungen zur Zielscheibe der Dealer werden könnten, heisst es bei der Polizei. Die Dealer würden die Wohnungen manchmal auch besetzen. Zudem sei das verkaufte Heroin reiner als in der Vergangenheit. Das bringe insbesondere beim Spritzen die Gefahr einer Überdosis mit sich. | Im Kanton Genf gibt es Fälle, in denen Dealer Drogen nach Hause liefern. Diese Tendenz wird laut der Polizei seit letztem Jahr beobachtet. Bei der Übergabe in den Wohnungen besteht Gefahr für Abhängige. |
20min-259 | Seit Wochen fordert ein Teil der Epidemiologen und Public-Health-Experten härtere Massnahmen im Kampf gegen das Coronavirus. Um eine "brutale dritte Welle", wie Gesundheitsminister Alain Berset es ausdrückte, zu verhindern, hat der Bundesrat nun harte Massnahmen beschlossen. Die SVP kritisiert das scharf und wirft dem Bundesrat vor, die Schweiz in die Armut zu treiben. Epidemiologen hingegen begrüssen die Massnahmen. Jan Fehr, Professor und Leiter des Departements Public & Global Health an der Universität Zürich, und Nicole Probst-Hensch, Leiterin des Departements Epidemiologie und Public Health am Swiss TPH, nehmen Stellung. Jan Fehr: Die Schweiz hat endlich eingesehen, dass sie keine Insel ist. Das war ein Entscheid, der absolut nötig war und wir können hoffen, dass er ausreicht, um die Situation in den Griff zu bekommen. Ich hätte mir das Ende des Schweizer Sonderwegs schon vor Wochen gewünscht. Nicole Probst-Hensch: Es ist ein Kurswechsel des Bundesrats und mit den harten Massnahmen nähern wir uns der Strategie an, die viele europäische Länder schon länger fahren. Aber wir haben jetzt zwei Impfstoffe und müssen unsere Ressourcen darauf konzentrieren. Der harte Lockdown kann dabei helfen. Probst: Ich stehe hinter dem bisherigen Weg des Bundesrats. Hätte er schon im Herbst wieder harte Massnahmen eingeführt, wären die Schäden für die Psyche jedes Einzelnen viel grösser gewesen. Jeder Weg fordert Kollateralschäden und es geht immer darum, eine Balance zu finden zwischen mehr Todesfällen bei der wirklich alten Bevölkerung und der Lebensqualität bei der Arbeitsbevölkerung, bei denen, die Angst haben vor einem Jobverlust oder vor Vereinsamung. Auch wenn ich die vielen Todesfälle auf keinen Fall verharmlosen möchte: Wir konnten die Bevölkerung nicht monatelang einsperren. Probst: Wir können die Wahrscheinlichkeit, dass die Zahlen trotz hartem Lockdown auch in der Schweiz wieder ansteigen, nicht gänzlich ausschliessen. Doch die Massnahmen werden uns hoffentlich Zeit verschaffen, um alle Menschen zu impfen, die das wollen. Fehr: Die bisherigen Studien deuten darauf hin, dass die bekannten Mutationen keinen Einfluss auf die Impfung haben. Es besteht aber immer die Gefahr, dass eine neue Mutation auftaucht, für die das nicht gilt. Deshalb sind die harten Einschränkungen so wichtig. Derzeit rettet uns als Gesellschaft noch nicht die Impfung, sondern der Lockdown. Probst: Es ist richtig, dass die Schulen derzeit nicht geschlossen werden. Die Erfahrungen aus der ersten Welle haben gezeigt, wie gross die dadurch entstehenden Belastungen für die Familien sein können. Gerade sozial schwächer gestellte Familien leiden extrem unter einer Schulschliessung. Fehr: Die Kinder scheinen nach jetzigem Wissensstand nicht die Treiber dieser Pandemie zu sein, wie auch unsere Studie "Ciao Corona" zeigte. Bildung ist extrem wichtig und Schulschliessungen bringen grosse Herausforderungen mit sich. Als letzte Möglichkeit müssen aber auch Schulschliessungen in Betracht gezogen werden. Fehr: Die Skigebiete offen zu halten, macht schlicht keinen Sinn. Man fährt zusammen hin, ist zusammen in den ÖV oder im Auto, fährt zusammen in der Gondelbahn: Das alles fördert die Mobilität und die Durchmischung von Haushalten und damit die Gefahr von Ansteckungen. Probst: Das ist eine schwierige Geschichte. Wir haben kaum Evidenz, ob sich beim Skifahren viele Leute anstecken. Und es ist wichtig, dass die Leute noch nach draussen und sich bewegen können. Insofern verstehe ich den Entscheid, dass die Skigebiete geöffnet bleiben. Probst: Die Impfkampagnen sind gut angelaufen. Es gibt aber auch Menschen, die sich nicht impfen lassen wollen. Es ist klar, dass wir auch im Sommer noch Infektionen haben werden und nicht einfach zurück zur Normalität gehen können. Die Hygiene-Massnahmen, das Social Distancing und die Masken werden auch während des Lockdowns und darüber hinaus zentral bleiben. Fehr: Man muss realistisch sein. Mit den Entscheiden des Bundesrats und den zwei Impfstoffen haben wir einen Silberstreifen am Horizont. Doch die Impfungen sind ein logistisches Megaprojekt, das braucht extrem viele Ressourcen, ausreichend Impfstoff und schlicht auch einfach die nötige Zeit. Die ganze Hoffnung nur auf die Impfstoffe zu setzen, wäre verfehlt. Wir werden noch monatelang mit Einschränkungen leben müssen. | Der Bundesrat hat im Kampf gegen Corona einen Teil-Lockdown beschlossen. Experten fordern seit Wochen härtere Massnahmen - und sind nun erleichtert, dass die Schweiz sich dem Ausland annähert. Jan Fehr von der Universität Zürich hätte auch die Skigebiete geschlossen. Nicole Probst-Hensch, Public-Health-Expertin des Swiss TPH, setzt grosse Hoffnungen auf die Impfung. Die beiden Experten nehmen Stellung zum Bundesrats-Beschluss. |
20min-260 | Grosse Klappe, kurze Röcke, wilde Mähne - wer mich sieht, sieht eine Frau, die sich nicht so leicht unterkriegen lässt. Ella immer cool, immer fly, ein bisschen yolo, ein bisschen durchgeknallt. Die wie ein Sommervögelchen mit Schlafzimmerblick durch ihren Tindergarten schwebt, da innehält, dort Nektar trinkt, unbeschwert und tough zugleich. Typen fahren voll darauf ab, keine Frage. Doch natürlich ist diese Ella nicht mal die halbe Ella. Diese Ella ist wie das Sideboard meiner guten Freundin Juno, das sie für eine galaktische Summe einem unfreundlichen Ricardo-Dealer abgekauft hat: schwedisches Design, vintage, mit Patina - aber wehe, wenn geöffnet: Dann fallen zusammengeknüllte String-Tangas raus, zerfledderte Reclam-Bücher und Arztromane, Postkarten, Parfümproben, Liebesbriefe, Zahnarztrechnungen, alte Band-Shirts und ein Anal-Plug. Junos ganzes Leben liegt vor mir auf dem Boden und während sie mit hektischen Armbewegungen ihre Schätze zusammenrauft, stehe ich daneben und streiche über die glatte Oberfläche des Sideboards. Dieses Möbelstück, das bin ich. Ich verberge nicht nur Cellulite und Pickelchen ganz geschickt, sondern auch Unsicherheit, Selbstzweifel, Ängste, meine Meinung. Nicht immer, aber doch zu oft. Und das vor allem gegenüber Männern. Ich weiss nicht, wie oft fremde Hände meinen Arsch begrabscht haben - und ich habe nichts gesagt, mich bloss weggedreht. Ich weiss nicht, wie viele anzügliche Sprüche ich schon über mich ergehen liess - ohne schlagfertige Antwort, manchmal sogar mit einem artigen Dankeschön. Wie ich nicht reagierte, wenn ich im Büro für meine Kleidung, meine Figur, meine Haare gelobt wurde, aber nicht für meine Leistung. Und am schlimmsten: Wie oft ich schon Sex hatte, einfach weil meine zaghaften Abwehrreaktionen überhört wurden und ein klares Nein zu viel Kraft erfordert hätte. Weil ich mein Verhalten so unemanzipiert finde, spreche ich nie darüber. Ich stopfe die Erinnerung irgendwo hinten in mein Gedächtnis, so wie Juno jetzt ihre Unterwäsche und ihre Schundliteratur zwischen die Tablare presst. Doch eigentlich weiss ich, dass das nicht geht, dass ich lernen muss, mich zu wehren. Deshalb erzähle ich Juno und allen, die es wissen wollen, drei Sex-Erlebnisse, die ich gegen meinen Willen hatte: 1) Sandro, verheiratet, Midlife-Crisis, erfolgreicher Kommunikationsberater:Ich, Studentin mit ersten Gehversuchen in derselben Branche. Sandro und ich gingen an Konzerte und Fussballmatches, ich hing an seinen Lippen, weil er alles wusste, über das Who's who in der Branche, jedes Offside erkannte und ganze Tischrunden unterhalten konnte. Dass er mehr von mir wollte, habe ich versucht zu ignorieren. Lange dachte ich, wir könnten "Freunde sein" und das Körperliche aussen vor lassen. Immer wieder habe ich abgewehrt. Als Sandro immer mehr bohrte und mich immer häufiger berührte, mir immer mehr Drinks bezahlt hatte, gab ich nach. Ich stand vor einem mächtigen Baum und studierte die Rinde, während er seinen Prügel von hinten unsanft in mich stiess. Die zwei Minuten kamen mir lang vor. Unmittelbar nach diesem Abend habe ich den Kontakt zu Sandro abgebrochen. 2) Gian, Gitarrist, Szenie:Gian ist ein Kollege von Bruce und spielt in einer Band, die ich voll yay fand. Auch den Sänger der Band fand ich ziemlich ohlala, weshalb ich viel mit den Jungs rumgehängt bin in diesem Sommer. Es war oft Alkohol im Spiel, Gitarrengeklimper, flowers in my hair. Zu viert sassen wir auf den Steinen am Fluss und hielten uns in den Armen. Ich wollte, dass es nie endete. Doch Gian begann, meinen Tattoos nachzufahren, bis seine Finger zufällig meine Brüste streiften, mehrmals. Ich wandte mich ab, stahl mich aufs Klo oder setzte mich weg, doch es half nichts. Auf keinen Fall wollte ich den Kontakt mit der Band verlieren, und deshalb stieg ich irgendwann in Gians VW-Bus und legte mich auf die schmuddelige Matratze, er war über mir, bald in mir und ich weiss noch, dass dazu die Musik von Gians Band lief, was ich creepy fand und supernarzisstisch. Als der süsse Sänger zum Refrain ansetzte, stöhnte Gian auf und kam, während ich ein Tränchen wegdrückte. Bis heute kann ich dieses Lied nicht mehr hören. 3) Carlos, Macho, Choleriker:Mit Carlos war es ernst, ich mochte ihn sehr und liebte das Bild von uns: Er, der grosse, breitschultrige, schwarzhaarige Handwerker. Ich, die büchersüchtige, dauerironische Femme fatale im Tiger-Mini. Mehrere Monate dateten wir uns und ich war glücklich, endlich nicht mehr schatzlos, sondern in festen Händen zu sein. Allzu festen Händen. Ich drückte alle Augen zu, wenn Carlos ausrastete und mir vorwarf, ich hätte andere Männer angeguckt. Carlos war sexbesessen und ich wusste, wenn er sich mal wieder in einen Wutanfall hineinsteigerte, konnte schon ein kleiner Quickie die Wogen glätten. Also machte ich immer wieder die Beine breit, selbst wenn ich keine Lust hatte, selbst wenn ich nicht feucht war. Das war schmerzhaft, ich schämte mich und biss die Zähne zusammen, während ich pflichtbewusst ein paar "lustvolle Geräusche" machte. Juno hatte schweigend zugehört. Ihrem Blick war anzusehen, dass sie überrascht war, dass ausgerechnet ich solche Erlebnisse auspackte. Doch sie sagte nicht viel, sondern umarmte mich und schwor, dass sie mir beibringen würde, wie man Nein sagt. Laut, deutlich und notfalls mit Fingernägeln. "Und vor allem müssen diese Pisser lernen, dass ein verzagtes Nein einer Frau noch lange kein JA ist", sagte sie dann wütend, und knackte mit ihren Fingerknöcheln, dass mir das Blut in den Adern gefror. "Vielleicht lässt du mal ein bisschen die Finger von den Typen und lernst dich besser kennen, bis du weisst, was du willst und was nicht. Ich habe dir ein Tool dazu", meinte sie mit pädagogischem Blick. Sie deutete auf ihren Anal-Plug, der immer noch auf dem Boden lag. Ich verschluckte mich fast. Dass ich ein bisschen prüde und easy-to-shame bin, ihr lieben Leute, erzähle ich euch nicht mehr heute. Nicht noch mehr Seelen-Striptease für den Moment, nein, nein, NEIN! | Die sonst so selbstsichere Ella gesteht, dass auch sie an Unsicherheit und Selbstzweifeln leidet. Des Öfteren wurde sie in Clubs und Bars von fremden Männern begrabscht. Nicht immer hat sie sich gewehrt. Ella ist hatte auch schon mehrmals Sex gegen ihren Willen: "Weil meine zaghaften Abwehrreaktionen überhört wurden und ein klares Nein zu viel Kraft erfordert hätte". Hier erzählt sie drei Vorfälle. |
20min-261 | Smartphones sind überall dabei und jeder Handy-Besitzer und jede Handy-Besitzerin schaut laut Studien rund 88 Mal pro Tag auf das Gerät. Dies kann auch in Situationen vorkommen, in welchen dieses Verhalten gefährlich werden kann - beispielsweise beim Überqueren einer befahrenen Strasse. Um dem entgegenzuwirken, hat Google eine neue Funktion für sein Android-Betriebssystem entwickelt. Dieses soll Smartphone-Userinnen und -User künftig darauf hinweisen, das Handy während des Gehens nicht zu benutzen. Das neue Feature soll mit der nächsten Android-Version ausgerollt werden und heisst "Kopf hoch". Damit sollen Handy-Besitzerinnen und Besitzer immer wieder mal daran erinnert werden, sich auf ihre Umgebung zu konzentrieren und so allenfalls gefährlichen Situationen zu entgehen. Wie der "Spiegel" beschreibt, wird die Funktion neu in den Digital-Wellbeing-Einstellungen von Android-Smartphones zu finden sein. Dort heisst es künftig: "Lass dich beim Gehen daran erinnern, nicht ständig auf dein Smartphone zu blicken". Gleichzeitig wird der Nutzer oder die Nutzerin aber auch gewarnt, dass man sich nicht ausschliesslich auf dieses Feature verlassen soll. "Aber Vorsicht, das bedeutet nicht, dass du in der Zwischenzeit nicht mehr aufpassen musst", heisst es nämlich. Der Twitter-User Jay Prakash Kamat ist einer der Ersten, der die neue Funktion auf seinem Pixel-Handy, auf dem das nächste Update bereits erhältlich ist, entdeckt hat. Er hat sogleich einen Screenshot der neuen Push-Mitteilung mit seinen Twitter-Followern geteilt. Um solche Mitteilungen künftig ebenfalls zu erhalten, müssen die Benachrichtigungen zu "Körperlichen Aktivitäten" in den Android-Einstellungen erlaubt sein. Dies bedeutet, dass das Telefon beispielsweise die Schrittzahl seines Besitzers oder seiner Besitzerin mitzählen oder Aktivitäten, wie Laufen oder Velofahren, erkennen darf. Mittels dieser Einstellungen kann das Telefon künftig also auch erkennen, ob jemand zu Fuss unterwegs ist und dabei ständig auf den Screen des Smartphones schaut. | Immer wieder passieren Unfälle, weil Fussgängerinnen und Fussgänger zu sehr von ihren Smartphones abgelenkt sind. Eine neue Android-Funktion soll solchen Unfällen nun besser vorbeugen. Sie warnt die Nutzerinnen und Nutzer künftig hin und wieder, sich auf die Umgebung und nicht nur den Screen zu konzentrieren. Das neue Feature wird mit dem neuen Android-Update erhältlich. |
20min-262 | Im letzten September wurde bekannt, dass der Pfarrer von Obbürgen NW demissioniert, weil er der Pfarreisekretärin ein Penisfoto geschickt haben soll. Sie reichte Strafanzeige gegen den Mann ein. Der Pfarrer sagte damals, das Foto zeige nicht sein Geschlechtsteil. Er habe selber unaufgefordert ein Nacktbild zugeschickt bekommen. Daraufhin habe er das Foto löschen wollen und "aus Versehen" seiner Sekretärin weitergeleitet. Sein "Missgeschick" bedauere er und entschuldige sich hierfür. Später wurde bekannt, dass der Pfarrer seinerseits gegen die Sekretärin vorgehe. Und zwar unter anderem wegen Verleumdung, Rufschädigung, Nötigung, Erpressung, Befangenheit und Verdacht auf Urkundenbetrug. Nun haben sich der Pfarrer und seine Sekretärin zu einer Vergleichsverhandlung getroffen, wie die "Luzerner Zeitung" berichtete. Und als Folge davon werde das Verfahren eingestellt. Bei der Vergleichsverhandlung beim Staatsanwalt habe sich der Pfarrer für das Foto bei der Frau entschuldigt und erklärt, dass er ihr das Bild versehentlich geschickt habe. Auch täten ihm all die negativen Gefühle und Folgen leid, welche die Frau deshalb erlitten habe, heisst es im Artikel weiter. Die Frau habe die Entschuldigung akzeptiert und die Strafanzeige zurückgezogen. "Wir haben es in diesem Fall als sinnvoll erachtet, die beiden Parteien zu einer Vergleichsverhandlung vorzuladen. Die Parteien haben diesen Ball dankbar aufgenommen", wird der zuständige Staatsanwalt Alexandre Vonwil zitiert. "Das Gespräch schien ihnen gutzutun. Der Pfarrer und die Sekretärin verliessen das Büro der Staatsanwaltschaft mit einer gewissen Erleichterung". Der Priester seinerseits hatte seine Gegenanzeige an die Sekretärin und zwei weitere Personen bereits vor etwa einem Monat zurückgezogen. | Der demissionierte Pfarrer von Obbürgen und eine Pfarreisekretärin haben ihren juristischen Streit beigelegt. Der Mann habe sich für ein Penisbild entschuldigt, das er der Frau versehentlich geschickt habe. Diese habe die Entschuldigung akzeptiert und die Strafanzeige zurückgezogen, berichtet die "Luzerner Zeitung". |
20min-263 | Am 21. April wird Queen Elizabeth II. 95 Jahre alt. Ihr Geburtstag wird in diesem Jahr jedoch vom Tod ihres Gatten überschattet. 73 Jahre lang stand Prinz Philip an der Seite der britischen Monarchin, am Samstag wurde er im Alter von 99 Jahren beerdigt. Alleine sass die Queen in der St.-George's-Kapelle und nahm von ihrem Ehemann Abschied. Aufgrund von Corona-Restriktionen durften keine Familienmitglieder direkt neben ihr Platz nehmen und sie bei ihrem wohl schwersten Gang unterstützen. Ähnlich einsam wird nun auch der königliche Geburtstag ausfallen. Ihre Liebsten werden sie wegen der Coronavirus-Pandemie nicht besuchen dürfen. Oder höchstens aus der Ferne. Prinz Harry (36) etwa, könnte bis zum Geburtstag in London bleiben, ehe er nach Los Angeles zurückreist, berichtete am Montag eine Quelle der "Sun". Es wäre ein Zeichen dafür, wie wichtig ihm seine Grossmutter und die restliche Königsfamilie auch nach seinem Bruch ist. Weder er noch sein Bruder Prinz William (38) oder Prinz Charles (72) werden aber als Geburtstagsgäste erwartet, schreibt die "Daily Mail". Höchstens Prinz Andrew (61) oder Prinz Edward (57) mit seiner Frau Sophie (56) werden der Mutter allenfalls einen kurzen Besuch abstatten. Anders als in den Vorjahren wird es heuer auch kein neues Porträt-Bild zu Ehren ihres Geburtstags geben. Der Kensington-Palast hat entschieden, kurz nach Philips Tod auf diese Tradition zu verzichten, heisst es. Und wie das britische Verteidigungsministerium mitteilte, werden dieses Jahr auch die üblichen 41 und 21 Salutschüsse im Hyde Park und am Tower of London nicht abgefeuert. Gut möglich, dass die Queen am Mittwoch vom Windsor Castle zum Frogmore Cottage, einem ihrer Lieblingsplätze, fahren wird, heisst es in britischen Medien. Das tat sie schon am Montag - alleine mit dem Auto. Laut Royal-Experte der "Daily Mail" sei das eine wichtige Routine der Königin, die zur Trauerbewältigung beitrage. | Vier Tage nach der Trauerfeier ihres Ehemanns wird die Queen 95 Jahre alt. Es ist der erste Geburtstag seit sieben Jahrzehnten, den sie ohne Prinz Philip feiert. Die britische Monarchin verzichtet heuer auf verschiedene Traditionen anlässlich ihres Ehrentags. Sie begeht ihren Geburtstag mit wenigen Mitarbeitenden und ihren Hunden. |
20min-264 | An der viel befahrenen Julierstrecke in Graubünden hat die Kulturorganisation Origen eine alte weisse Villa um einige Meter verschoben. Damit schafft sie im Bergdorf Mulegns mehr Platz für den Verkehr und Raum für Kultur. Mit der ungewöhnlichen Umplatzierung wird das denkmalgeschützte Gebäude eines ehemaligen Zuckerbäckers erhalten. Nach Tagen der Vorbereitung ging das Schauspiel in der Nacht auf Freitag über die Bühne. Ein Fotograf der Nachrichtenagentur Keystone-SDA berichtet von ein paar Dutzend Schaulustigen, die dem Spektakel beiwohnten. Für Origen ist die Verschiebung nicht einfach ein technisches Unterfangen. Vielmehr macht die Kulturorganisation, die 2018 mit dem Wakkerpreis ausgezeichnet worden war, einen kulturellen Akt daraus. Wie ein grosses Puppenhaus auf Reisen wurde die in verschiedenen Farben festlich beleuchtete Villa bespielt und besungen. Aus dem fahrenden Haus erklangen den Angaben der Organisation zufolge rätoromanische Lieder. Laut Origen sollten sie an das grosse Heimweh des Zuckerbäckers Jean Jegher erinnern. Den Mann plagte während seiner Zeit in Bordeaux grosses Heimweh, das ihn schliesslich zur Rückkehr in die Heimat sowie zum Bau der Villa an der Julierstrecke bewegt hatte. Die Inszenierung mit dem Verschieben des Gebäudes startete am Donnerstagabend gegen 22:00 Uhr. Mit der Verschiebung endet nunmehr auch die jahrzehntelang geführte Diskussion um die Beseitigung des wohl schmalsten Engpasses an der Julierstrecke. Das Projekt ist mit Kosten von 5,6 Millionen Franken verbunden. Die Bündner Regierung steuerte einen Beitrag von 1,95 Millionen Franken bei. Origen will den Kern des 17 Seelen-Dorfes Mulegns in Zukunft kulturell beleben. Theater, Ausstellungen und Rauminstallationen sind geplant. Geht der Plan auf, soll in Mulegns ein innovatives Kulturdorf entstehen. Die Julierstrecke ist die Hauptverkehrsader für den Strassenverkehr zwischen Nordbünden und dem Engadin. Praktisch jeder Autofahrer und jede Autofahrerin, die den Julierpass schon überquerten, kennt den Engpass in Mulegns (zu deutsch: Mühlen). Es gab bisher kein Ausweichen: Sämtliche Lastwagen und Autos mussen sich durch das Nadelöhr zwängen. Fahrzeuge rissen wiederholt Fassadenstücke von den Gebäuden weg. Die Kratzspuren sind an den Hauswänden sichtbar. Nunmehr - so das Fazit der Organisatoren - "wird das wunderbare Bauwerk für die Nachwelt erhalten, die Korrektur der Julierstrasse ermöglicht und die Sicherheit sowie Lebensqualität im 17-Seelen-Dorf wesentlich verbessert". | Am Julierpass wurde in der Nacht auf Freitag ein Haus um mehrere Meter verschoben. Initiiert hat die Aktion eine Kulturorganisation. Sie will mehr Platz für den Verkehr und neuen Raum für Kultur schaffen. |
20min-265 | Holger Theres verbrachte im Juli eine Woche am Bodensee. Dort unternahm der 52-jährige Deutsche verschiedene Touren mit Motorrad und Fahrrad. An einem Donnerstag fuhr er mit seinem Töff in die Schweiz. "Ich war von Konstanz entlang des Bodensees nach Stein am Rhein unterwegs", erzählt er. Nach der Mittagspause fuhr er zurück zum Hotel im deutschen Allensbach. Als sich der 52-Jährige einen Tag später für eine Velotour vorbereiten wollte, kam der Schock: "Ich konnte meine Papiere nicht finden. Alle meine Dokumente - Töffpapiere, Personalausweis und Führerschein - waren weg", so Theres. Es sei davon ausgegangen, dass ihm diese auf der Tour wohl aus dem Rucksack gefallen sein mussten. "Ich fuhr die Stecke nochmals ab und hielt an jedem Café und Restaurant, das ich besucht hatte". Doch niemand hatte seine Papiere gefunden. So ging er zur Polizei und meldete den Verlust. "Ich wusste nicht, wie ich nach den Ferien nach Hause kommen soll ohne meine Papiere", so der Deutsche. Die Polizei habe ihm geraten, zwei Wochen zuzuwarten. "Zum Glück hatte ich mein Portemonnaie noch". Er hoffte, dass sich jemand melden würde. Nach fast zwei Wochen glaubte er nicht mehr daran. "Ich hatte bereits neue Passfotos für meinen Personalausweis machen lassen", sagt Theres. Doch genau zwei Wochen nach dem Verlust, als er sich auf den Weg machte, um neue Papiere zu beantragen, warf er noch einen letzten Blick in den Briefkasten. Da lag ein dickes Couvert aus der Schweiz. "Als ich das Couvert geöffnet habe, traute ich meinen Augen kaum. Im Umschlag waren alle Papiere und Dokumente, die ich verloren hatte". Gefehlt habe nichts. "Ich habe mich riesig gefreut". Doch der Absender hat keinen Brief beigelegt. So startete Theres auf Facebook einen Aufruf, um die Person ausfindig zu machen. "Ich bin begeistert von der Ehrlichkeit dieser Person und wollte mich einfach dafür bedanken". Die Resonanz auf den Post war enorm. Sein Aufruf wurde über 36"000-mal geteilt und rund 800-mal kommentiert. "Es gibt doch noch ehrliche Leute", schrieb etwa ein Nutzer. Eine andere Kommentatorin meint: "Das ist doch mal eine schöne Nachricht. Es gibt doch tatsächlich auch noch Menschen mit Herz". Trotz des Aufrufs gibt es noch keinen Hinweis auf den Finder. | Der 52-jährige Holger Theres verlor auf einer Töfftour am Bodensee seine Ausweise. Zwei Wochen später erhielt er alle Dokumente per Post zugesandt. Auf Facebook sucht er nun nach dem Finder. Bisher hat er noch keine Hinweise. |
20min-266 | Drei Jahre nach seiner Entstehung treibt ein riesiger Eisberg mitten im Südatlantik und droht zu zerfallen. Das berichtet die europäische Weltraumorganisation ESA, der Weg des Kolosses wurde mithilfe von Satelliten verfolgt. Der Eisberg mit der Bezeichnung A-68A hatte sich am 12. Juli 2017 vom Larsen-Schelfeis an der Ostküste der Antarktischen Halbinsel gelöst. Mittlerweile befinde er sich 1050 Kilometer von dieser Stelle entfernt in der Nähe der Südlichen Orkneyinseln, teilte die ESA mit. Im offenen Meer angekommen sei er erst im Februar dieses Jahres. Ursprünglich sei der 175 Kilometer lange und 50 Kilometer breite Eisberg doppelt so gross wie Luxemburg gewesen. Seine Masse wurde auf etwa eine Billion Tonnen geschätzt - damit war er einer der grössten jemals dokumentierten Eisberge. Nachdem er zwei Eisbrocken verloren hat, sei er nun etwas weniger riesig. Und jetzt, da er sich in raueren Gewässern befinde, könnte er weiter zerbrechen, schreibt die ESA. Auch das dürfte im gemächlichen Eisbergtempo geschehen: Bis zur endgültigen Schmelze dürften angesichts seiner Grösse noch Jahre oder gar Jahrzehnte vergehen. Der Eisberg trägt seit den Abspaltungen den Namen A68-A - die abgebrochenen Eisberge heissen A68-B und A68-C. Der Name setzt sich aus einem Buchstaben für das Herkunftsgebiet und einer laufenden Nummer zusammen. Der Buchstabe steht für den Quadranten, in dem der Eisberg entdeckt wurde. Ursprünglich trug der Eisberg daher den Namen A68. So sahen seine ersten Monate aus: | Der Mega-Eisberg A68 hat den Südatlantik erreicht. Er war 2017 vom Larsen-Schelfeis in der Antarktis abgebrochen. Nun droht er zu zerfallen. Bereits in den letzten drei Jahren hat er sich deutlich verändert. |
20min-267 | Mal tanzt er, mal setzt er sich mit Lipsync in Szene, mal blickt er in seinem Zimmer voller Plüschtiere einfach nur flirty in die Kamera. Und genau das wollen seine Tiktok-Followerinnen und -Follower sehen: Stolze 1,3 Millionen Personen folgen Kristian alias Kris8an auf Tiktok, knapp 40 Millionen Likes hat der 18-Jährige bislang gesammelt - zählt man seinen alten Account hinzu, sind es sogar 66 Millionen Herzchen. Damit gehört der Baselbieter zu den erfolgreichsten Tiktokern der Schweiz. Dabei hat Kris erst vor einem Jahr mit den Kurzvideos gestartet. Corona-Pandemie sei dank: "Im Lockdown hatte ich viel Zeit, und ich fand die App lustig", sagt der Gymischüler. Ein paar Monate später "liefs immer besser", inzwischen ist er auch auf Instagram mit knapp einer halben Million Followerinnen und Followern ein gefragter Mann. So gefragt, dass sich nun sogar ein Management um seine Aufträge kümmert. Übers Geld sprechen mag Kris aber nicht. Ja, bei einigen Jobs verdiene er etwas, sagt er. Wie viel, will er aber nicht rausrücken. Bei Fan-Zahlen wird er schon konkreter: "Mehrere Hundert" DMs würden täglich in seinem Instagram-Postfach landen. "Irgendwann kam ich nicht mehr nach, alle zu beantworten". Etwa 80 Prozent seiner Community sei weiblich und zwischen 14 und 18 Jahre alt. Seine Aufgabe ist es, sie zu unterhalten. Kristian sieht sich selbst als "Entertainer, der nicht auf der Bühne, sondern online unterhält". So jedenfalls würde er seinen Nebenjob seinen Grosseltern erklären. Jemandem unter 20 Jahren sagt er einfach nur: "Ich mache Tiktok und Insta". Das macht er zwei bis drei Stunden täglich. Es stecke mehr hinter den Posts, als man glaube, so Kris: Inspirationen suchen, eigene Ideen kreieren, Content planen, Video erstellen, posten - alles brauche seine Zeit. Inputs holt er sich bei Kollegen seiner Zunft: Er orientiere sich vorwiegend an US-Tiktokern. Aber auch von Social-Media-Stars in Italien, der Heimat seiner Eltern, lasse er sich inspirieren. In Mailand sollte Kris nun eigentlich auch für eine Woche als Gast-Influencer ins Defhouse einziehen - einem durchgestylten 500-Quadratmeter-Haus, das explizit für junge Influencerinnen und Influencer und deren Content konzipiert wurde. Wegen Corona fiel das Projekt nun aber ins Wasser. Hat ihn die Pandemie vor einem Jahr noch gross gemacht, macht sie ihm nun einen gehörigen Strich durch die Rechnung. Doch Kris nimmts cool - genauso, wie er sich in seinen Videos gibt. "Vielleicht klappt es ja ein anderes Mal", sagt er. Und wenn nicht, auch nicht weiter tragisch. Auch die Zukunft will er auf sich zukommen lassen: Nach seiner Matura würde er zwar gerne mal eine Weile lang voll auf die Karte Social Media setzen - später könne er sich aber gut als Sekundar- oder Gymilehrer vorstellen, sagt er. "Diese Option habe ich schon seit Langem im Kopf". Im Video stellt sich Kris8an zwei Minuten lang unserer schnellen und intimen Fragerunde - hautnah in seinem Badezimmer. Die Bad-Vibes-Serie ist in Zusammenarbeit mit der Influencer-Marketing-Agentur Kingfluencers und Video Producer Elay Leuthold entstanden. Bereits erschienen: Almost.Cesca und Nathistyle. | 20 Minuten und Kingfluencers fühlen in einer Serie der nächsten Generation von Influencern und Influencerinnen auf den Zahn. Für zwei Minuten verfolgen wir sie sogar bis ins Bad - ohne Ringlight oder Beauty-Filter (im Video oben). In dieser Bad-Vibes-Folge: Kris8an. Hier erfährst du alles über den 18-Jährigen, seinen Alltag als Tiktoker und Instagramer und seine überraschenden Zukunftspläne. |
20min-268 | Um sich zu vermehren, benötigen Viren zwingend die Ressourcen einer von ihnen gekaperten Zelle, heisst es in einer Mitteilung der ETH. Wesentlich sei dabei, dass die Zelle auf Grundlage der eingeschleusten Viren-Gene neue Proteine herstellen kann. Dafür zuständig ist die zelleigene Proteinfabrik, das sogenannte Ribosom. Dieses arbeitet normalerweise in klar vorgegebenen Bahnen entlang der DNA. Dabei kommt es äusserst selten vor, dass es statt der üblichen Abfolge um eine oder zwei Positionen vorwärts oder rückwärts rutscht, was Biologen als Frameshifting bezeichnen. "Die Auswirkungen des Frameshiftings können fatal sein: Es führt dazu, dass das Ribosom nicht funktionierende Proteine herstellt", so die ETH-Forschenden. Gewisse Viren wie etwa Coronaviren oder das HI- Virus sind allerdings auf solche Verschiebungen angewiesen, um die Produktion ihrer Proteine zu regulieren. Das SARS- Cov-2-Virus führe dieses Frameshifting durch eine ausgeklügelte Faltung seiner RNA herbei. "Da eine Verschiebung des Leserasters für das Virus essentiell ist, jedoch in menschlichen Zellen fast nie auftritt, könnten chemische Substanzen, die auf diese speziell gefaltete virale RNA abzielen, möglicherweise als antivirale Medikamente genutzt werden", so eine der Schlussfolgerungen der Forscherinnen und Forscher. Bisher wusste man aber wenig über die Wechselwirkungen zwischen dem Erbgut des Virus und dem Ribosom der Zelle. Mit den jetzigen Erkenntnissen habe man die "Achillesferse" des Virus gefunden, frohlocken die Forscherinnen und Forscher in der Mitteilung. Genau diese Wechselwirkung während des Frameshifting-Prozesses konnte nun ein Team aus Forschenden der ETH sowie der Universitäten Bern, Lausanne und Cork (Irland) enthüllen. Dies erreichten sie, indem sie das Ribosom an der entsprechenden Stelle "einfroren" und mit Elektronenmikroskopen untersuchten. Zudem führten die Forscherinnen und Forscher Experimente mit lebenden Zellen durch, um zu verstehen, wie diese Prozesse mit Chemikalien beeinflusst werden können. Dabei hatten die Forschenden ein klares Ziel. "Die Abhängigkeit des Coronavirus von der Verschiebung des Leserasters könnte für die Entwicklung antiviraler Wirkstoffe genutzt werden", heisst es in der Studie. Da alle Coronaviren auf das Frameshifting angewiesen sind, könnte ein auf diesen Vorgang abzielendes Medikament auch nützlich sein, um Infektionen durch andere Coronaviren zu behandeln. "Unsere zukünftige Arbeit wird sich darauf konzentrieren, die zellulären Abwehrmechanismen zu verstehen, die das virale Frameshifting unterdrücken, da dies für die Entwicklung von kleinen Wirkstoffen mit ähnlicher Aktivität nützlich sein könnte", erklärt dazu Nenad Ban, Professor für Molekularbiologie der ETH Zürich und Co- Autor der Studie. | ETH-Forscherinnen und -Forscher haben die Mechanismen erforscht, wie Viren die für sie notwendige Proteinproduktion in infizierten Zellen steuern. Wenn diese Produktion unterbunden werden kann, kann sich das Virus nicht weiter vermehren. Die Erkenntnisse der Forschenden könnten zur Grundlage für neue Medikamente werden. |
20min-269 | Das Strafgericht Basel-Stadt verurteilte am Dienstag einen 25-jährigen Schweizer zu einer bedingten Freiheitsstrafe von sieben Monaten und einer Busse von 200 Franken. Er hatte am 24. November 2018 an einer Demonstration gegen eine Kundgebung der rechtsextremen Pnos in Basel teilgenommen. Während die Gegendemonstranten breit durchmischt und zumeist friedlich waren, befanden sich unter ihnen auch Linksextreme, die die Konfrontation mit den Pnos-Exponenten und der Polizei suchten. Die Staatsanwaltschaft warf dem Beschuldigten vor, "an vorderster Front" dabei gewesen zu sein, von Rangeleien bis zur Eskalation an der Kreuzung Rosental- und Mattenstrasse. Dort flogen Bierdosen und Steine, die Polizei setzte Gummischrot und Reizgas ein. Gemäss Anklageschrift habe die Gefahr bestanden, dass die Demonstranten die Polizeisperre bei einem Angriff überrannt hätten. Der Beschuldigte bestritt vor Gericht nicht, dort gewesen zu sein. "Ich wollte meine antifaschistische Position vertreten", sagte er. Zur kurzzeitigen Auseinandersetzung mit der Polizei sagte er lediglich, er habe sich nicht daran beteiligt. Das Gegenteil konnte ihm denn auch nicht nachgewiesen werden. Die vermummte Person, die die Staatsanwaltschaft als den Mann identifiziert, übt auf keiner Aufnahme aktiv Gewalt aus. Doch weil er dort war und sich nicht entfernte, machte er sich des Landfriedensbruchs schuldig. Und weil es in dessen Rahmen zu Gewalthandlungen kam, erfolgte auch der Schuldspruch wegen Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte, wie Gerichtspräsident Marc Oser erklärte. Eine aktive Beteiligung sei für die Erfüllung des Straftatbestands nicht nötig. Passiv dabei zu sein reiche aus. Wie die Staatsanwaltschaft und Einzelrichter Oser von den Aufnahmen eines vermummten Demonstranten auf den Beschuldigten schlossen, wurde am Dienstag nicht ersichtlich. Die Fotos, auf denen er nicht vermummt war, wurden im Saal nicht gezeigt. Sie sollen ihn in einem Outfit zeigen, anhand dessen seine Bewegungen während der Demonstration verfolgt wurden. Die Videos, die vor Gericht gezeigt wurden, zeigten diese vermummte Person. Allerdings hatten weder der Verteidiger noch sein Mandant diese zuvor gesehen. Oser war nach Sichtung des Videomaterials jedoch "zweifelsfrei überzeugt", dass es sich um den Beschuldigten handelt. Der Verteidiger vermutet hingegen, dass sein Mandant wegen einer einschlägigen Vorstrafe ins Visier der Behörden geraten war. Sowohl die Verteidigung wie auch das Gericht rügten zudem die Staatsanwaltschaft für ihre diffuse Beweisführung. So habe die Anklage eine Festplatte mit zahlreichen Videos zugestellt, ohne auszuführen, wie sie mit dem konkreten Verfahren in Verbindung stehen. Eine Erklärung blieb derweil auch aus, weil sich die Staatsanwaltschaft von der Verhandlung dispensieren liess. Der Prozess am Dienstag war nur der erste in einer Reihe von Verfahren, die die unbewilligte Demonstration gegen die bewilligte Pnos-Kundgebung vom 24. November 2018 nach sich zieht. Rund 20 Anklagen wurden bereits an das Basler Strafgericht überwiesen, über 30 sind noch hängig. Sie betreffen Einzelpersonen und werden auch einzeln verhandelt. Einerseits kann so genauer auf die jeweiligen Sachverhalte eingegangen werden. Andererseits bleibt so das öffentliche Interesse kleiner als bei einem Mammutprozess mit dutzenden Beschuldigten. | Ein 25-Jähriger wurde am Dienstag zu einer bedingten Freiheitsstrafe von sieben Monaten verurteilt. Die Staatsanwaltschaft war ihm unter anderem Drohung und Gewalt gegen Behörden und Beamte vor. Er hatte an der Basel-Nazifrei-Demonstration gegen eine Pnos-Kundgebund teilgenommen. Obwohl ihm nur passives Beisein nachgewiesen werden konnte, wurde er schuldig gesprochen. |
20min-270 | Nach einem verheerenden Bombenanschlag auf eine Schule in Kabul, der Hauptstadt Afghanistans, wurden am Sonntag die Opfer beigesetzt worden. Die Zahl der Toten ist laut "CNN" auf 68 gestiegen. Viele der Opfer in Kabul seien Schülerinnen zwischen elf und 15 Jahren, teilte das afghanische Innenministerium mit. Die Zahl der Verletzten habe sich auf 165 erhöht. Zahlreiche Personen gelten noch als vermisst. Als viele Kinder am Samstag die Schule verliessen, gab es vor dem Gebäude drei Explosionen, wie Innenministeriumssprecher Tarik Arian sagte. Die erste sei von einem mit Sprengstoff gefüllten Fahrzeug ausgelöst worden, dann seien zwei weitere gefolgt. Die Detonationen ereigneten sich im Viertel Dascht-e-Barchi, in dem vor allem schiitische Hasara leben. Die Gegend in Kabul ist bereits zuvor mehrfach von Gewalt erfasst worden, die sich gegen die Minderheit der Schiiten richtete und für die zumeist ein Ableger der sunnitischen Terrorgruppe Islamischer Staat die Verantwortung übernahm. Wer hinter dem Anschlag vom Samstag steckte, war zunächst unklar. Es war der schwerste Anschlag in Afghanistan seit über einem Jahr. Die Regierung machte die Taliban für die Tat verantwortlich. Die militant-islamistischen Taliban bestritten eine Beteiligung und verurteilten die Tat. Angehörige der Opfer warfen der Regierung vor, sie nicht zu schützen. Sie reagiere lediglich, werde aber vor solchen Taten nicht aktiv, sagte Mohammed Bakir Alisada, dessen Nichte zu den Todesopfern zählte. Anführer der Hasara beschlossen am Sonntag die Einrichtung einer eigenen Schutztruppe. Sie soll vor Schulen, Moscheen und öffentlichen Einrichtungen stationiert werden und mit Sicherheitskräften der Regierung zusammenarbeiten. Ziel sei, die örtlichen Kräfte zu ergänzen, sagte der Parlamentarier Ghulam Hussein Naseri. Bei einem Bombenanschlag auf einen Bus in Afghanistan sind in der Nacht zum Montag mindestens elf Menschen getötet worden. Wie das Innenministerium in Kabul mitteilte, wurden 28 weitere Menschen bei dem Anschlag in der Provinz Sabul im Südosten des Landes verletzt. Demnach war die Bombe am Strassenrand deponiert. Der Anschlag ereignete sich wenige Stunden vor der Ankündigung der radikalislamischen Taliban, eine dreitägige Waffenruhe anlässlich des Eid-al-Fitr-Festes zum Ende des muslimischen Fastenmonats Ramadan einhalten zu wollen. Erst vor wenigen Tagen haben die noch im Land verbliebenen 2500 bis 3500 US-Soldaten mit dem Abzug begonnen. Sie sollen Afghanistan nach dem Willen von US-Präsident Joe Biden spätestens bis zum 11. September verlassen haben. Auch die anderen Nato-Mitgliedsstaaten ziehen ihre Truppen ab, so erklärte die Organisation, es gebe in Afghanistan keine militärische Lösung. Beobachter befürchten nach dem Abzug der ausländischen Truppen einen neuerlichen Anstieg der Gewalt. Die US-Geheimdienste sehen unter anderem die Frauenrechte in Gefahr. Im ersten Quartal 2021 wurden nach Zählung des UN-Hilfseinsatzes Unama in Afghanistan mehr als 570 Zivilisten getötet und 1210 verwundet. Das sind fast 30 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Dabei stiegen insbesondere die Zahl der verletzten oder getöteten Frauen und Kinder. | Bei einer Explosion sind in Kabul mindestens 68 Menschen ums Leben gekommen. 165 Personen wurden verletzt, zahlreiche Personen gelten weiterhin als vermisst. Erst vor Kurzem wurde damit begonnen, 2500 bis 3500 US-Soldaten von Afghanistan abzuziehen. |
20min-271 | Es war ein hundsgewöhnlicher Freitag, als "Jolene" ganz plötzlich auf Twitter trendete. Schöpferin Dolly Parton (74) hatte jedoch weder etwas Spezielles gesagt noch getan. Zwei unbekannte Zwillingsbrüder waren für den Hype verantwortlich: Tim und Fred Williams, zwei 22-jährige Männer aus Indiana, hörten sich den Welthit aus den 70ern zum ersten Mal in ihrem Leben an - und filmten sich dabei. Sie kreischten, sie sangen mit und unterbrachen den Song mehrmals, um sich mit mit einer goldigen Ernsthaftigkeit über den Track auszutauschen. Menschen auf der ganzen Welt waren angetan von so viel cuter Ahnungslosigkeit. Das Video landete am Ende sogar bei Dolly Parton persönlich, die es wiederum selbst amüsiert teilte. Das Video verzeichnet mittlerweile knapp drei Millionen Views. Doch "Jolene" ist - du ahnst es - nicht der einzige Kultsong, den die Brüder bislang nicht kannten. Aufgewachsen mit Lil Wayne und Twista, haben die US-Amerikaner eines Tages festgestellt, dass es "noch mehr als nur Rap da draussen gibt", wie Fred kürzlich gegenüber People.com sagte. "Da ist so viel mehr, als ich jemals gedacht habe". Viel, viel mehr sogar: Gemeint hat er nicht nur alte Klassiker, sondern auch etwas jüngere Hits wie Whitney Houstons "I Will Always Love You" oder "Where Is the Love" von The Black Eyed Peas. Dudes, wo habt ihr denn bis jetzt gelebt?! Seit zehn Monaten hören sich die Brüder nun gemeinsam durch die Musikgeschichte und unterhalten mit simplen Clips auf ihrem Youtube-Channel TwinsthenewTrend inzwischen mehr als 377"000 Abonnentinnen und Abonnenten. Gefilmt wird in Tims Schlafzimmer, im Hintergrund hängen Poster von Rapper Tupac, NBA-Spieler Derrick Rose und Boxer Deontay Wilder. Jeden Tag um Punkt zwei Uhr nachmittags setzen sich die zwei in ihre XL-Ledersessel, die sie auf Ebay ersteigert haben, stecken sich ihre Airpods in die Ohren und lernen völlig unvoreingenommen Klassiker von Prince bis Nirvana kennen. Ihre jüngste Neuentdeckung ist Phil Collins" Hit "In the Air Tonight", den die Zwillinge kurzerhand sogar wieder in die Charts hievten: Der Song aus dem Jahr 1981 steht zurzeit auf dem zweiten Platz der iTunes-Sales-Charts in den USA. Nur Cardi B hat er noch nicht abgehängt. Spoiler-Alarm: Die Jungs lieben Collins" Drums. "Ihr habt uns nicht darauf vorbereitet!", rufen sie überwältigt im knapp vier Millionen Mal angeklickten Video. Welchen Song sollten die ahnungslosen Jungs deiner Meinung nach unbedingt noch kennen lernen? Welcher ist dein persönlicher Evergreen? Welchen Track muss man einfach kennen? | Die Zwillingsbrüder Tim und Fred Williams (22) aus den USA entdecken zusammen Klassiker der Musikgeschichte und filmen ihre spontanen Reaktionen. Welthits wie "Jolene" von Dolly Parton oder "Wannabe" von den Spice Girls haben sie noch nie zuvor gehört. Phil Collins" "In the Air Tonight" aus den 80ern haben sie dadurch kurzerhand in die iTunes-Charts gehievt. Mehr als 377"000 Abonnenten sind fasziniert von so viel cuter Ahnungslosigkeit. Wir wollen wissen: Welchen Song muss man deiner Meinung nach einfach kennen? |
20min-272 | In Hettiswil im Emmental, in zwei Gemeinden in der Nähe von Yverdon sowie in Zell ZH kam es in den letzten Tagen nach den heftigen Unwettern zu Trinkwasserverschmutzungen. Zudem herrschte in Cudrefin am Neuenburgersee Badeverbot - wegen einer zu hohen Konzentration an E.Coli-Bakterien. Gemäss dem Bund dürften solche extremen Wettereignisse zunehmen: "Starkniederschläge werden in Zukunft wahrscheinlich merklich häufiger und intensiver, als wir es heute erleben", entnimmt man dem Bericht "CH2018 - Klimaszenarien für die Schweiz" vom National Centre for Climate Services NCCS. Dass heftige Niederschläge zu Wasserverschmutzungen führen können, sagen auch Experten. "Starkniederschläge können zu einer Verschmutzung der Trinkwasserinfrastruktur führen: Durch Auswaschen von Schmutz- und Schadstoffen aus Landwirtschaft und Siedlungsflächen, Verschmutzung von Trink- und Grundwasser durch organisches Material oder einfach durch Schäden an der Trinkwasserinfrastruktur", so Franz Störch, Geschäftsbereichsleiter für die Wasserversorgung der Firma CSD Ingenieure. Bei starken Regenfällen würde zudem die natürliche Reinigungswirkung der Böden beeinträchtigt. Kurzfristige Massnahme können laut Störch zum Beispiel ein gutes Qualitätsmanagement in der Wasserversorgung oder die Zusammenarbeit der Gemeinden sein. Durch bessere Vernetzung könne so eine Gemeinde Wasser von einer anderen beziehen, falls die eigene Versorgung kurzzeitig kontaminiert ist. "Damit vermeide ich jedoch nicht die Verschmutzung an sich, sondern Engpässe bei der Versorgung, falls Wasser kontaminiert sein sollte", so Störch. Als langfristige Massnahme nennt der Umweltingenieur alle Bestrebungen, die gegen die Klimaerwärmung unternommen werden. Ein weiteres Problem sind gemäss Daniel Hartmann, Experte für Grundwasserschutz die Abwasserreinigungsanlagen: "Bei starkem Regen können Kläranlagen überlaufen. Dies kann dazu führen, dass das Wasser nicht lange genug geklärt und verschmutzt abgeleitet wird". Verschmutzungen würden zudem von diversen geographischen Faktoren beeinflusst, sagt der ehemalige Leiter der Sektion Grundwasserschutz des Bundesamts für Umwelt weiter. Gülle oder Pestizide, die in der Nähe von Trinkwasserfassungen oder an Hängen gespritzt werden, würden leichter in benachbarte Gewässer abgeschwemmt und ins Grundwasser ausgewaschen. Das Projekt "Wasserversorgung 2025" des Bundesamtes für Umwelt habe eine Vielzahl an Handlungsempfehlungen herausgearbeitet, wie das Trinkwasser auch in einer vom Klimawandel geprägten Zukunft geschützt und genutzt werden kann, so Hartmann. "Mit extremen Wetterereignissen können wir umgehen, mit der permanenten Kontamination der Böden durch Pestizide oder durch hohe Siedlungsdichten nicht", sagt Rolf Meier, Vizedirektor des Fachverbandes der Wasser-, Gas- und Wärmeversorger. Für den Wasserversorgungsexperten muss deshalb der Fokus auf raumplanerische Massnahmen gesetzt werden: "Trinkwasser-Schutzzonen und Zuströmbereiche müssen ausgeschieden und der Pestizideinsatz in diesen Bereichen reduziert werden. Dafür müssen der Bund und die Kantone raumplanerische Aufgaben wahrnehmen und umsetzen". Dass das Schweizer Leitungswasser in Zukunft nicht mehr trinkbar sein könnte, bezweifeln alle drei Experten. "80 Prozent des Wassers, das an die Verbraucher abgegeben wird, ist naturbelassen und wird nicht oder nur geringfügig aufbereitet. Europaweit sind wir in der Spitzengruppe unterwegs. In Zukunft werden wir wahrscheinlich stärker herausgefordert sein, aber wir werden uns dafür einsetzen, dass uns dieses Privileg erhalten bleibt", sagt Meier. | In den vergangenen Tagen und Wochen kam es in verschiedenen Gemeinden zu Trinkwasserverschmutzungen. Grund dafür ist laut Experten der Starkregen, der unter anderem zu einem Überlaufen der Kläranlagen führt. Ausserdem gelangen mit dem Regen Schmutz- und Schadstoffe aus Landwirtschaft und Siedlungsflächen in das Grundwasser. |
20min-273 | Sie wechseln den Job, bleiben aber faktisch auf dem gleichen Stuhl sitzen: Jene Berufstätige, die während der letzten Monate im Homeoffice eine neue Stelle antraten. Damit kamen nicht alle zurecht. Eine Kadermitarbeiterin im Dienstleistungssektor startete im Herbst 2020 in einem grossen Unternehmen - im Mai kündigte sie wieder. Verleidet war ihr der Job, weil sich alle ihre Kontakte im digitalen Raum abspielten. In diesen acht Monaten hatte sie nie einen ihrer Kollegen gesehen und sich nie mit der Chefin physisch über Erwartungen auch mal zwischen den Zeilen unterhalten können. Kommunikationsexperte Stefan Häseli schilderte den Fall kürzlich auf dem Portal It-Daily. Kurz nach dem ersten Zusammentreffen mit Kollegen und Vorgesetzten im "echten" Umfeld habe sich gezeigt, dass es gar keine gemeinsame Basis gegeben habe, berichtet er weiter. "Ich bin nie wirklich angekommen", habe das Fazit der Mitarbeiterin gelautet. Auch die 26-jährige K. J.* hängte ihren neuen Job als Software-Entwicklerin nach wenigen Monaten an den Nagel. "Trotz Umziehen in eine WG, in der es viel besser war als im ersten Lockdown, fühlte ich mich immer distanzierter von der Arbeit". Nach den Weihnachtsferien habe es ihr ausgehängt. "Wieder im gleichen Zimmer an den gleichen Schreibtisch, um acht Stunden in den gleichen Bildschirm zu schauen". Sie habe sich danach gesehnt, ihre Wohnung wieder zu verlassen und nach einem Job, bei dem sie auch mit Menschen Kontakt habe. Als sie in den letzten Wochen wieder im Büro habe arbeiten dürfen, sei die Freude an der Arbeit zurückgekehrt, sagt J. Dennoch kündigte sie im April. Nun freut sie sich, ab August auf einer Baustelle zu arbeiten - dann beginnt die ETH-Absolventin eine Elektriker-Lehre. Für sie steht fest: "Solange die Pandemie andauert, werde ich nicht mehr einen Job machen, bei dem man mich nach Hause schicken kann". Durchgehalten hat hingegen Flurin Bucher. Sein erstes Lehrjahr als Mediamatiker bei der Swisscom fesselte ihn fast durchgehend ans Homeoffice. Es gebe Tage, an denen er es nicht so toll finde, die ganze Zeit zuhause zu sein, sagt er zu Apunto, dem Online-Magazin der Gewerkschaft Angestellte Schweiz. "Es fällt mir dann schwerer, mich zu motivieren". Gewerkschaften bestätigen, dass frisch eingestellte Mitarbeitende im Homeoffice oft kämpfen. "Weil die menschliche Wärme fehlt, wissen viele neue Mitarbeitende nicht, woran sie sind und fragen sich, ob man sie gut findet", sagt Hansjörg Schmid, Sprecher von Angestellte Schweiz. Dazu fehlt ihnen laut Schmid der Austausch mit dem Team beim Mittagessen oder vor der Kaffeemaschine. "Tolle Kollegen können ja manchmal die Motivation für die Arbeit sein, macht es mal gerade nicht so Spass". Da sie zu Einzelkämpfern würden, zögerten im Homeoffice eingestiegene Mitarbeitende weniger lange vor einer Kündigung. Eine nicht repräsentative Umfrage von 20 Minuten mit rund 1000 Teilnehmenden zeigt: Über 10 Prozent der Teilnehmenden gefällt der Job weniger, seit sie im Homeoffice arbeiten. Auch Karriereberaterin Renate Köster sagt, dass viele Berufstätige nicht gerne isoliert arbeiten. "95 Prozent meiner Klienten wollen Kontakt zu anderen Menschen haben - sei es Kundenkontakt oder zumindest die Möglichkeit zum Smalltalk mit Kolleginnen und Kollegen". Das Bedürfnis nach einem Dienstleistungsjob mit direkten Menschenkontakten steige, sagt Köster. "Das Interesse an der Arbeit in der Gastronomie wird wieder zunehmen". Mehrheitlich verzeichneten Unternehmen in der Pandemie jedoch trotz Homeoffice-Frust weniger Abgänge als üblich. "Im Jahr 2020 war, wie in wirtschaftlich unsicheren Zeiten üblich, die freiwillige Fluktuationsrate bei der Credit Suisse deutlich niedriger als in den Vorjahren", sagt Melis Knecht, Mediensprecherin der Credit Suisse. Auch das Telekommunikationsunternehmen Swisscom und der Grossverteiler Coop melden eine eher tiefere Fluktuation während der Corona-Zeit als vorher. *Name der Redaktion bekannt. | Manche Mitarbeitende, die im Homeoffice starten mussten, hängten den Job nach kurzer Zeit an den Nagel. Eine Kadermitarbeiterin verliess das Unternehmen, weil sie nie einen Kollegen sah, eine andere Mitarbeiterin fühlte sich "immer distanzierter von der Arbeit". "Weil die menschliche Wärme fehlt, wissen viele neue Mitarbeitende nicht, woran sie sind", sagt ein Gewerkschaftsvertreter. Laut einer Karriereberaterin steigt das Bedürfnis nach einem Dienstleistungsjob mit direkten Menschenkontakten. |
20min-274 | Die Delegierten der SVP Schweiz haben den Tessiner Ständerat Marco Chiesa am Samstag an ihrer Versammlung in Brugg Windisch AG zum neuen Parteipräsidenten gewählt. Der 45-Jährige löst Nationalrat Albert Rösti an der Parteispitze ab. Die mehr als 350 Delegierten quittierten die Wahl von Chiesa mit Applaus. Die Stimmen konnten nicht mehr ausgezählt werden. Es war jedoch eine sehr grosse Mehrheit. Er werde das Programm der SVP nicht ändern, nur um netter zu sein und mit allen auszukommen, sagte Chiesa nach seiner Wahl. Er wolle ganz sicher keine 10-Millionen-Schweiz. Er wolle seinen Kindern eine Welt übergeben, auf die sie stolz sein könnten. Mit Chiesa hat die SVP erstmals einen Präsidenten aus der lateinischen Schweiz. Der bisherige Vizepräsident Chiesa wurde im Dezember in den Ständerat gewählt. Zuvor gehörte er vier Jahre dem Nationalrat an. Der Tessiner ist verheiratet und hat zwei Söhne. Der Parteileitungsausschuss hatte Chiesa den Delegierten als einzigen Kandidaten vorgeschlagen. Chiesa setze sich "mit Herzblut für das Wohl der Schweiz und die Kernanliegen der SVP" ein, hiess es. Der Parteivorstand empfahl den Tessiner einstimmig zur Wahl. Weitere Kandidaten wurden an der Versammlung nicht vorgeschlagen. Der Tessiner Ständerat tritt die Nachfolge von Präsident und Berner Nationalrat Rösti an. Der 53-jährige Rösti war seit April 2016 SVP-Präsident. Der Politiker aus dem Berner Oberland hatte im Dezember seinen Rücktritt angekündigt. Chiesa sei von Beginn an ein Wunschkandidat gewesen, sagte alt Nationalrat Caspar Baader, Präsident der Findungskommission. Er habe im Kanton Tessin eine solide Aufbauarbeit für die SVP geleistet. Die Wahl Chiesas in den Ständerat zeige dessen Beliebtheit im Kanton Tessin. "Chiesa ist für die SVP ein Glücksfall", soe Baader. Die SVP sei aktuell in einer "schwierigen Phase". Daher sei ein Präsident gesucht worden, der die Partei und die Landesteile zusammenfügen könne. Man habe auch die jüngere Generation ansprechen wollen. Auch solle er für acht Jahre Präsident bleiben. Die SVP habe auch früher jeweils eine Einerkandidatur vorgeschlagen. Man habe - bewusst unter dem Radar der Medien - mit insgesamt 22 Personen gesprochen. "Wir mussten jedoch 13 Absagen einstecken, mit neun Personen sind Gespräche geführt worden", sagte Baader. Ein Delegierter kritisierte vor der Wahl, er sei sehr gestört gewesen, dass Christoph Blocher an einer Sitzung dem nun abtretenden Parteipräsidenten Rösti das Vertrauen entzogen habe. "Bei uns erfolgt die Politik von Oben nach Unten"."Er sei der Ansicht, man habe zu viel Führung in der Partei. Eine Delegierte zeigte sich enttäuscht, dass der Versammlung nur ein Kandidat vorgeschlagen werde. | Marco Chiesa löst Albert Rösti an der Spitze der SVP ab. Mit Chiesa hat die SVP erstmals einen Präsidenten aus der lateinischen Schweiz. Der Tessiner wurde als einziger Kandidat von der Parteileitung vorgeschlagen. |
20min-275 | "Alles fing mit unseren Erlebnissen im Ausgang an. Unter Freunden haben wir Memes über lustige Situationen, die wir im Ausgang erlebt haben, erstellt", erzählt Luca Palmisano, Entwickler des neuen Party-Trinkspiels "Busfahrer". Gerne haben sich die Jungs an die Memes zurückerinnert und so entstand die Idee, eine Meme-Page auf Instagram zu erstellen. "Wir dachten uns, komm, diese Momente kennt doch jeder, das wird bestimmt lustig", so Luca. Auch das bereits bekannte Trinkspiel "Busfahrer" wurde im Freundeskreis immer wieder gespielt. "Als wir bei unserem Freund zum Geburtstag eingeladen waren, kam uns die Idee, ihm eine personalisierte Variante des Spiels zu schenken", erzählt Tim van der Linden, der andere Entwickler des neuen Spiels. So haben die beiden Studenten aus dem Thurgau zum Beispiel Bilder von Freunden auf die Karten geklebt und lustige Aktionskarten mit ins Spiel genommen. Das Ziel war es, ein eher unpersönliches Trinkspiel, wie es das bekannte "Busfahrer" ist, in ein persönliches zu verwandeln. "Wir tauschten langweilige Trinkaufforderungen mit guten und bösen Karten aus, die lustige Folgen haben können", sagt Tim. Mittels 156 Spielkarten kann es zu unvergesslichen Momenten kommen. Der Spielablauf ist ähnlich wie beim bekannten Trinkspiel (siehe Box unten). Das Spiel von Luca und Tim soll aber mit den besonderen Karten auch dazu dienen, sich in einer Gruppe besser kennen zu lernen. Es können private Storys erzählt werden, und auch untereinander kann es zu intimeren Gesprächen kommen. Somit haben Tim und Luca das klassische "Busfahrer" auf ein neues Level gebracht. Auf Instagram teilten die beiden ihre Idee mit ihren Followern. Der Instagram-Kanal "Partylifememes" hat bereits über 25"000 Follower. Diese seien begeistert gewesen. "Es war eigentlich nicht geplant, das Spiel auf den Markt zu bringen", erzählt Luca. "Doch unsere Follower haben uns dazu motiviert, und so dachten wir uns, wir wagen den Schritt". Dazu hat Tim eine Anekdote. "Eine Freundin hat uns kürzlich erzählt, dass eine Kollegin aus Hamburg ein Bild von unserem Spiel gepostet habe. Dass wir solch eine grosse Reichweite haben, macht uns stolz", so der 20-Jährige. Nach dem Entscheid, das Spiel auf den Markt zu bringen, ging es auch schon an die Umsetzung. Im Internet machten sich die Studenten schlau. "Es war uns von Anfang an klar, dass wir umweltfreundlich produzieren wollen. Wir fanden dann einen passenden Partner", so Tim. Damit das Spiel so umweltschonend wie möglich produziert werden kann, verzichten die Geschäftspartner auf Plastik. Das Spielbrett soll jedoch trotzdem flüssigkeitsresistent sein, da es gut möglich sei, dass mal ein Schluck Bier darauf lande. Man habe sich für Leinenpapier entschieden, obwohl dadurch die Produktionskosten höher seien. Unterstützt wurden sie während des ganzen Projekts durch das kantonale Förderprogramm Start Netzwerk Thurgau. Auch persönlich seien sie durch die Entwicklung des Spiels gewachsen. "Wir konnten extrem viel von dem ganzen Prozess lernen. Was es bedeutet, etwas allein auf die Beine zu stellen, ist einem im Vorhinein gar nicht so bewusst", sagt Luca. Von morgens bis abends sassen die Freunde in einem Wohnwagen und tüftelten am Spiel herum. Vom Design bis zu den personalisierten Karten haben sie alles allein gemacht. Dass sich das Spiel wegen der aktuellen Corona-Situation schlechter verkaufen wird, denken Tim und Luca nicht. "Wir wollen den Leuten mit unserem Spiel eine Vorfreude auf die kommende Zeit bereiten. Wir wissen, dass sich viele auf die Lockerungen freuen, und das wollen wir unterstützen", so Luca. Trotzdem ging die Corona-Krise nicht spurlos an ihnen vorbei. "Die Grenzschliessungen haben uns einige Probleme gemacht, da wir die Spiele in Deutschland produzieren. Doch davon lassen wir uns nicht unterkriegen", meint Tim.Mit 500 Exemplaren beginnen die Lieferungen am Montag von Deutschland aus. "Wir hoffen, dass die ersten Kunden ihr Spiel ab dem 18. Mai in den Händen halten können". | Zwei Studenten aus dem Thurgau haben das bekannte Trinkspiel "Busfahrer" neu erfunden. Es war eigentlich als einmaliges Geschenk für einen Freund gedacht. Auf Instagram kam das Spiel jedoch so gut an, dass sie es nun auf den Markt bringen. Das Spiel ist persönlicher als das alte Trinkspiel und perfekt, um Leute besser kennen zu lernen. Alkohol ist kein Muss. Man kann auch mit Sirup mitspielen. |
20min-276 | Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan empfing am Dienstag EU-Ratspräsident Charles Michel und EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen zu einem offiziellen Besuch. Mehr als das Treffen selbst gab aber der Foto-Termin zu reden. Erdogan hatte nur zwei Stühle bereitgestellt - und auf diesen nahmen Charles Michel und er selbst Platz. Für Ursula von der Leyen hingegen war kein Platz vorgesehen. Die deutsche Spitzenpolitikerin, immerhin Vorgesetzte des gesamten EU-Verwaltungsapparats, war sichtlich irritiert. Sie verwarf die Hände und äusserte ein gut hörbares "Ähm". Danach arrangierte sie sich mit der Situation: Es blieb ihr nichts anderes übrig, als sich auf ein Sofa zur Seite von Erdogan und Michel zu setzen. Die Szene sorgte für Empörung in Politik- und Diplomatie-Kreisen. Besonders stossend finden Beobachter, dass es zwei Männer sind, die sitzen und in die Kameras schauen dürfen, während die Frau ausgebootet und fernab der Aufmerksamkeit daneben Platz nehmen muss. Die Interpretation, dass Erdogan bewusst darauf verzichtet habe, Ursula von der Leyen einen Stuhl anzubieten, wird zusätzlich genährt durch die Tatsache, dass Erdogan Ende März verkündete, aus der Istanbul-Konvention austreten zu wollen. Diese hat das Ziel, Frauen vor Gewalt zu schützen. Auf Twitter machen sich Politiker und Politikerinnen unter dem Hashtag #GiveHerASeat Luft. So schreibt Iratxe Garcìa Lopez, die Fraktionschefin der Sozialdemokratinnen im EU-Parlament: "Zuerst ziehen sie sich aus der Instanbul-Konvention zurück. Dann geben Sie der EU-Kommissionspräsidentin keinen Stuhl. Das ist beschämend". Und der Grünen-Politiker Sergey Lagondinsky kommentierte von der Leyens ratloses "Ähm" mit: "‹Ähm› sollte der neue Begriff für die Beziehungen zwischen der Türkei und Deutschland sein". Die türkische Regierung richtete aus, man habe niemandem schaden wollen. In der Kritik steht aber auch EU-Ratspräsident Charles Michel. Er hätte die Geistesgegenwart haben und seinen Stuhl von der Leyen anbieten müssen, monieren Kritikerinnen und Kritiker. Sein Beraterstab verteidigt das Vorgehen. Die Sitzzuweisung habe dem Protokoll entsprochen, argumentierte das Team von Michel nach der Rückkehr nach Brüssel, wie "Politico" schreibt. Beim Treffen habe es sich formell gesehen um einen Austausch zwischen dem türkischen Präsidenten und dem EU-Ratspräsidenten gehandelt. Von der Leyen und Vertreter der türkischen Exekutive hätten daran bloss teilgenommen. Bilder von früheren Treffen zwischen Erdogan und den damaligen EU-Ratspräsidenten Donald Tusk und EU-Kommissionspräsidenten Jean-Claude Juncker zeigen allerdings, dass man damals durchaus fähig war, drei Stühle aufzustellen: Wichtiges Detail: Das Treffen zwischen Erdogan, Michel und von der Leyen wurde vom türkischen Beraterstab des Präsidenten und vom Stab des EU-Ratspräsidenten Michel geplant. Der Beraterstab von von der Leyen blieb aus Pandemie-Gründen in Brüssel zurück, wie die "Süddeutsche Zeitung" berichtet. | Vom Treffen zwischen der EU-Spitze und dem türkischen Präsidenten Erdogan bleibt ein Bild in Erinnerung. Die EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen musste abseits der Kameras auf einem Sofa Platz nehmen. "Das ist beschämend", sagen EU-Politikerinnen. Erdogan und der EU-Ratspräsident verteidigen sich: Das Protokoll sei eingehalten worden. |
20min-277 | Der Kanton Basel-Stadt hat am Montag eine Website aufgeschaltet, über die sich Termine für eine Corona-Impfung buchen lassen. Ein Zeitfenster lässt sich auch telefonisch über eine Infoline (0800 555 655) reservieren. In einer ersten Phase steht diese nur Personen aus Basel-Stadt offen, die 65 Jahre und älter sind und zu einer Risikogruppe gehören. Da nur ein begrenzte Anzahl Dosen des am Samstag zugelassenen Vakzins von Pfizer/Biontech verfügbar sein werden, brauche es eine Priorisierung, hiess es. Der Kanton orientiere sich hierbei an den Empfehlungen der Eidgenössischen Kommission für Impffragen (EKIF) und des Bundesamts für Gesundheit (BAG). Die Nachfrage für die Corona-Impfung ist riesig. Die verfügbaren 1900 Termine für den 29., 29. und 30. Dezember waren innert 30 Minuten ausgebucht, teilte das Basler Gesundheitsdepartement am Nachmittag mit. Die Infoline sei zeitweise überlastet gewesen. "Das grosse Interesse freut mich sehr. Die Impfung ist unsere Chance, das Coronavirus schrittweise hinter uns zu lassen", freut sich Gesundheitsdirektor Lukas Engelberger. Im neuen Jahr werden dann ab dem 4. Januar wieder neue Impftermine angeboten. Der Impfstart erfolgt in Basel am 28. Dezember. Dieser Tage wird dafür ein Zentrum in den Räumlichkeiten der Messe Basel eingerichtet. Dieses wird durch das Unternehmen Meconex im Auftrag des Kantons betrieben. Die Basler Firma habe viel Erfahrung in der Durchführung von grossen Impfaktionen, heisst es in der Medienmitteilung des Kantons. Wer sich impfen lassen möchte, muss vorgängig eine Einverständniserklärung ausfüllen und muss zum Termin Krankenkassenkarte und einen amtlichen Ausweis zu Identifikation mitbringen. Zudem wird dazu geraten, bei Fragen und Unsicherheiten bezüglich Kontraindikationen den eigenen Hausarzt zu konsultieren. Informationen dazu finden sich ebenfalls auf der Website. Bewohnende von Pflegeheimen werden indes separat durch mobile Equipen geimpft werden. Die Vorbereitungen hierzu seien bereits im Gange. Mobile Teams werden auch im Kanton Baselland ab dem 28. Dezember besonders vulnerable Personengruppen bedienen. Die Allgemeinbevölkerung muss sich im Landkanton aber noch etwas länger gedulden. Das Baselbieter Impfzentrum Feldreben wird erst am 4. Januar betriebsbereit sein, wie der Kantonale Krisenstab am Montag mitteilte. Informationen zum Anmeldeprozedere und Ablauf folgen in den kommenden Tagen. Zur grossen Übersicht Corona-Impfungen nach Kanton, inkl. Details zu den Anmeldungen. | Einwohner von Basel-Stadt ab 65 Jahren können ab sofort online oder telefonisch einen Termin für die Covid-19-Impfung buchen. Der Impfstart erfolgt am 28. Dezember, dann nimmt der Kanton sein Impfzentrum in der Messe in Betrieb. Bewohnerinnen und Bewohner von Alters- und Pflegeheimen werden separat von mobilen Teams geimpft. |
20min-278 | Seit Monaten wird über Autoposer diskutiert. Im Kanton Thurgau häuften sich in letzter Zeit die Beschwerden aus der Bevölkerung. Einige stören sich an dem Lärm, den die Lenker mit ihren Autos verursachen. Andere kündigten gar ihre Wohnung und ziehen weg. Auch in der Politik beschäftigt man sich mit den Autoposern. Der Arboner CVP-Kantonsrat Dominik Diezi erkundigte sich in einem Vorstoss nach Massnahmen der Regierung. Im Vorstoss schrieb er: "Lärmende und aufheulende Motoren, ‹Protz-Fahrzeuge› auf sich wiederholenden Präsentationsfahrten mit überhöhter Geschwindigkeit sind grundsätzlich unerwünscht". Nun hat der Thurgauer Regierungsrat seine Antwort veröffentlicht. Man sei sich dieser Problematik bewusst. Gleichzeitig verweist er auf das nationale Strassenverkehrsgesetz. Demnach ist es derzeit nicht möglich, Autoposern den Fahrausweis zu entziehen oder sie zu verwarnen. Dafür fehlt die rechtliche Grundlage. Geht es nach dem Thurgauer Regierungsrat, sollte das Gesetz geändert werden. Bis 2004 war es noch möglich, härter gegen Autoposer vorzugehen. Damals hiess es im Strassenverkehrsgesetz: "Der Führer- oder Lernfahrausweis kann entzogen werden, wenn der Führer Verkehrsregeln verletzt und dadurch den Verkehr gefährdet oder andere belästigt hat". Die Belästigung wurde dann bei einer Revision gestrichen. Wie die "Thurgauer Zeitung" schreibt, habe die Polizei zudem seit Mai 2012 nicht mehr die Befugnis, Autofahrern den Ausweis abzunehmen, wenn diese "mutwillig vermeidbaren Lärm" verursachen. Für die Thurgauer Regierung wäre es eine effektive Massnahme, diese beiden Artikel wieder im Sinne der früheren Bestimmungen im Strassenverkehrsgesetz aufzunehmen. Man werde sich diesbezüglich mit den Thurgauer National- und Ständeräten austauschen, da es sich um ein nationales Gesetz handelt. Auch ohne Gesetzesänderung kann die Polizei gegen Autoposer vorgehen. Die Poser können bei der Staatsanwaltschaft angezeigt werden, und die Polizisten können ihre Autos sicherstellen; eine Beschlagnahmung muss jedoch von der zuständigen Staatsanwaltschaft angeordnet werden. Im Kanton Thurgau werden seit Anfang April im ganzen Kanton gezielte Kontrollen durchgeführt. Wie eine Übersicht zeigt, wurden in der gesamten Deutschschweiz die Bemühungen gegen Autoposer seit Anfang Jahr intensiviert. | Ein Thurgauer Kantonsrat erkundigte sich in einem Vorstoss nach Massnahmen der Regierung gegen Autoposer. Die Regierung hat nun ihre Antwort veröffentlicht. Darin spricht sich der Regierungsrat für eine Gesetzesänderung aus. Geht es nach der Thurgauer Regierung, soll Autoposern der Fahrausweis entzogen werden. |
20min-279 | Zur Vollstreckung der Todesstrafe will der US-Bundesstaat South Carolina künftig auch Erschiessungen erlauben. Der Gouverneur des Staates, Henry McMaster, schrieb am Montag auf Twitter, er habe eine entsprechende Gesetzesänderung unterzeichnet. Bislang war eine Vollstreckung der Todesstrafe in dem Staat durch eine Giftspritze vorgesehen. Aus Mangel an den dafür nötigen tödlichen Präparaten gab es in South Carolina jedoch in den vergangenen Jahren keine Hinrichtungen. Durch die Gesetzesänderung sollen zum Tode Verurteilte nun wählen können, ob sie auf dem elektrischen Stuhl oder durch Erschiessung sterben wollen, wenn eine Giftspritze nicht verfügbar ist. In den USA ist die Todesstrafe insgesamt auf dem Rückzug. Nach Angaben des Informationszentrums für Todesstrafe haben bislang 23 der 50 Bundesstaaten die Todesstrafe abgeschafft, zuletzt Virgina. Drei weitere Staaten haben die Vollstreckung der Todesstrafe demnach ausgesetzt. In Staaten, in denen es noch Hinrichtungen gibt, ist die Verabreichung einer Giftspritze die gängige Methode. Es gibt auf dem Papier jedoch Alternativen, wozu prinzipiell auch Erschiessungen gehören, zu denen es in der jüngeren US-Geschichte nach Angaben des Informationszentrums jedoch nur in einzelnen Fällen kam, zuletzt 2010 im Bundesstaat Utah. 2020 wurden in den USA nach Angaben des Zentrums von fünf Staaten und der Bundesregierung insgesamt 17 Menschen hingerichtet. Der Bund hatte fast zwei Jahrzehnte lang keine Todesstrafen mehr vollstrecken lassen - die Regierung von Ex-Präsident Donald Trump setzte jedoch deren Wiedereinführung durch. Der neue Präsident Joe Biden lehnt die Todesstrafe dagegen ab. | Der Gouverneur des US-Bundesstaates South Carolina hat eine Gesetzesänderung zu Hinrichtungen unterzeichnet. Er will erneut die Hinrichtungen durch Erschiessung ermöglichen. Dies, weil es an Präparaten zur Hinrichtung mit Spritze fehlt. |
20min-280 | Der Entsorgungshof Huber in Amriswil hat momentan mit einem Riesenchaos zu kämpfen. Weil die Leute in Zeiten von Corona genügend Zeit haben, das Zuhause zu entrümpeln, befinden sich tagtäglich grosse Mengen an Leuten auf dem Entsorgungsplatz, "TVO" berichtete. Abfälle werden falsch entsorgt, Autos werden an unerlaubten Orten parkiert und Mitarbeiter werden beschimpft. Die Entsorgungsstelle ist mit der Situation komplett überfordert. Als der Abnehmer des Entsorgungshofs, die Kartonfirma Model in Weinfelden, fünf Gasflaschen im Karton entdeckte, hatte das fatale Folgen. Maschinen nahmen Schäden und es kam zu Ausfällen. Das sei mit hohen Kosten verbunden gewesen für sie, sagt Corina Huber, Mitinhaberin der Huber-Industrie. Deshalb appelliert sie an die Besucher, die Abfälle richtig zu entsorgen. Auch bei anderen Entsorgungsstellen in der Ostschweiz sieht die Situation nicht anders aus. "So läuft es momentan überall. Jeden Tag kommen 150 bis 200 Personen, um ihre Abfälle zu entsorgen", sagt Martin Riedener, Abteilungsleiter Entsorgung der Max-Müller AG. Mittlerweile gehörten solche Situationen zum Alltag, auch wenn die Entsorgungsstellen am Anschlag seien. Allgemein hätten Entsorgungen extrem zugenommen. Doch in Corona-Zeiten komme die Entsorgungsstelle in St. Gallen an ihre Grenzen. "Das Hauptproblem ist derjenige, der auf den Platz fährt und seinen Abfall falsch entsorgt", meint Riedener. Obwohl alles genau angeschrieben sei, scherten sich die Leute nicht darum, ihre Abfälle korrekt zu entsorgen. Zudem ergäben sich auch durch die Parkiersituation einige Schwierigkeiten, denn momentan dürfe die Max-Müller AG nur maximal 15 Autos auf einmal reinlassen, damit die Abstandsregelung des Bundesamtes für Gesundheit eingehalten werden kann. "Wenn Autos die Ein- und Ausfahrten unserer Lastwagen versperren, können wir nicht richtig arbeiten, da die Zufahrtswege blockiert werden", sagt Riedener. Doch wirkliche etwas dagegen unternehmen könnten sie nicht. Die Nerven zu behalten, sei in solchen Situationen besonders wichtig. Das fällt jedoch nicht immer leicht, denn auch mit Beleidigungen müssen sich die Mitarbeiter herumschlagen. Die Leute würden sich darüber aufregen, wenn man sie darauf hinweise, dass sie den Abfall nicht richtig entsorgen oder besser allein kommen würden, sagt Riedener. Beim EFM Entsorgungsfachmarkt in St. Gallen-Winkeln ist der Ansturm noch überschaubar. Man habe die Situation noch im Griff. Sie würden auf die Abstandsregeln drängen, auch wenn das bei einigen auf Unverständnis stosse. Verwaltungspräsident Christoph Solenthaler sagt, man beuge einem Chaos aber auch vor: "Die Gesellschaft hat keine Geduld mehr und wird teilweise nörgelig. Aus diesem Grund haben wir unser Entsorgungsunternehmen seit Wochen jeweils am Samstag geschlossen, weil dann die meisten ihre Wertstoffe entsorgen wollen und die Situation dann nicht mehr beherrschbar ist". Überfordert seien die Mitarbeiter des Entsorgungsmarktes nicht - oder noch nicht. Und sonst greife man durch. "Wer sich nicht korrekt verhält und sich nicht an unsere Regeln hält, wird vom Platz gewiesen", sagt Solenthaler. Doch auch das komme nur sehr selten vor und die Leute würden sich mehrheitlich an die Vorschriften halten. | Die Entsorgungsstellen in der Ostschweiz haben mit Falschentsorgungen und Beleidigungen zu kämpfen. Sogar Gasflaschen werden im Karton entsorgt. Falschparkierer verhindern teils das Tagesgeschäft der Firmen. Nicht überall ist die Lage gleich angespannt. |
20min-281 | Im Februar 2021 führte das Sozialforschungsinstitut Sotomo im Auftrag der Stadt Zürich eine Befragung durch. Ziel war es, Erfahrungen, Erlebnisse sowie Haltungen zum Thema Sexismus der Stadtzürcherinnen und Stadtzürcher aufzuzeigen. In der Befragung gaben rund drei von vier homo-, bi- oder pansexuellen Menschen an, in der Stadt Zürich schon im öffentlichen Raum belästigt worden zu sein, bei heterosexuellen Menschen jede zweite Person. Wie es in einer Mitteilung am Dienstag heisst, berichteten junge Frauen besonders häufig von sexueller Belästigung. Ein zentraler Faktor bei der Bekämpfung von Belästigungen ist die öffentliche Aufmerksamkeit. Die Stadt hat deshalb unter dem Label "Zürich schaut hin" ein neues Online-Meldetool geschaffen: zuerich-schaut-hin.ch. Ab sofort können erlebte und beobachtete Belästigungen und Übergriffe in der Stadt Zürich unkompliziert und anonym gemeldet werden. Wer Informationen oder Beratung wünscht, wird auf entsprechende Angebote hingewiesen und kann sich direkt mit Beratungsstellen in Verbindung setzen. Ausserdem werden bis Ende 2022 ein Bündel von weiteren Massnahmen umgesetzt. Dazu gehören Plakate und Beiträge im öffentlichen und virtuellen Raum, Veranstaltungen zur Sensibilisierung, die Förderung von Zivilcourage sowie Weiterbildungen für Berufsgruppen, die dem Thema in ihrem Arbeitsalltag begegnen. Das Ziel der Stadt: In Zürich sollen sich alle Menschen sicher und frei fühlen können - unabhängig von Geschlecht, Geschlechtsidentität, sexueller Orientierung, Hautfarbe und davon, ob mit oder ohne Behinderung, wie es weiter heisst. | Ende 2019 hat die Stadt Zürich ein Projekt zur Bekämpfung von sexueller, sexistischer, homo- und transfeindlicher Belästigung im öffentlichen Raum und im Nachtleben in Auftrag gegeben. Nun wurde ein neues Online-Meldetool lanciert, das dazu beitragen soll, Belästigungen sichtbar zu machen. |
20min-282 | 51,6 Prozent Nein zum revidierten CO2-Gesetz: Die SVP triumphiert im Alleingang gegen Bundesrat und die übrigen Parteien. Laut der 20-Minuten-Nachbefragung waren es die 18- bis 34-Jährigen, die im Vergleich am häufigsten gegen die Klimamassnahmen des vorliegenden Gesetzes stimmten: 58 Prozent dieser Altersgruppe lehnten das Gesetz von Simonetta Sommaruga ab. Die über 65-Jährigen stimmten zu 54 Prozent Ja. Das Argument der SVP, mit den zusätzlichen Abgaben würden vor allem Wenigverdiener und der Mittelstand zur Kasse gebeten, verfing offenbar. 61 Prozent der Stimmbürgerinnen und Stimmbürger, die zwischen 3000 und 5000 Franken verdienen, stimmten Nein. 38 Prozent der Gegner nannten als wichtigstes Argument, das Gesetz belaste den Mittelstand. Ein weiterer Grund für das Scheitern des CO2-Gesetzes könnte der aktuelle Problemdruck sein: Im Jahr 2019 bezeichneten 52 Prozent der Befragten den Klimawandel und die Umweltzerstörung als drängendes Problem. Bei der aktuellen Umfrage waren es noch 46 Prozent. Gerade bei der FDP-Wählerschaft zeigt sich: Den Klimawandel nennen weniger Freisinnige als drängendes Problem. Politologe Thomas Milic geht davon aus, dass besonders die hohe Stimmbeteiligung (59,7 Prozent über alle Kantone) auf dem Land das Resultat ins Nein-Lager kippen konnte. Andererseits hätten Analysen aus der Vergangenheit gezeigt, dass bei Klima- und Energiefragen das Portemonnaie auch bei den Anhängern von SP und Grünen eine Rolle spielen könne. Bei den letzten Wahlen kam es zu einer grünen Welle - doch jetzt stürzte das aus vielen Kreisen als moderat bezeichnete CO2-Gesetz an der Urne knapp ab. Links-grün wählen, aber gegen Flugzeugticket-Abgabe und höhere Benzinpreise, wie geht das zusammen? Milic analysierte die Abstimmung um das kantonale Aargauer Energiegesetz vom 27. September 2020. Dort wurden die Stimmberechtigten auch nach ihren Motiven gefragt. Im linken Lager gaben einige wenige an, sie hätten Nein eingelegt, weil die Vorlage zu wenig ambitioniert sei - eine Aussage, die laut Nachbefragung beim CO2-Gesetz 45 Prozent der Grünen-Wähler und 29 Prozent der SP-Anhänger nannten. Spannend war indes für Milic ein weiteres Argument von links für das Nein beim Aargauer Gesetz: die befürchteten höheren Miet- und Wohnkosten. Man dürfe nicht "überdramatisieren", sagt Milic, aber: "Es zeigt sich: Auch wenn die Linke für Klimaschutz mobilisiert, können 15 bis 20 Prozent aus dem eigenen Lager, die ums eigene Geld fürchten, bei einer hauchdünnen Abstimmung den Ausschlag geben". Laut 20-Minuten-Nachbefragung legten 24 Prozent der SP-Wähler ein Nein zum CO2-Gesetz ein. Neun Prozent dieser Wähler taxierten die Vorlage als wirtschaftlich schädlich, 14 Prozent als Kostenpunkt für den Mittelstand. Grünen-Chef Balthasar Glättli will das Argument der Kosten, die mit mehr Klimaschutz aufs eigene Portemonnaie schlagen - auch im links-grünen Lager - nun angehen. Die Hauptschuld am Fiasko sieht er jedoch bei den Freisinnigen, die einen Schwenk auf grün gemacht hätten, aber offenbar ihre eigenen Leute nicht hätten überzeugen können, so Glättli. Glättli hat im Gespräch mit 20 Minuten eine Initiative angekündigt, die auf die Klima-Emissionen des Schweizer Finanzplatzes abzielt. "Da haben wir einen grossen Hebel, und es trifft nicht den Normalbürger direkt". Ähnlich tönt es bei den Klimastreikenden. An einer Pressekonferenz erklärte die Gruppe Klimastreik Schweiz: "Es darf keine Massnahmen geben, bei denen der Verdacht aufkommt, dass Arbeiter und sozial Schwächere negativ von Klimaschutzmassnahmen betroffen sind". Es brauche jetzt rasch Massnahmen gegen "Reiche, multinationale Konzerne und den Schweizer Finanzplatz". Politologe Milic ist bei Glättlis Plan noch skeptisch. "Klimaschutz als gratis und etwas, das niemandem weh tut, zu verkaufen, ist zwar clever. Ich bezweifle, dass das funktionieren wird". | Die 20-Minuten-Nachbefragung zeigt, warum das CO2-Gesetz scheiterte. Einerseits mobilisierte die Vorlage stark auf dem Land. Andererseits kamen die Massnahmen besonders bei der jungen Bevölkerung schlecht an. |
20min-283 | Brauchen Solaranlagen wirklich mehr Strom als sie jemals produzieren? Haben Elektroautos einen höheren CO2-Fussabdruck als Verbrenner? Fehlt in der Schweiz die elektrische Energie, wenn alle fossilen Heizungen durch Wärmepumpen ersetzt würden? Im ersten Teil unserer Miniserie haben wir mit diesen und weiteren Mythen aufgeräumt. Im zweiten Teil der Miniserie entkräftet Jules "Dr. Energy" Pikali fünf weitere Irrtümer. "Rechnet man mit einer Lebensdauer von zwanzig Jahren für eine Solaranlage, betragen die Kosten für den Strom vom eigenen Dach 0,10 bis 0,15 Franken pro kWh - was deutlich billiger ist als der Strom des Elektrizitätswerks. Die effektive Lebensdauer einer PV-Anlage ist in der Regel aber höher, was den Strom noch günstiger macht. Damit die Rechnung stimmt, sollte jedoch ein grosser Anteil der Produktion im Haus selbst verbraucht werden. Die Rücklieferung ist meist nicht kostendeckend". "Die Investition für eine erneuerbare Heizung (zum Beispiel eine Wärmepumpenheizung) liegt meist höher als für eine Öl- oder Gasheizung. Die Mehrkosten dieser Heizung werden aber durch die Einsparungen bei der Energie und im Service kompensiert. Über die gesamte Lebensdauer der Heizung rechnet sich also meistens der Einsatz erneuerbarer Energien". "Die Elektrizitätserzeugung in der Schweiz erfolgt ohne CO2-Ausstoss. Das gilt aber nicht für das europäisches Stromnetz, mit dem auch die Schweiz verbunden ist. Strenge Herkunftsnachweise stellen aber sicher, dass importierter Ökostrom auch ökologisch erzeugt wurde. In die Bilanzierung nicht eingerechnet ist jedoch der Bau der Kraftwerke. In der Bilanz - der Einsparung an CO2-Emissionen gegenüber dem Aufwand für den Bau der Anlagen - stehen erneuerbare Energien im Vergleich zu fossilen Anlagen deutlich besser da". "Die richtige Einstellung der Steuerung kostet nichts und mindestens eine kleine Einsparung erfolgt immer. Jede Heizungssteuerung ist mit einer Zeitschaltuhr und einem Wochenprogramm ausgerüstet. Hier können die gewünschte Raumtemperatur und die Nutzungszeiten eingestellt werden, so dass die Raumtemperatur nachts oder in Abwesenheit abgesenkt wird. Die Einsparung lohnt sich besonders in schlecht gedämmten Bauten mit Radiatoren-Heizungen". "In den letzten zwanzig Jahren sind die Geräte um einiges effizienter geworden. Zudem ist der Verkauf ineffizienter elektrischer Geräte per Gesetz verboten. Eine LED-Lampe als Beispiel verbraucht sechs bis acht Mal weniger Elektrizität als eine Halogenlampe. Sie hat zudem eine mehrfach längere Lebensdauer. Der Komfort wird durch die stetig verbesserte Technologie nicht mehr eingeschränkt - im Gegenteil. Moderne Wassersparbrausen halbieren zum Beispiel den Wasser- und damit den Energieverbrauch. So braucht man auch in Zukunft nicht kalt zu duschen". | Die Diskussion um erneuerbare Energien und CO2-Emissionen ist geprägt von schädlichen Irrtümern. Der Energieexperte Jules Pikali alias "Dr. Energy" nimmt insgesamt zehn Irrtümer unter die Lupe. Im zweiten Teil der Reihe gehts um Solarstrom-Preise, Raumtemperatur, Komfort und mehr. |
20min-284 | Der Gesundheitszustand des russischen Kreml-Kritikers Alexei Nawalny ist nach Angaben der Berliner Charité weiterhin ernst. Zwar gingen die Symptome der nachgewiesenen Vergiftung zurück, Nawalny liege aber nach wie vor auf der Intensivstation und werde maschinell beatmet. Am 19. August waren Nawalny und zwei Mitarbeiter in Tomsk aufgetreten. Die Anreise in die westsibirische Stadt sei geheim gewesen, schreibt "Der Spiegel" in seiner Titelgeschichte. Vor zwei Dutzend Oppositionellen sprach der Kreml-Kritiker über die bevorstehenden Regionalwahlen im September und darüber, wie man der Kremlpartei Einiges Russland mit der Strategie des "schlauen Wählens", dem systematischen Umlenken von Proteststimmen, schaden könne. Vor der Rückreise nach Moskau am 20. August trank Russlands bekanntester Oppositionelle im Wartesaal des Flughafens Tee für 100 Rubel und bestieg dann die Maschine. Bald nach dem Start brach er zusammen. Der Flieger kehrte nach Tomsk zurück, Notlandung. Im Spital gingen die Ärzte zunächst von einer Vergiftung aus - sie spritzten Nawalny das Gegengift Antropin und versetzten ihn in ein künstliches Koma. Später ändert die Version der Ärzte. Der Patient habe ein Stoffwechselproblem, Giftstoffe seien keine festgestellt worden. Nawalnys Familie bestand darauf, ihn nach Deutschland auszufliegen, die russischen Ärzte weigerten sich mit der Begründung, Nawalny sei nicht transportfähig. Schliesslich setzte sich Angela Merkel mithilfe des finnischen Präsidenten Sauli Niinistö erfolgreich für eine Verlegung nach Deutschland ein. Die deutsche Kanzlerin, so schreibt der "Spiegel", lasse sich seither täglich über den Zustand des Russen informieren. Die Ärzte der Charité bestätigten schliesslich, was viele vermutet hatten: Nawalny war mit einem chemischen Kampfstoff der "Nowitschok"-Gruppe vergiftet worden. Weswegen und von wem? Es gibt im Westen einige Theorien. • Gefährliches Video: In einem 40 Minuten langen Video hatte Nawalny über die Regionalwahlen referiert und dabei einzelne einflussreiche Politiker, ihre Arbeit und ihr Vermögen beleuchtet. Mit dem Video machte er sich keine neuen Freunde. • Die Regionalwahlen und das "schlaue Wählen": Letzten Herbst folgten viele Menschen Nawalnys Aufruf, die stärkste Konkurrenz der jeweiligen Regierungspartei zu wählen. Diese Strategie soll auch bei den diesjährigen Regionalwahlen im September dazu führen, Putin und seine Partei Einiges Russland zu schwächen. Nawalnys Mitarbeiter vermuten, dies sei ein Grund für den Angriff. • Der Massenprotest in Belarus: Am Wahltag in Belarus hatten Nawalnys Leute eine sechsstündige Dauersendung ausgestrahlt und triumphiert: Was dort passiere, könnte ein Vorgeschmack davon sein, was im kommenden Jahr anlässlich der russischen Wahlen geschehen könnte. "Das, was der belarussische Präsident Alexander Lukaschenko machte - nämlich die Opposition erst kurz vor den Wahlen auszuschliessen -, möchte Putin verhindern. Er will nicht von Ereignissen überrannt werden oder eine oppositionelle Dynamik aufkommen lassen", sagte Belarus-Experte Sven Gerst unlängst im Interview mit 20 Minuten. • Der Auftraggeber: Viele Beobachter bezweifeln, dass ein Vergiftungsbefehl direkt vom russischen Präsidenten Wladimir Putin gekommen sei. Dieser dürfe, wie bereits in der Vergangenheit, eine solche Aktion aber billigend in Kauf nehmen. Die Politologin Tatiana Stanovaya sieht denn auch die Vergiftung Nawalnys als Beleg dafür, "dass der Auftraggeber des Anschlags der Macht nicht nur nahesteht, sondern auch auf Instrumente zurückgreifen kann, die in die Domäne der Sicherheitsdienste fallen". Nach einer Einschätzung gefragt, welche dieser Theorien am plausibelsten seien, schrieb Osteuropa-Experte Jeronim Perovic* 20 Minuten: "Es ist die Summe verschiedener Gründe, die wohl den Ausschlag für den erneuten Anschlag auf Nawalny gegeben haben - und insbesondere der Volksaufstand in Belarus hat dabei sicher eine Rolle gespielt. Denn vor nichts fürchtet sich das Regime mehr als vor dem Gespenst einer Revolution, obwohl die Oppositionsbewegung in Russland eigentlich eher schwach und unorganisiert ist. Allerdings ist damit noch lange nicht bewiesen, dass der Kreml oder gar Putin selbst hinter dem Anschlag steht". Mittlerweile hat der Kreml hat Anschuldigungen zu einer möglichen Verwicklung in den Fall des vergifteten Kremlkritikers Alexei Nawalny zurückgewiesen. "Es gibt keinen Grund, dem russischen Staat etwas vorzuwerfen", sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow. Deshalb sehe er auch keinen Anlass für irgendwelche Sanktionen, die gegen Russland oder gegen die Ostsee-Pipline Nord Stream 2 verhängt werden könnten. Tatsächlich steht seit der Vergiftung Nawalnys die Forderung im Raum, das milliardenschwere Pipeline-Projekt auf den Prüfstand zu stellen, das mehr russisches Gas nach Westeuropa bringen soll. Auch die Möglichkeit neuer Sanktionen gegen Russland werden in Brüssel wieder debattiert. "Es wäre eine Illusion zu glauben, der Westen könne Moskau mit Sanktionen zu einer politischen Kursänderung bewegen", meint dazu Osteuropa-Experte Perovic. "Klar ist aber auch, dass die Sanktionen der russischen Wirtschaft geschadet haben und man auf russischer Seite eine Aufhebung oder zumindest eine Lockerung anstrebt. Der Anschlag kommt somit auch für Moskau ungelegen". Nichtsdestotrotz könne nicht erwartet werden, dass der Kreml die Hintergründe des Anschlags auf Nawalny transparent und gründlich werde aufarbeiten lassen. Perovic: "Leider werden wir wohl damit rechnen müssen, dass der Fall Nawalny die ohnehin schon angespannten Beziehungen zwischen dem Westen und Russland noch zusätzlich belasten wird. Das ist bedauerlich, denn es schien in den letzten Wochen Anzeichen für eine gewisse Entspannung mit Blick auf die Ukrainekrise gegeben zu haben". *Jeronim Perovic unterrichtet osteuropäische Geschichte an der Universität Zürich und leitet das Center for Eastern European Studies (CEES), das sich mit gegenwartsbezogenen Fragen Osteuropas befasst. | Kreml-Kritik Alexei Nawalnys Zustand ist weiterhin ernst. Er wurde offenbar mit einem chemischen Kampfstoff der "Nowitschok"-Gruppe vergiftet. Es gibt mehrere Theorien über Motiv und Auftraggeber. Osteuropa-Experte Jeronim Perovic schätzt ein, welche plausibel sind. |
20min-285 | Die Bilder waren schockierend. Feuerflammen schossen meterhoch in die Höhe, das Auto riss entzwei. Mittendrin Romain Grosjean. 27 Sekunden war er in den Flammen gefangen, ehe er sich alleine befreien konnte und fast unverletzt aus dem Feuer sprang. Wie er dieses Feuerinferno überlebte, ist eine andere Geschichte. Und eine, die Grosjeans Frau wohl nur bedingt interessiert. Diese wird vermutlich nämlich einfach froh sein, dass ihr Mann, der Haas-Pilot, den Horror-Crash überlebt hat. Sie meldete sich mit emotionalen Worten auf Instagram und bedankte sich für die Anteilnahme und Hilfe. Ihre Worte schrieb sie unter ein gemeinsames Foto mit ihrem Mann, auf dem sie die gleichen grauen T-Shirts aus dem Jahr 2011 tragen, als der Franzose GP2-Meister wurde. "Danke an unsere Kinder, die ihn dazu angetrieben haben, sich aus dem Flammenmeer herauszuziehen. Danke an seinen Mut, seine Hartnäckigkeit, seine Kraft, seine Liebe, seine körperliche Konstitution, die ihn wahrscheinlich auch am Leben gehalten hat", teilte sie mit. Und die frühere Formel-1-TV-Journalistin schloss mit den Worten: "Es bedurfte nicht eines, sondern mehrerer Wunder gestern. Ich küsse dich". Romain Grosjean hat den Feuerunfall mit Verbrennungen an beiden Handrücken überstanden. Er und Marion sind seit 2012 verheiratet, sie haben drei Kinder. Den 34-Jährigen werden die Worte bestimmt sehr freuen. Zumal er am Dienstag bereits wieder zu seiner Frau darf, sie wieder in seine Arme schliessen kann. Das kündigte der US-Rennstall Haas am Montag nach einem Besuch von Teamchef Günther Steiner im Spital an. Die Behandlungen von Grosjeans Verbrennungen an beiden Handrücken würden gut verlaufen. Der Rippenbruch stellte sich als falsche Diagnose heraus. Ins Formel-1-Cockpit wird Grosjean jedoch erst mal nicht zurückkehren. Wie zu erwarten war, legt der 34-jährige Franzose eine Pause ein und wird am Sonntag beim zweiten Bahrain GP nicht starten. Der Brasilianer Pietro Fittipaldi ersetzt ihn. Der 24-Jährige ist der Enkel von Formel-1-Weltmeister Emerson Fittipaldi. | Romain Grosjean überlebte ein Feuerinferno. Er crashte beim Bahrain GP. Die Folge: Sein Bolide brach entzwei und ging in Flammen auf. Wie durch ein Wunder überlebte der 34-Jährige. Nun meldet sich seine Ehefrau zu Wort. |
20min-286 | Finanziell geht es den Spielern von Paris Saint-Germain und Bayern München als Fussballprofis bereits jetzt gut. Nach dem Final haben die Akteure eines Teams aber noch ein bisschen mehr Geld auf dem Konto, beziehungsweise der Verein in der Kasse. Der Gewinner erhält von der Uefa eine Prämie von vier Millionen Euro. Diese ist im Vergleich zum bereits bisher eingespielten Geld zwar gering. Für das Erreichen des Achtelfinals gab es 9,5 Millionen Euro. Im Viertelfinal kamen weitere 10,5 Millionen hinzu, im Halbfinal deren 12. Für den Finaleinzug erhielten die beiden Mannschaften 15 Millionen Euro. Die Bayern fegten ihre K.o.-Rundengegner richtig vom Platz. In den beiden Achtelfinalpartien wurde Chelsea mit dem Gesamtskore von 7:1 (3:0/4:1) ausgeschaltet. Ab dem Viertelfinal wurde wegen der Corona-bedingten Unterbrechung nur noch eine Partie ausgetragen. Barcelona wurde mit 8:2 auseinandergenommen, Lyon im Halbfinal 3:0 bezwungen. Der Bayern-Express war schlicht nicht zu stoppen. Dies versucht nun PSG. Die Franzosen haben in der K.o.-Phase nur zwei Gegentreffer zugelassen. Und seit Kylian Mbappé und Neymar mit dem Team zusammenspielen und nicht als Einzelakteure auftreten, harmoniert die Mannschaft. Im Final stehen sich mit Thomas Tuchel (Paris Saint-Germain) und Hansi Flick (Bayern München) zwei deutsche Trainer gegenüber. Dies ist aber keine Premiere. 2013 duellierten sich bereits zwei deutsche Coachs um Europas wichtigste Fussballkrone. Jupp Heynckes gewann das Endspiel in London mit Bayern gegen Jürgen Klopps Borussia Dortmund 2:1. Während Klopp letztes Jahr mit Liverpool die Champions League gewann, haben Tuchel und Flick als Cheftrainer noch keinen internationalen Titel gewonnen. Im Final wird Daniele Orsato neben den beiden Teams seinen grossen Auftritt haben. Der 44-jährige Italiener ist von der Uefa mit der Spielleitung beauftragt worden. Für Orsato ist es der erste grosse Final, den er in seiner Karriere pfeift. Der Italiener kam im laufenden Wettbewerb fünf Mal zum Einsatz. Zuletzt im Achtelfinal-Hinspiel zwischen Real Madrid und Manchester City (1:2). Beim Europa-League-Finalturnier in Deutschland leitete Orsato kürzlich den Viertelfinal zwischen Sevilla und den Wolverhampton Wanderers (1:0). Steht der Sieger fest, bekommt der Captain des Gewinners auf dem Spielfeld den Pokal von Uefa-Präsident Aleksander Ceferin überreicht. Der 52-jährige Slowene wird den Spielern auch die Medaillen um den Hals hängen. Ceferin und die weiteren Offiziellen, die an der Siegerehrung teilnehmen, werden jedoch keine Schutzmasken tragen, da sie zuvor auf eine Infektion mit dem Coronavirus getestet werden. Als Vorbilder gehen Ceferin und seine Gefolgschaft da nicht durch. | Paris Saint-Germain und Bayern München spielen um die europäische Fussballkrone. Der Sieger erhält eine anständige Prämie. Der Uefa-Boss agiert bei der Pokalübergabe nicht gerade als Vorbild. |
20min-287 | Wer der mächtigste Mann der Welt wird, hat auch Folgen für die Schweiz. Aussenpolitiker von links bis rechts blicken einen Monat vor der Wahl gespannt in die USA. Doch für wen schlägt das Herz der Parlamentarier - und wieso? 20 Minuten hat nachgefragt. "Wer US-Präsident wird, spielt auch für die Schweiz eine grosse Rolle. Unter Trump wurde die Welt unsicherer und chaotischer, weil er internationale Organisationen wie die UNO oder die Welthandelsorganisation blockiert hat und internationale Verträge wie das Pariser Klimaabkommen ablehnt. Die internationalen Spielregeln zwischen den Staaten verlieren ihre Gültigkeit, China und Russland kriegen dadurch mehr Macht. Das ist für ein stark vernetztes Land wie die Schweiz enorm gefährlich, wenn nur noch das Recht des Stärkeren gilt. Trump hat in der TV-Debatte mit rechtsextremen Gruppen geflirtet und droht, die Wahl nicht anzuerkennen. Für die Demokratie ist das brandgefährlich. Biden deckt hingegen das Spektrum von Freisinnigen bis Sozialdemokraten ab und wäre für die Schweiz der verlässlichere Partner". "Die US-Amerikaner haben die kümmerliche Wahl zwischen zwei Greisen. Trumps Politik steht mir näher als jene von Joe Biden: Seine Doktrin ‹America First› spricht mich an, weil ein Politiker die Interessen der eigenen Leute vertreten sollte. Trump hat auch im Gegensatz zu Friedensnobelpreisträger Barack Obama keinen Krieg losgetreten, wie es Journalisten prophezeit haben. Bei Biden sind mir die Positionen in der internationalen Politik schleierhaft. Mir scheint aber, als wolle Trump weniger Weltpolizist spielen als die Demokraten, die gerade im Steuerstreit die Schweiz massiv unter Druck gesetzt haben. Die Schweiz kann auch bei Trump keine Geschenke erwarten - etwa in den Verhandlungen um das Freihandelsabkommen. Aber eine Wahl Trumps ist eher im Interesse der Schweiz". "Biden denkt eher so wie die Mehrheit der Schweizer Bevölkerung. Wir sind eine liberale und offene Gesellschaft, Nachhaltigkeit und gesellschaftliche Solidarität sind Werte, die gerade bei jüngeren Leuten hoch im Kurs sind. Biden steht uns darum viel näher als Trump, der sehr konservativ, rückwärtsgewandt und protektionistisch ist. Trump würde in der Schweiz am rechten Rand der SVP politisieren, während Biden gemessen an seinen Positionen in der Schweiz in der FDP wäre. Beim grossen Steuerstreit, als die USA Bankkundendaten einforderten, hat sich die Schweiz dem Druck gebeugt. Das war unter dem Demokraten Obama. Die Republikaner sind aber nicht weniger fordernd gegenüber der Schweiz. Für Trump zählen nur die Interessen der USA". | Die US-Wahl ist auch im Bundeshaus ein grosses Thema. Die Mehrheit der Parlamentarier drückt Joe Biden die Daumen. Die Meinungen, welcher Präsident für die Schweiz besser wäre, gehen weit auseinander. |
20min-288 | Nach dem Felssturz am Freitag in Raron VS kehrt bei den Bewohnern vom Dorf immer noch keine Ruhe ein. Die Anwohner haben bis mindestens Sonntagmittag keinen Zutritt zu ihren Wohnungen. Experten begutachten zur Zeit die Lage vor Ort: "Es kann auch in den nächsten Tagen immer wieder Material abbrechen und so zu Steinschlägen kommen, bis der Hang entwässert ist", sagt Philippe Gsponer, Geologe bei der Sektion für Naturgefahren gegenüber dem Walliser Boten. Am Freitag und Samstagmorgen donnerten Gesteinsmassen mit voller Wucht Richtung Wohngebiet. Immerhin sei die schlimmste Gefahr gebannt: Das Ausmass des erneuten Steinschlags sollte weniger stark ausfallen, prognostiziert der Geologe. Als die Steine in der Nacht auf Samstag wieder ins Rutschen gerieten, habe sich die Situation am Hang sogar etwas verbessert: "Die grobblockige Geröllhalde wird die weiteren Steinblöcke stark abbremsen", so Gsponer. Nun wird nach der Ursache für einen Steinschlag dieses Ausmasses geforscht. Der starke Regen der vergangenen Tage und die Schneeschmelze hätten zur Gefahr beigetragen und die Arbeiten am ansässigen Steinbruch hätten den Hang zusätzlich geschwächt, sagt der Geologe gegenüber der Zeitung. Mit einem solchen Szenario wie in Raron hat offenbar niemand gerechnet. Vor einigen Jahren sei eine geologische Gefahrenkarte erstellt worden, sagt Alban Brigger, Ingenieur für Naturgefahren dem Boten, das betroffene Wohngebiet sei dabei aber nicht auf dem Gefahren-Schirm gewesen, im Gegensatz zur Landwirtschaftszone. Brigger spricht im Zusammenhang mit dem Hangrutsch vom Freitag von einem Vorfall, der in diesem Ausmass einem Extremereignis entsprechen würde. Bei den Gefahrenkarten werden Simulationen für sehr seltene Naturereignisse mit einer Wiederkehrdauer von 300 Jahren gemacht. An diesem Ort in Raron sei man davon ausgegangen, dass Steinblöcke höchstens bis unterhalb der Reben oder in den Bietschbach gelangen könnten. Dass derartige Geröllmassen überhaupt in Bewegung geraten und dabei den Bach versperren würden, hätten die Fachleute so nicht erwartet. Mit dem Felssturz werden Erinnerungen an den Winter 2018 wach. Damals wurden gleich mehrere Strassen im Oberwallis durch anhaltende Regenfälle mitgerissen. | Ein Geologe rechnet mit einem erneuten Steinschlag in Raron. Das evakuierte Wohngebiet war nicht auf dem Gefahren-Schirm der Behörden. Regenfälle haben zum Felssturz beigetragen. |
20min-289 | Im Alpstein ist es beim Äscher am Montagnachmittag zu einem tödlichen Bergunglück gekommen. Eine 57-jährige Schweizerin wollte sich um ihre Hunde kümmern und kam zu Fall. Sie stürzte das steil abfallende Gelände hinunter und starb. Wie es zum Unfall kam, wird noch ermittelt. Die Staatsanwaltschaft möchte sich deshalb nicht zum Sachverhalt äussern. Wandern erfolge immer auf eigene Verantwortung und auf eigene Gefahr, betont Sepp Manser, Inhaber des Berggasthauses Meglisalp und Wanderwegverantwortlicher im Bezirk Schwende. Noch seien nicht alle Wege gesichert. "Dort, wo es möglich ist, wurden die Sicherungsseile montiert", sagt Manser. Ein Problem sei momentan der viele Schnee in höheren Lagen, sowie steile, kurze Schneefelder in Rinnen und Mulden, der noch im Alpstein liegt. "Es hat dieses Jahr viel Schnee", meint Manser. Auch auf den Wanderwegen gäbe es noch Schnee. "In höheren Lagen muss man auf Wanderwegen Schneefelder überqueren", erklärt der Wanderwegverantwortliche. Falls man eine Wanderung plane, sollte man sich vorzeitig erkundigen. "Ich rate, dass man sich bei den Bergbahnen oder den Gasthäusern bezüglich dem Zustand der Wanderwege erkundigt", sagt Manser. Bei der Bergstation der Ebenalp sind die Wanderwege gesichert. "Die Sicherheitsseile wurden an den Wegen von der Ebenalp zum Seealpsee angebracht", sagt Jan Fässler, Medienverantwortlicher der Ebenalpbahn. Zum Teil wurden Routen wegen der Lawinengefahr umgeleitet. Oberhalb liege noch etwas Schnee. Eine Gefahr gehe aber beispielsweise auch von rutschigen Wegen aus. "Falls es viel geregnet hat, sind die Wege noch rutschig", so Fässler. In diesem Gebiet ereignete sich auch das Unglück. Wandern erfolge auf eigene Verantwortung. "Falls Personen schlechtes Schuhwerk tragen, weisen wir sie darauf hin, aber verbieten kann man es ihnen nicht", sagt Fässler. Bei Appenzell Tourismus wird auch auf Gefahren hingewiesen. "Ab ca. 1700 m.ü.M. herrschen im Alpstein nach wie vor winterliche Verhältnisse und die Sicherungsseile sind nicht montiert", heisst es auf der Website. In Rinnen und Mulden können jederzeit Schneerutschen abgehen und es bestehe die Gefahr von Nassschnee-Lawinen. | Beim Äscher ist am Montagnachmittag eine 57-jährige Frau abgestürzt und gestorben. Sie wollte sich um ihre Hunde kümmern. Das Wandern erfolgt auf eigene Gefahr, betont der Wanderwegverantwortliche. Je nach Höhe sind die Wege noch nicht gesichert. |
20min-290 | Die Stirn von Rapper Lil Uzi Vert zierte in den letzten Monaten ein ungewöhnliches Schmuckstück. Ein riesiger, rosaroter Diamant funkelte seit Anfang Februar zwischen seinen Augenbrauen - festgemacht an einer Vorrichtung aus Titan, die unter die Haut implantiert wurde. Nun scheint es sich der 26-Jährige aber bereits wieder anders überlegt zu haben. Auf Fotos von Lil Uzi Vert, die aktuell auf Social Media gepostet werden, ist der auffällige Stein nirgends mehr zu sehen. Offenbar hat er sich das Piercing, auf das er einst so stolz war, entfernen lassen. Und das, obwohl er im Vorfeld lange auf den Diamanten warten musste. Der seltene Stein mit zehn bis elf Karat kostete umgerechnet rund 21"650"000 Franken. Im Februar gab Lil Uzi in einem Instagram-Post an, dass er diesen Betrag seit 2017 kontinuierlich abzahle. "Ich trage jetzt viele Geldscheine im Gesicht", scherzte der Rapper damals. Wieso das kuriose Schmuckstück nun bereits wieder Geschichte ist, bleibt aktuell unklar. Symere Bisil Woods, wie Lil Uzi Vert mit bürgerlichem Namen heisst, hat sich noch nicht öffentlich zur Entfernung des Diamanten geäussert. Fest steht: Expertinnen und Experten warnten schon von Beginn an vor dem Piercing. "Vice" berichtete im Februar, dass der Schmuck mit einem hohen Infektionsrisiko verbunden sei und deshalb sehr sorgfältig gepflegt werden müsse. Und nicht zuletzt könne der Diamant bei einem Schlag auf die Stirn auch zu ernsthaften Verletzungen führen. Fans machten sich derweil um etwas ganz anderes Sorgen: Was, wenn jemand den Diamanten gewaltsam entwenden will? Immerhin trug Lil Uzi Vert das teure Schmuckstück an einer Stelle, wo es alle sehen konnten. Nicht nur das gesundheitliche Risiko, sondern auch die Sicherheitsbedenken könnten also zur Entfernung des Piercings geführt haben. Für den Juwelier war Lil Uzi Verts ungewöhnlicher Schmuck übrigens nicht der erste seiner Art. Das New Yorker Unternehmen Eliantte & Co arbeitet regelmässig mit Rappern zusammen und implantierte 2016 laut des "Rolling Stone"-Magazins bereits Young Thug (29) einen Diamanten unter die Gesichtshaut. | Der rosarote Diamant auf Lil Uzi Verts (26) Stirn ist Geschichte. Nur wenige Monate nach der Implantation scheint das ungewöhnliche Schmuckstück entfernt worden zu sein. Der Rapper blätterte umgerechnet rund 21 Millionen Franken für den seltenen Diamanten hin. |
20min-291 | In Indien ist die Corona-Pandemie in den letzten Wochen explodiert: Mehr als 400"000 Neuinfektionen pro Tag wurden über mehrere Tage hinweg festgestellt, derzeit stabilisiert sich das Infektionsgeschehen auf sehr hohem Niveau. Zumindest zu einem Teil für die schnelle Verbreitung verantwortlich ist die Doppelmutante B 1.617 (siehe unten). Auch in Grossbritannien steigt die Angst vor der indischen Variante. Premierminister Boris Johnson erklärte am Freitag, die zunehmende Verbreitung dieser Variante gefährde die Pläne der Regierung für eine komplette Aufhebung der Pandemie-Beschränkungen im Juni. Johnson warnte davor, dass die indische Variante leichter zu übertragen sei. Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat die indische Variante vergangene Woche als "besorgniserregend" eingestuft. Auch in der Schweiz ist B 1.617 auf dem Vormarsch. Modellrechnung der ETH Zürich zeigen, dass die indische Variante derzeit rund fünf Prozent aller untersuchten Proben ausmacht. Die wissenschaftliche Taskforce des Bundes geht in ihren Modellrechnungen davon aus, dass B 1.617 die anderen Varianten verdrängen und bis im Sommer 100 Prozent der Neuinfektionen ausmachen wird. In Deutschland warnte SPD-Politiker und Gesundheitsexperte Karl Lauterbach am Samstag vor der starken Verbreitung der indischen Variante in England. Um eine unkontrollierte Verbreitung in Deutschland zu vermeiden, fordert er, dass England zum Mutationsgebiet erklärt werde. Auch Schweizer Politikerinnen und Politiker fordern aufgrund der Situation in England Massnahmen. "Wir dürfen keine Berührungsängste haben, was Einreiserestriktionen anbelangt", sagt BDP-Nationalrat Lorenz Hess. Er fordert, dass das Bundesamt für Gesundheit (BAG) die Quarantäneregelungen für England wenn nötig anpasst. "Es wäre fatal, wenn wir kurz vor den nächsten Öffnungsschritten wegen der indischen Variante lahmgelegt würden. Der Impferfolg in der Schweiz darf nicht gefährdet werden". Auch SP-Nationalrätin Yvonne Feri warnt vor der Einschleppung von Mutationen in die Schweiz. "Das BAG passt die Quarantäneliste regelmässig an und sollte die Situation genau beobachten. Wichtig ist aber, dass man solche Einreiseregelungen dann auch klar durchsetzt". Laut dem Basler Kantonsarzt Thomas Steffen ist es jetzt wichtig, dass "weltweit die Ausbreitung dieser Mutation fokussiert beobachtet wird". Es gebe Hinweise, dass die indische Variante sich noch schneller übertrage, als die britische. "Diskutiert wird gegenwärtig auch, ob das menschliche Immunsystem weniger stark auf diese Variante reagiert". Hinweise auf eine wesentliche Beeinträchtigung der Impfstoffe gebe es hingegen nicht. Dieser Umstand stimmt Schweizer Epidemiologen zuversichtlich. "Selbst wenn die Impfstoffe nicht vollständig zur indischen Variante passen sollten, ist mit einem weiter bestehenden Schutz vor schweren Infektionen zu rechnen", sagt Steffen. Die Impfungen hätten in der Schweiz deutlich an Tempo zugelegt, was sehr hilfreich sei. Jürg Utzinger, Direktor des Schweizerischen Tropen- und Public Health-Instituts, teilt diese Einschätzung: "Wenn wir so weiterimpfen können, ist das Risiko, dass das Infektionsgeschehen in der Schweiz erneut aus dem Ruder läuft, gering". Utzinger erinnert daran, dass es schon bei der britischen Variante relativ schnell gegangen sei, bis diese Überhand genommen habe. Dank des zügigen Impffortschritts glaubt Utzinger aber nicht, dass die Öffnungspläne des Bundesrats derzeit in Gefahr sind. "Kritisch würde es dann, wenn sich eine Mutation entwickelt und rasch verbreitet, gegen die die derzeit verwendeten Impfstoffe überhaupt nicht mehr wirken, was allerdings sehr unwahrscheinlich ist", sagt Utzinger. Dass weitere Mutationen auftreten, sei aber jederzeit möglich. "Es ist deshalb zentral, dass die Corona-Pandemie nicht nur in der Schweiz, sondern weltweit unter Kontrolle gebracht wird". Das BAG sagt auf Anfrage, aufgrund der raschen Ausbreitung von B 1.617 sei Indien seit dem 26. April auf der Quarantäneliste. Dies sei eine präventive Massnahme. "Aktuelle Daten deuten auf eine erhöhte Übertragbarkeit und einen reduzierten Schutz durch vorherige Immunität hin". Der Schutz durch Impfung sei aber wohl auch bei dieser Variante ausreichend. | In England gehen immer mehr Ansteckungen auf die indische Variante zurück. Die Taskforce geht davon aus, dass auch in der Schweiz die indische Variante bald alle Neuinfektionen ausmachen wird. Gesundheitspolitiker fordern deshalb Massnahmen, um nicht noch mehr Fälle einzuschleppen. Epidemiologen glauben hingegen nicht, dass das Infektionsgeschehen in der Schweiz noch einmal aus dem Ruder läuft. |
20min-292 | Während der Erstürmung des US-Capitols hat ein Polizist den prominenten republikanischen Senator Mitt Romney einem Video zufolge in letzter Minute vor einem Zusammenstoss mit den Eindringlingen bewahrt. Die Ankläger im Amtsenthebungsverfahren gegen Ex-Präsident Donald Trump zeigten am Mittwoch entsprechende Aufnahmen von Überwachungskameras von dem Zwischenfall am 6. Januar. Die zuvor unveröffentlichten Aufnahmen zeigten, wie Polizist Eugene Goodmann durch einen Korridor des Capitols lief und den entgegenkommenden Senator warnte. Romney kehrte daraufhin sofort um und lief los. Romney ist als prominenter Kritiker Trumps bekannt. Es ist nicht abzusehen, was bei einer Begegnung des Senators mit den wütenden Anhängern Trumps hätte passieren können. Er habe geweint, als er ein Video von Capitolpolizist Eugene Goodman gesehen habe, sagte Mitt Romney am Mittwoch. Das Video sei unheimlich erschütternd und emotional gewesen, so Romney. Der Polizist Goodman war bereits bekannt, weil er sich an anderer Stelle alleine einem Mob an Eindringlingen entgegengestellt hatte. Er provozierte die Eindringlinge, um sie von einer offenen Tür der Senatskammer wegzulocken. Bei der Vereidigung von US-Präsident Joe Biden und seiner Stellvertreterin Kamala Harris am 20. Januar wurde Goodman daher die Ehre zuteil, die Vizepräsidentin zu eskortieren. Es gibt im Kongress zudem Pläne, ihn mit einer Auszeichnung zu ehren. Der demokratische Abgeordnete Eric Swalwell, einer der Ankläger im Impeachment-Verfahren gegen Trump, präsentierte zudem ein Video, in dem eine weitere brenzlige Situation zu sehen war. Die Aufnahmen zeigten, wie der damalige Minderheitsführer des Senats, Chuck Schumer, und seine Sicherheitsleute plötzlich kehrt machen mussten, um sich vor den Eindringlingen im Capitol zu retten. Die Ankläger präsentierten auch ein Video, das zeigt, wie der damalige Vizepräsident Mike Pence offenbar gerade noch rechtzeitig aus der Kammer des Senats in Sicherheit gebracht wurde. Die Randalierer kamen den Angaben der Anklage zufolge bis zu 30 Meter an Pence heran. Der Capitolpolizist Eugene Goodman half, den Mob von dem Bereich wegzulocken, wo Pence sich versteckte. Diese skandierten unter anderem: "Hängt Mike Pence!" - Anklägerin Plaskett schlussfolgerte: "Man kann hören, wie der Mob den Tod des Vizepräsidenten der Vereinigten Staaten fordert". Auch die Top-Demokratin Nancy Pelosi war bei der Belagerung des Capitols womöglich in Lebensgefahr. Capitolpolizisten hätten sie aus dem Gebäude geholt und von der gesamten Kongressanlage weggebracht - an einen geheimen Ort anderswo, schilderte Stacey Plaskett. Wenn die Randalierer Pelosi gefunden hätten, dann hätten sie sie getötet, sagte Plaskett. Einige hätten öffentlich erklärt, sie verletzen oder töten zu wollen. Trumps Ankläger aus dem Repräsentantenhaus spielten eine Audioaufnahme ab, in der Pelosis in einem Raum verbarrikadierte Mitarbeiter um Hilfe flüstern. Zudem zeigten sie Bilder von dem gewalttätigen Mob, der versucht, Pelosis Bürotür zu durchbrechen. Trump-Anhänger hatten am 6. Januar das US-Capitol gestürmt. Dort war der Kongress zusammengekommen, um den Wahlsieg von Trumps Amtsnachfolger Joe Biden zu zertifizieren. Am Rande der Krawalle kamen fünf Menschen ums Leben, darunter ein Polizist. Trump hatte seine Anhänger kurz zuvor bei einer Kundgebung mit der Behauptung aufgewiegelt, dass ihm der Wahlsieg gestohlen worden sei. | Die Ankläger im zweiten Amtsenthebungsverfahren gegen Donald Trump präsentierten neue Video-Aufnahmen vom Capitol-Sturm. Darauf ist zu sehen, wie Mitt Romney nur knapp einem Zusammenstoss mit den Randalierern entgeht. Auch Mike Pence, Chuck Schumer und Nancy Pelosi waren laut Anklägern in Gefahr. |
20min-293 | Italien hat Angst vor einer dritten Corona-Welle. Daher schlägt die Regierung harte Massnahmen vor: Die Skigebiete in ganz Europa und damit auch in der Schweiz sollen bis Ende Januar dichtmachen. Denn die Skiferien nach Weihnachten würden die Zahl der Ansteckungen befeuern, so die Befürchtung. Laut der Zeitung "La Repubblica" habe es bereits Gespräche mit den Nachbarländern gegeben. Derzeit ist es in Italien nicht erlaubt, Wintersport zu betreiben. Bei den Schweizer Touristikern stösst der Ruf der Italiener nach geschlossenen Pisten auf Unverständnis. Nicolo Paganini spricht von Willkür. "Italien hat im Sommer ja auch nicht die Strände geschlossen", sagt der CVP-Nationalrat und Präsident des Schweizer Tourismus-Verbands zu 20 Minuten. "Auch können die Italiener uns nicht vorschreiben, was wir in der Schweiz zu tun haben". Jedes Land müsse laut Paganini autonom bestimmen können, ob es die Skigebiete geöffnet haben will oder nicht. Zudem kämen die Ansteckungszahlen hierzulande kontinuierlich herunter. "Potenzielle italienische Gäste können selber beurteilen, ob die Schweiz als Ferienland für sie sicher ist. Unsere Schutzkonzepte in Hotellerie, Gastronomie und Bergbahnen funktionieren. Und auch die Skischulen werden den Gesundheitsschutz gewährleisten", so Paganini. Für Berno Stoffel ist das Vorgehen der Italiener unrealistisch. "Eine solche Forderung ist nicht umsetzbar", sagt der Direktor der Seilbahnen Schweiz. Zudem habe es bereits schon vorher solche Bestrebungen auf europäischer Ebene gegeben. Die Gespräche, an denen auch die Schweiz beteiligt war, seien aber im August gescheitert. "Es wird daher kein Alpenabkommen oder ähnliches geben", so Stoffel. Die Forderung der Italiener nimmt er daher gelassen. "Sie beunruhigt uns nicht". Er verweist auf das Sicherheitskonzept in den Skigebieten. Dieses werde gut umgesetzt. "Wir bieten unseren Gästen im Winter die bestmöglichste Sicherheit". Schweiz Tourismus reagiert zurückhaltend. "Es handelt sich um eine These, die gemäss Medienberichten in Italien kontrovers diskutiert wird. In der Schweiz ist davon offiziell nichts bekannt", teilt Markus Berger, Sprecher der Marketingorganisation, mit. Mögliche politische Diskussionen in einem Nachbarland kommentiere Schweiz Tourismus nicht. Angeregt werde eine europaweite Koordination der Betriebszeiten sowie Saisoneröffnungen der Wintersportdestinationen. Auch Berger verweist darauf, dass dieser Ansatz bereits im Spätsommer auf europäischer Ebene geprüft und als falscher Weg nicht weiterverfolgt wurde. "Daher dürfte dieser Ansatz auch jetzt nicht realistisch sein. In der Schweiz sind Bundesrat, Behörden und die Tourismusbranche überzeugt, dass der Schweizer Weg für den Moment richtig ist und die Wintersaison sicher stattfinden kann", so Berger. Im letzten "regulären" Winter 2018/19 haben die Gäste aus Italien 455'000 Hotellogiernächte beigesteuert. Das entsprecht laut Berger einem Anteil von 2,7 Prozent. "Sie sind damit in den Top 10 der wichtigsten Herkunftsländer". Das Vorpreschen Italiens kommt zu einer ungünstigen Zeit. Am Montag hat Schweiz Tourismus für ihre neue Winter-Kampagne geweibelt. Mit dem Slogan "My First Time" will die Marketingorganisation den Schweizern die Winterferien in den Bergen schmackhaft machen. Neben Tourismusminister Guy Parmelin setzt sich auch Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga für Ferien im eigenen Land und somit auch für den Wintersport ein. Wie die Kampagne aussieht, erfährst du im Video hier: Noch sehen die Prognosen für die Wintersaison in den Bergen düster aus: Gemäss einer Ende Oktober von Schweiz Tourismus durchgeführten Branchenumfrage liegt der Buchungsstand für die Weihnachtsferien aktuell 19 Prozent unter demjenigen des Vorjahres. Der Buchungsstand für die Sportferien liegt sogar fast ein Drittel unter jenem des Vorjahres. Ausserdem lastet der weitgehende Wegfall von Buchungen aus Übersee auf den Zahlen. Es besteht laut Schweiz Tourismus aber weiterhin die Hoffnung, dass einige Einschränkungen bis Weihnachten aufgehoben werden. Innerhalb der Branche seien verschiedene Vorkehrungen getroffen worden, um sich der Situation anzupassen, so der Branchenverband. Neben einer Reduktion der Kapazitäten würden auch Stornierungsbedingungen gelockert. | Italien will die Skigebiete in Europa und damit auch in der Schweiz schliessen. Damit möchte die italienische Regierung einer möglichen dritten Corona-Welle vorbeugen. In Italien sind die Pisten jetzt schon dicht. Für den Tourismus-Verband ist das Vorgehen Italiens unverständlich. Die Schweizer Seilbahnen geben der Forderung keine Chance. |
20min-294 | Am Dienstagabend gaben Prinz Harry und Herzogin Meghan ihr Podcast-Debüt - mit einem Festtags-Special. Mit dabei in der ersten Folge von "Archewell Audio" waren unter anderem der Moderator James Corden (42), Schauspieler und Produzent Tyler Perry (51), Musiklegende Elton John (73), Politikerin Stacey Abrams (47) und die Tennisspielerin Naomi Osaka (23). Meghan und Harry blicken mit ihren Gästen auf das Jahr 2020 zurück und tauschen sich mit ihnen über Wünsche und Hoffnungen fürs kommende Jahr aus. Den Briten aufgefallen ist bei der Podcast-Premiere nun offenbar der neue Akzent ihres Prinzen. Die TV-Kommunikationsexpertin Judi James etwa durchleuchtete ihn für das Boulevardblatt "Daily Mail". Ihr Fazit: Harrys Akzent, so wie er im Podcast zu hören ist, sei ein "ziemlicher Mittelweg von allem: mittel-atlantisch, mittel-London und mittel-estuary". Hinter "estuary" steckt ein Akzent, der laut "Daily Mail" im Südosten Englands gesprochen wird. Bei seiner Ankündigung des Podcasts mit dem Satz "Our twenty-twenty holiday special" (auf Deutsch "Unser 2020-Festtagsspezial") überspringe er das zweite t, wie es in Amerika eher üblich sei. Gemäss der Expertin spricht Harry viele Wörter undeutlicher aus, als er es normalerweise tut. "Um sich seiner superprofessionellen Frau anzupassen, hat Harry sowohl sein Tempo als auch seinen Tonfall geändert", erklärt Judi James der "Daily Mail" weiter. Harry spreche schneller und weniger zögerlich als normalerweise. Mehr wie Meghan. Hier kannst du Harrys Akzent prüfen: | Die erste Folge von "Archewell Audio", dem neuen Podcast von Prinz Harry und Herzogin Meghan, ist diese Woche erschienen. Höhepunkt ist ein Miniauftritt von Harrys und Meghans Sohn Archie. Jetzt wundern sich die Briten über den offenbar neuen Akzent ihres Prinzen. |
20min-295 | Einige Athleten und Athletinnen dokumentieren ihre gesamte Reise nach Tokio auf Tiktok. Auch die Schweizer BMX-Fahrerin Zoé Claessens teilt Videos auf ihrem Tiktok-Kanal und hat lässige kurze Videos zusammengeschnitten, welche über 100"000 Menschen erreicht haben. Die britischen Ruderinnen Rebecca Edwards und Polly Swann führen einen gemeinsamen Tiktok-Account mit dem Namen rowtotokyo, wo sie ihre ganze Reise bis zu den jetzigen Spielen dokumentiert haben. Natürlich zeigen sie dort auch, wie es im Olympischen Dorf zu- und hergeht. Ihr Video, in dem sie wichtige Features des Dorfes vorstellen ist, von über 5,5 Millionen Menschen angeschaut worden. So zeigen sie den Sicherheitscheck, die Speiseräume, gratis Getränkespender, die selbstfahrenden Busse und die Aussicht. Auch die Geräteturnerin Naveen Daries, welche Südafrika vertritt, nimmt ihre Fans mit durch einen typischen Tag in Tokio, zeigt die Arena von innen und teilt ihre Freude, an den Olympischen Spielen teilnehmen zu können. Naveen hat sogar die Eröffnungszeremonie gefilmt, so bekommt man eine ganz neue Perspektive mit. Kaito Streets, der japanische Fechter, nimmt seine Abonnenten mit zum Friseur. Die Kommentare sind hauptsächlich positiv. Es werden auch viele Fragen gestellt und die Sportler können sie in der Kommentarfunktion beantworten. Zum Beispiel wird Kaito gefragt, ob er dafür bezahlen müsse, und er gibt Auskunft, dass das ein gratis Service sei. Ein anderer Zuschauer meint, er oder sie liebe es, all diese verschiedenen Athleten, die er oder sie nicht kennt, auf der "Für Dich"-Seite anzutreffen und fragt Kaito, welchen Sport er betreibe. | Die Athleten und Athletinnen, welche momentan in Tokio sind, teilen Einblicke aus ihrem Leben im Olympischen Dorf. Roomtour, Flaggenweg, autonom fahrende Busse, Kartonbetten und die Food-Hallen - alles wird gezeigt. Auf Tiktok sind die Videos unter dem Hashtag #olympicvillage zu finden. Die Videos kommen gut an: Fast 50 Millionen Views sind unter dem Hashtag zusammengekommen. |
20min-296 | Wegen der anhaltenden Coronakrise ist es für Jugendliche ein schwieriges Unterfangen, eine geeignete Lehrstelle zu finden. So ist es wegen den Schutzkonzepten für viele potenzielle Arbeitgeber schwierig, Schnuppertage durchzuführen. Deswegen hat der Kantonale Gewerbeverband St. Gallen eine Lehrstellenbörse ins Leben gerufen. Ziel ist es nun, einen ersten digitalen Brückenschlag zwischen Lehrstellensuchenden mit Arbeitgebern zu ermöglichen. "Das Angebot richtet sich primär an die Jugendlichen, die für den Sommer 2021 eine Anschlusslösung suchen", hält Felix Keller, Geschäftsführer des Kantonalen Gewebeverband St. Gallen, fest. Das Projekt ist ein Pilot für weitere Kantone und wurde vom Staatsekretariat für Bildung und Innovation (SBFI) mitfinanziert. Ab dem 28. April wird in regelmässigen Abständen eine Online-Stellenbörse durchgeführt. Zuvor können Ausbildungsbetriebe die freien Lehrstellen auf der Plattform erfassen. Jugendliche können anschliessend Termine für ein Erstgespräch buchen, welches auf 15 Minuten ausgelegt ist. So findet online ein erstes Kennenlernen zwischen dem möglichen Arbeitgeber und einem potenziellen Lehrling oder einer Lehrlingstochter statt. Im Gespräch kann das weitere Vorgehen festgelegt werden. "Die Lehrstellenbörse Ostschweiz ergänzt das Angebot der Berufsberatung und hilft den Jugendlichen, einfacher mit Ausbildungsbetrieben in Kontakt zu treten", sagt Sabine Reinecke, Leiterin Berufsberatung St. Gallen. Das Ziel ist, für den Sommer 2021 möglichst viele Lehrverträge abzuschliessen. Um genügend Lehrstellen auf der Online-Plattform aufzuschalten, werden die Unternehmen nun gebeten, offene Lehrstellen mit Lehrbeginn Sommer 2021 bei der Lehrstellenbörse zu erfassen. Gleichzeitig wird eine Social Media-Kampagne lanciert, damit Jugendliche auf die Börse aufmerksam werden. Die Pilotphase des Projektes wird laut einer Mitteilung des Gewerbeverbandes bis Sommer 2021 dauern. Sind die Rückmeldungen positiv, wird das Projekt bereits im Herbst weitergeführt. | Wegen der Coronakrise ist es für Jugendliche schwieriger geworden, eine geeignete Lehrstelle zu finden. Der Gewerbeverband des Kantons St. Gallen eröffnet deswegen eine Online-Plattform. In regelmässigen Abständen werden Online-Lehrstellenbörsen stattfinden. Ziel ist es, für den Sommer 2021 möglichst viele Lehrverträge abzuschliessen. |
20min-297 | Neulich war ich beim Coiffeur, es war eine Art Testbesuch bei einem Typen, der mir empfohlen worden war. Ich wollte nämlich meine Haare färben, lila oder rosa, und ich wusste, es kostet mich mega viel Zeit und Geld und ich würde meine Haare damit quälen, wie eine Legebatterie ein Huhn. Es war also klar: Der Typ musste echt was drauf haben, sonst würde das nichts werden mit uns. Jedenfalls schnitt mir Dominik die Spitzen im Trockenen mit einer solchen Hingabe, als würde er sich bei jedem Härchen einzeln für die Prozedur entschuldigen, und wir sprachen ausführlich über mein Färbeprojekt (lila oder pink???) und mein neues Leben, das daraus resultieren würde (sexy, selbstbewusst und vor allem: nicht mehr Single!). Nach dem Schneiden fragte er, ob ich noch die Haare gewaschen und den Kopf massiert haben wollte, und ich sagte natürlich nicht nein, weil Kopfmassage, c'mon! Dominik massierte meine Schläfen und diese eine verspannte Stelle an meinem Hinterkopf und ich fiel fast ein bisschen in Trance. "Bevor ich Coiffeur wurde, arbeitete ich als Masseur", erklärte Dominik, und fuhr mit seinen Händen runter auf meinen Nacken. Einen kurzen Moment überlegte ich, ob Dominik vielleicht der einzige heterosexuelle Coiffeur der Stadt war, dann versank ich wieder in seinen Berührungen. Bis ich plötzlich merkte, dass er mit seinen Händen unter meinen Armen war und meine Brüste von hinten streifte. Auf einen Schlag war ich hellwach. War es Zufall? Dominiks Hände fuhren vor und zurück, und immer, wenn er vorne war, strichen seine Finger über meinen Busen und drückten etwas rein. Instinktiv verschränkte ich unter dem Coiffeur-Mänteli meine Arme und umfasste schützend meine Brüste. Bevor ich was sagen konnte, sagte er mit heiserer Stimme: "Im hinteren Raum habe ich eine Massageliege, da könnte ich mich deinen Verspannungen umfassender annehmen". Er drehte mich auf dem Coiffeurstuhl zu sich um und ich registrierte seinen glasigen Blick und seine Beule in der Hose, fast auf meiner Augenhöhe. "Nein, danke, ich muss jetzt los", sagte ich. Er schaute enttäuscht. Ich bezahlte und gab ihm Trinkgeld, dann schwang ich mich auf mein Rennrad und brauste zurück in mein Homeoffice. Zuhause eine Nachricht von Marco, ihr erinnert euch, der Macho mit dem Unterarm-grossen Penis: "Wie gehts dir, lovely Lady?""Verwirrt. Ich habe glaub grad dafür bezahlt, dass ich sexuell belästigt wurde. Von meinem Coiffeur!""Waas? Das ist nicht lustig, Ella, was ist passiert?!" Noch bevor ich antworten konnte, rief Marco mich an. Er klang besorgt und aufgebracht und bot mir an, das Problem "unter Männern" zu lösen. "Sag mir einfach, wo dieser Coiffeur ist, Ella, dann mach ich das klar!" Ich lehnte dankend ab, war aber dennoch froh über seine Reaktion. Marcos Wut führte mir vor Augen, wie missbräuchlich es war, was Dominik getan hatte. Ich fühlte mich benutzt. Und ich schämte mich, dass ich es nicht geschafft hatte, mich zu wehren. Einmal mehr konnte ich im richtigen Moment nicht Nein sagen. Marco bot an, vorbeizukommen. Und obwohl ich mir vorgenommen hatte ihn, wie alle anderen Macker, ausser für heissen Sex nicht in mein Leben zu lassen, war ich froh um sein Angebot. Marco brachte Eistee mit und Quinoa-Avocado-Lachs-Salat aus dem überteuerten Hipster-Takeaway um die Ecke. Vor allem aber Zeit, Verständnis, tröstende Worte und kreative Ideen, was er mit Dominik anstellen würde, wenn ich ihm die Adresse geben würde. Wir lachten und irgendwann küssten wir uns. "Willst du es? Magst du heute überhaupt?", fragte Marco. Ich nickte. Dann schliefen wir miteinander. Zärtlich wie ein Liebespaar, ganz anders als bei unserem ersten Mal. Mein Herz flattert ein bisschen. Macho-Penis-Marco und ich?! Was ich jetzt von all dem denken soll, weiss ich nicht. Aber das mit dem Nein-Sagen, das muss ich lernen. P. S. Der Unterarm-Vergleich letztes Mal war etwas unglücklich, ich habe nun ja nachgeprüft. Aber Aubergine kommt definitiv hin. Oder habt ihr bessere Ideen? Auch dafür, was ich mit Dominik machen soll? Und mit Marco? Schreibt es mir: onelove@20minuten.ch | Ella möchte pinke oder lila Haare und sucht deswegen einen neuen Coiffeur. Was mit einer Kopfmassage anfängt, endet mit einem Brust-Antatscher. Gewehrt hat Ella sich nicht. Dass die Aktion des Coiffeurs missbräuchlich war, wird ihr erst später bewusst. Am Abend meldet sich der Macho mit dem Unterarm-grossen Penis Marco und ist süsser, als Ella ihn in Erinnerung hat. So süss, dass sie romantischen Pärchen-Sex haben. |
20min-298 | Als der MH-60-Helikopter der Küstenwache neben ihm landete, war der nicht identifizierte Mann im Alter um die 60 auf alle viere gesunken und schwenkte noch immer eine kleine weisse Flagge. Sein Bein war notdürftig verbunden und er war offensichtlich völlig erschöpft und übermüdet. Die Tage zuvor hatten sich für den Outdoor-Fan in den Weiten Alaskas zunehmend beängstigend gestaltet. Bei seinem Ausflug rund 60 Kilometer von der kleinen Stadt Nome entfernt war er von einem Grizzly angegriffen und verletzt worden. "Der Bär hatte ihn am Bein gepackt und zum Fluss hinabgezerrt", sagt Jared Carbajal, einer der Piloten des Helikopters, gegenüber der "New York Times" (Bezahlartikel). Irgendwie konnte er dem Bären entkommen. Doch damit war es nicht getan: "Er erzählte uns, dass der Bär nach dem ersten Angriff jede Nacht zurückgekommen sei und, dass er deswegen seit mehreren Tagen nicht mehr geschlafen habe". Der Mann habe "definitiv" so ausgesehen, als sei er eine ganze Weile draussen gewesen. Er habe zwar eine Pistole, aber nur noch zwei Schuss Munition gehabt. In seiner Not hatte sich der Verirrte - der in der Gegend ohne Netzabdeckung auch ohne Satellitentelefon unterwegs war - in die Container-Baracke einer verlassenen Schürf-Station gerettet und dort fast eine Woche ausgeharrt. Auf dem Dach der Hütte hatte er ein SOS-Zeichen angebracht. Dann hatte er grosses Glück: Ein Helikopter der Küstenwache, der nach Nome unterwegs war, um Forscherinnen und Forscher zur Beobachtung von Walen und Seelöwen abzuholen, war wegen einer Wolkenbank von seinem geplanten Kurs abgewichen und in der Nähe des Goldgräber-Camps vorbeigeflogen. "Der Mann stürzte aus seiner Hütte und begann zu winken. Ich fragte meinen Copiloten, ob er mit einer oder beiden Händen winkte, und die Antwort war: mit beiden". Da dies üblicherweise ein Notsignal ist, drehte Carbajal ab und landete bei der Hütte. Der Gerettete wurde nach Nome geflogen, wo er darauf bestand, selbst zu einer wartenden Ambulanz zu gehen. "Man sah, das er langsam vom Adrenalin herunterkam und realisierte, wie viel Glück er gehabt hatte", so Carbajal. Eine Sprecherin der Küstenwache sagte, es sei sehr ungewöhnlich, mehrere Begegnungen mit dem selben Bären zu erleben. Die Situation des Mannes sei "zunehmend aussichtslos" geworden. Gemäss einer Erhebung durch die Behörden wurden in Alaska zwischen 2000 und 2017 insgesamt 68 Menschen bei Angriffen von Bären verletzt, zehn Menschen überlebten dies nicht. "Der Fall zeigt, wie wichtig es ist, eine Notrufbake oder ein Satellitentelefon dabeizuhaben", liess die Küstenwache verlauten. | Ein Mann wurde in der Wildnis Alaskas über Tage vom selben Grizzlybären angegriffen. Er wurde verletzt und hatte nur noch zwei Schuss Munition. Dank Zufall entdeckte ihn die Crew eines Helikopters der Küstenwache und flog ihn in Sicherheit. |
20min-299 | Die USA wollen mit ihren Verbündeten über einen möglichen Boykott der Olympischen Winterspiele in Peking beraten. "Das ist etwas, worüber wir uns auf jeden Fall Gespräche wünschen", sagte Sprecher des US-Aussenministeriums, Ned Price, am Dienstag. Zuletzt hatten die Forderungen von Aktivisten und der republikanischen Opposition zugenommen, die Winterspiele 2022 in Peking unter anderem wegen der Menschenrechtsverletzungen in der chinesischen Provinz Xinjiang zu boykottieren. Price betonte am Dienstag im Online-Dienst Twitter, Washington habe "keine Ankündigung in Bezug auf Olympia in Peking" zu machen. Die Regierung werde aber "weiterhin eng mit unseren Verbündeten und Partnern beraten, um unsere gemeinsamen Sorgen zu definieren und eine gemeinsame Herangehensweise" an die Olympischen Spiele in Peking zu finden. Eine US-Reaktion auf die "ungeheuerlichen Menschenrechtsverletzungen Pekings, einschliesslich des Genozids im Fall von Xinjiang" sei "bedeutsam", erklärte Price. Eine Reaktion, die "unsere Verbündeten und Partner mitnimmt", habe jedoch "den grösseren Einfluss auf Peking". Ein "koordinierter Ansatz" sei nicht nur im US-Interesse, sondern auch im Interesse verbündeter Staaten. Zu den Verfechtern eines Olympia-Boykotts zählen der frühere US-Aussenminister Mike Pompeo und andere Republikaner. Sie verweisen auf gravierende Menschenrechtsverletzungen der chinesischen Behörden in Xinjiang. Menschenrechtsorganisationen zufolge sind in der nordwestchinesischen Provinz mindestens eine Million Angehörige Uiguren und Angehörige anderer muslimischer Minderheiten in Haftlagern eingesperrt. Dort werden sie den Angaben zufolge zur Aufgabe ihrer Religion, Kultur und Sprache gezwungen und teilweise auch misshandelt. Peking weist die Vorwürfe zurück und spricht von Ausbildungs- und Arbeitsprogrammen, die Extremismus in der Region bekämpfen sollen. Im Jahr 1980 hatten die USA schon einmal einen internationalen Olympia-Boykott angeführt: Mit ihrem Boykott der Olympischen Spiele in Moskau protestierten die US-Regierung und ihre Verbündeten damals gegen den Einmarsch der Sowjetunion in Afghanistan. Vier Jahre später boykottierte die Sowjetunion die Sommerspiele in Los Angeles. | Die USA wollen sich mit Verbündeten zu Gesprächen treffen, um einen möglichen Boykott der Winterspiele in Peking zu besprechen. Dies auf Forderungen von Aktivistinnen und Aktivisten. So würde die USA auf die Menschenrechtsverletzungen Chinas in der Provinz Xinjiang reagieren. |
20min-300 | Ist der Begriff "Beizer" abwertend? Mit dieser Frage musste sich die SRG-Ombudsstelle auseinandersetzen. Der Begriff fiel in der Sendung "Schweiz aktuell". Ein Zuschauer, der zwar nicht als "Nörgeler auftreten" wollte, empfand das Wort als "abschätzig" und "verletztend". Die Ombudsstelle fand das einerseits nachvollziehbar, konnte andererseits aber keine Verletzung des Radio- und Fernsehgesetzes feststellen, wie die "SRG" schreibt. Der Begriff werde in der Umgangssprache anders verwendet. Während man im Restaurant vor allem esse, könne man sich in einer Beiz zu einem Feierabend-Bier, einem Jass oder einem gemütlichen Austausch treffen. Man habe zwar keine statistischen Daten, so die Ombudsstelle, aber man sei überzeugt, dass der Begriff bei der Bevölkerung "mehrheitlich sehr positive Gefühle wecke". Zählt also das helvetische Wort "Beiz" jetzt auch zu den belasteten Ausdrücken, die man sich besser verkneifen sollte? Die Nachfrage bei Gastronomen zeigt: Es kommt drauf an. "Früher wollte ich nicht als Beizer bezeichnet werden, es fühlte sich abwertend an", sagt etwa Urs Pfäffli, Präsident von Gastro Zürich-City und Restaurantbetreiber. Inzwischen habe er aber Frieden mit dem Wort geschlossen. Beizer werde viel verwendet und sei sogar fast ein Modewort geworden. "Aber ich finde Restaurant auch heute noch die bessere Bezeichnung für die meisten Gastrobetriebe", so Pfäffli. Unter Beiz verstehe er einen kleineren Betrieb, wo die Geselligkeit im Vordergrund stehe und es keine aufwändige Küche gibt. Gabriella Pahud, die das Restaurant Heimeli in Sapün, Graubünden führt, will ihren Betrieb auch nicht Beiz nennen: "Als Beiz würde ich eher eine Kneipe bezeichnen". Bergbeizli sei hingegen okay, aber doch irgendwie unpassend. Denn ihr Betrieb betreibe schliesslich eine Alpen-Gourmetküche. Dem Zürcher Gastronom Nico Maeder ist es hingegen egal, ob er als Beizer bezeichnet wird: "Hauptsache die Leute essen bei mir". Restaurantbetreiber Michel Péclard nennt sich sogar gerne Beizer. Aber nicht jedes Restaurant könne als Beiz bezeichnet werden: Während das Münsterhöfli eine Beiz sei, passe der Begriff nicht zur Kronenhalle. Was eine Beiz ist, komme eben auf den Zusammenhang an, erklärt Gastronom Rudi Bindella Junior: "Er passt eher in einen einfacheren, ländlicheren rustikalen Kontext". Das Ornellaia in Zürich sei wahrscheinlich keine Beiz - das Latini in Basel schon. Für ein sehr edles Restaurant wirkt Beiz abwertend, erklärt Tibits Mitgründer Reto Frei. Persönlich werte er den Begriff aber positiv: "Wenn jemand das Tibits als Beiz bezeichnet, interpretiere ich das als Kompliment - im Sinne einer Stammbeiz". Der Branchenverband Gastrosuisse bezeichnet die Begriffe Beizer und Beiz als "eher veraltet". Ob sie abwertend sind, hänge aber vom Empfinden und Sprachverständnis jeder einzelnen Person ab: "Wir haben schon Rückmeldungen von Mitgliedern erhalten, die sich darüber empört haben", sagt ein Sprecher. Die Empörung wurde damit begründet, dass man bei Beizen auch von Gastrobetrieben mit Gault-Millau-Punkten redet, und Gastronomen, die ein sehr hohes Qualitätsniveau aufweisen, Beizer nennt. Der Branchenverband hält die Bezeichnungen Gastronominnen und Gastronomen für viel zeitgemässer. Das Wort Beiz steht laut Duden für Wirtshaus oder Kneipe und wird in der Schweiz, Westösterreich und Bayern verwendet. "Umgangssprachlich ist Beiz heute für ein einfaches oder durchschnittliches Restaurant ohne gehoben Ansprüche", sagt Hans Bickel, helvetischer Sprachwissenschaftler. Aus Bickels Sicht ist es eine normale, nicht abwertende Bezeichnung. Wie das Wort Kneipe bezeichne Beiz aber ein gemütliches Lokal, wo man sich zum Trinken und Plaudern trifft. "Sternerestaurants würde man aber kaum als Beiz bezeichnen, das würde man eher als salopp empfinden", so Bickel. | Bei der SRG-Ombudsstelle ist eine Beanstandung wegen dem Begriff "Beizen" eingegangen. Dieser werde als verletzend und abschätzig wahrgenommen. Bei vielen Gastronomen löst der Begriff aber nur bedingt negative Emotionen aus. Laut Sprachwissenschaftler ist Beiz nicht abwertend, jedoch zu salopp für ein Sternerestaurant. |
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